Bodenlebewesen

Asseln

Asseln gehören zu den am häufigsten missverstandenen Tieren im Garten. Sie sind keine Insekten, sondern Krebstiere, die in feuchten, schattigen Bereichen leben und totes Pflanzenmaterial zersetzen. Damit gehören sie zu den wichtigsten Helfern beim Aufbau von Humus. Lästig oder schädlich werden sie nur dort, wo sie an jungen Keimlingen, weichen Erdbeeren oder anderen reifen Früchten knabbern — und das fast immer als Folge von zu hoher Feuchtigkeit oder fehlender Pflege.
Aktualisiert am 24. April 2026
Asseln im feuchten Gartenbeet

Asseln erkennen

Asseln sind sieben bis fünfzehn Millimeter groß, oval und tragen einen typischen, segmentierten grauen Panzer. Sie haben sieben Beinpaare und zwei lange Fühler. Bei Berührung rollt sich die Rollassel zu einer perfekten Kugel zusammen — die Mauerassel und Kellerassel können das nicht und versuchen schnell wegzulaufen.

Man findet sie tagsüber unter Steinen, Brettern, Töpfen, alten Blättern und in Mulchschichten. Nachts kommen sie hervor und suchen nach totem Pflanzenmaterial. Wer einen umgedrehten Tonsteinstein anhebt und dort viele kleine, graue Tiere sieht, hat fast sicher Asseln vor sich.

Wichtig ist die Abgrenzung zu echten Schädlingen: Asseln fressen praktisch nie an gesunden, intakten Pflanzen. Frisch eingerollte oder verformte Blätter, eingestochene Stängel oder klebrige Beläge stammen immer von anderen Tieren.

Rolle im Garten — wichtiger Zersetzer

Asseln sind ein zentraler Bestandteil eines gesunden Bodenlebens.

Asseln gehören zu den sogenannten Sekundärzersetzern. Sie zerkleinern bereits angerottetes Laub, Holzteile, abgestorbene Wurzeln und Pflanzenreste und machen sie damit für Mikroorganismen verfügbar. Ohne diese Arbeit würde sich organisches Material deutlich langsamer in nährstoffreichen Humus verwandeln.

Gleichzeitig sind Asseln eine wichtige Nahrungsquelle für viele andere Tiere im Garten — Igel, Spitzmäuse, Kröten, Eidechsen, Spinnen, Laufkäfer und einige Vögel. Ein gesunder Bestand ist deshalb ein gutes Zeichen für ein lebendiges, naturnahes Beet.

Problematisch werden Asseln nur in zwei Situationen: wenn ihre Zahl durch sehr feuchte, geschützte Bereiche stark ansteigt — oder wenn sie auf weiches, frisches Pflanzengewebe ausweichen, weil sonst nichts mehr zu zersetzen ist.

Wann werden Asseln zum Problem?

Echte Schäden verursachen Asseln vor allem dort, wo sie in ungewöhnlich großer Zahl auftreten:

  • an Keimlingen und jungen Setzlingen, deren weiche Stängel über Nacht angefressen werden
  • an Erdbeeren, die am Boden aufliegen und reife, weiche Stellen bekommen
  • an Salat, Kohlrabi, Gurken oder anderen Gemüsen mit Bodenkontakt
  • in Hochbeeten und Frühbeeten mit dichter Mulchschicht und wenig Luftbewegung
  • an reifen Tomaten, Kürbissen oder Zucchini, die direkt auf der Erde liegen

Im Innenraum, in Kellern oder unter Blumentöpfen können sie zudem als hygienisches Ärgernis auftreten — ohne dass dort echter Schaden entsteht.

Warum sich Asseln stark vermehren

Hohe Asselbestände sind fast immer ein Hinweis auf zu viel Feuchtigkeit und zu viel ungenutztes organisches Material:

  • dauerhaft feuchte, schattige Beete mit dichter Vegetation
  • dicke, ständig nasse Mulchschichten, die nicht durchlüftet werden
  • liegen gelassene Bretter, Steine, Töpfe und Pflanzreste
  • defekte Regenrinnen oder Wasserhähne mit dauerhaft feuchtem Untergrund
  • Hochbeete und Frühbeete ohne ausreichende Drainage
  • Komposthaufen direkt an empfindliche Beete grenzend

Wer diese Bedingungen entschärft, reduziert die Population auf ein gesundes Maß — ohne ein einziges Tier aktiv zu bekämpfen.

Asseln sinnvoll regulieren

Eine vollständige Bekämpfung wäre weder möglich noch sinnvoll. Stattdessen geht es darum, übermäßige Bestände zu reduzieren und empfindliche Pflanzen zu schützen:

  • Erdbeeren auf Stroh oder ein Erdbeervlies legen, damit Früchte nicht direkt aufliegen
  • Tomaten, Zucchini und Kürbisse mit kleinen Holzbrettchen oder Steinen unterlegen
  • Mulchschichten dünner halten und gelegentlich durchharken, damit sie abtrocknen
  • liegen gelassene Bretter, Steine und Töpfe in der Nähe empfindlicher Beete entfernen
  • Junge Aussaaten kurz mit einem Vlies oder einer aufgesetzten Plastikflasche schützen
  • bei Bedarf gezielt Kartoffel- oder Apfelhälften auslegen, die Asseln über Nacht anlocken — am Morgen einfach entfernen und an einer ungestörten Stelle ausschütteln

Giftköder und Insektizide sind im Hausgarten weder notwendig noch sinnvoll — sie schaden weit mehr Bodenlebewesen, als sie an Asseln treffen.

Übermäßigem Asselbefall vorbeugen

Damit Asseln im Garten ihren Nutzen entfalten, ohne lästig zu werden, helfen ein paar einfache Pflegegewohnheiten:

  • Beete regelmäßig auflockern und nicht dauerhaft beschattet halten
  • Mulch in dünnen Lagen ausbringen und zwischen Schichten antrocknen lassen
  • Komposthaufen mit etwas Abstand zu empfindlichen Kulturen anlegen
  • Hochbeete mit guter Drainage und nicht zu dichter Bepflanzung versehen
  • alte Pflanzreste, faules Obst und liegen gebliebenes Laub regelmäßig einsammeln
  • Igel, Kröten und Spitzmäusen mit Reisighaufen und Ecken aus Wildkraut Lebensraum bieten — sie halten Bestände natürlich klein

Mit diesen Maßnahmen bleiben Asseln das, was sie eigentlich sind: stille, fleißige Helfer im Hintergrund.

Häufige Fragen

Sind Asseln Schädlinge?

Im Normalfall nein. Sie zersetzen totes Pflanzenmaterial und sind damit nützlich. Erst bei sehr großen Beständen oder ungünstigen Bedingungen knabbern sie an Keimlingen oder reifen Früchten.

Sind Asseln Insekten?

Nein. Asseln gehören zu den Krebstieren und sind enger mit Krabben und Garnelen verwandt als mit Käfern oder Ameisen. Sie atmen über Kiemenanhänge und brauchen deshalb dauerhaft Feuchtigkeit.

Wie schütze ich Erdbeeren vor Asseln?

Legen Sie die Früchte auf Stroh oder ein Erdbeervlies, damit sie nicht direkt am Boden aufliegen. Ernten Sie zudem regelmäßig — überreife oder leicht beschädigte Erdbeeren sind die wichtigste Nahrungsquelle.

Warum sind plötzlich so viele Asseln im Hochbeet?

Meistens, weil dort viel feuchtes organisches Material liegt und kaum Luftbewegung herrscht. Mulch dünner halten, gelegentlich durchharken und für etwas mehr Sonne sorgen reduziert die Zahl deutlich.

Soll ich Asseln im Keller bekämpfen?

Nein, in der Regel nicht. Einzelne Tiere kommen bei feuchter Witterung herein und verschwinden, wenn der Raum trocken ist. Lüften, undichte Stellen abdichten und Feuchtequellen beseitigen wirkt zuverlässig.

Vertragen sich Asseln und Pflanzen im Beet?

Sehr gut, solange genug totes Pflanzenmaterial vorhanden ist. Erst wenn das Angebot fehlt und gleichzeitig viele Tiere da sind, weichen sie auf weiche, lebende Pflanzenteile aus.

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