Bodenlebewesen
Asseln im Garten: Nützling oder Schädling?

Asseln erkennen
Asseln sind je nach Art fünf bis achtzehn Millimeter groß, oval und tragen einen typischen, segmentierten grauen bis braunen Panzer. Erwachsene Tiere haben sieben Beinpaare und zwei gut sichtbare Fühler. Im Garten begegnen Ihnen vor allem drei Arten: die Kellerassel (Porcellio scaber) mit rauer, matter Oberfläche, die glattere, glänzende Mauerassel (Oniscus asellus) mit hellem Rand und die Rollassel (Armadillidium vulgare), die sich bei Berührung zu einer perfekten Kugel zusammenrollt — Keller- und Mauerassel können das nicht und versuchen schnell wegzulaufen.
Mit der Lupe lohnt ein Blick auf zwei Besonderheiten: Weibchen tragen ihre Eier und später die Jungtiere in einer Bruttasche an der Bauchseite, und Asseln häuten sich in zwei Etappen, erst die hintere, einige Tage später die vordere Körperhälfte. Halb weiße, halb graue Tiere sind also keine andere Art, sondern gerade mitten in der Häutung. Asseln werden zwei bis drei Jahre alt.
Man findet sie tagsüber unter Steinen, Brettern, Töpfen, alten Blättern, in Mulchschichten und im Kompost. Nachts kommen sie hervor und suchen nach totem Pflanzenmaterial. Wer einen umgedrehten Stein oder ein liegendes Brett anhebt und dort viele kleine, graue Tiere sieht, hat fast sicher Asseln vor sich.
Wichtig ist die Abgrenzung zu echten Schädlingen: Asseln fressen praktisch nie an gesunden, intakten Pflanzen. Frisch eingerollte oder verformte Blätter, eingestochene Stängel oder klebrige Beläge stammen immer von anderen Tieren. Unregelmäßige Fraßlöcher an bodennahen Blättern verursachen meist Schnecken (Schleimspur) oder Erdraupen — Asseln hinterlassen keine Schleimspur und nagen bevorzugt an bereits weichen, angefaulten Stellen.
Rolle im Garten — wichtiger Zersetzer
Asseln sind ein zentraler Bestandteil eines gesunden Bodenlebens.
Asseln gehören zu den sogenannten Sekundärzersetzern. Sie zerkleinern bereits angerottetes Laub, Holzteile, abgestorbene Wurzeln und Pflanzenreste, fressen Pilzgeflecht und Algen und machen das Material damit für Mikroorganismen verfügbar. Ihr Kot ist feinkrümelig und nährstoffreich. Ohne diese Arbeit würde sich organisches Material deutlich langsamer in Humus verwandeln — im Komposthaufen sind Asseln deshalb ausdrücklich willkommen.
Gleichzeitig sind Asseln eine wichtige Nahrungsquelle für viele andere Tiere im Garten — Igel, Spitzmäuse, Kröten, Eidechsen, Spinnen, Laufkäfer und einige Vögel. Ein gesunder Bestand ist deshalb ein gutes Zeichen für ein lebendiges, naturnahes Beet.
Problematisch werden Asseln nur in zwei Situationen: wenn ihre Zahl durch sehr feuchte, geschützte Bereiche stark ansteigt — oder wenn sie auf weiches, frisches Pflanzengewebe ausweichen, weil sonst nichts mehr zu zersetzen ist.

Wann werden Asseln zum Problem?
Echte Schäden verursachen Asseln vor allem dort, wo sie in ungewöhnlich großer Zahl auftreten:
- an Keimlingen und jungen Setzlingen, deren weiche Stängel über Nacht angefressen werden
- an Erdbeeren, die am Boden aufliegen und reife, weiche Stellen bekommen
- an Salat, Kohlrabi, Gurken oder anderen Gemüsen mit Bodenkontakt
- in Hochbeeten und Frühbeeten mit dichter Mulchschicht und wenig Luftbewegung
- an reifen Tomaten, Kürbissen oder Zucchini, die direkt auf der Erde liegen
Im Innenraum, in Kellern oder unter Blumentöpfen können sie zudem als hygienisches Ärgernis auftreten — ohne dass dort echter Schaden entsteht.
Warum sich Asseln stark vermehren
Hohe Asselbestände sind fast immer ein Hinweis auf zu viel Feuchtigkeit und zu viel ungenutztes organisches Material:
- dauerhaft feuchte, schattige Beete mit dichter Vegetation
- dicke, ständig nasse Mulchschichten, die nicht durchlüftet werden
- liegen gelassene Bretter, Steine, Töpfe und Pflanzreste
- defekte Regenrinnen oder Wasserhähne mit dauerhaft feuchtem Untergrund
- Hochbeete und Frühbeete ohne ausreichende Drainage
- Komposthaufen direkt an empfindliche Beete grenzend
Wer diese Bedingungen entschärft, reduziert die Population auf ein gesundes Maß — ohne ein einziges Tier aktiv zu bekämpfen.

Asseln sinnvoll regulieren
Eine vollständige Bekämpfung wäre weder möglich noch sinnvoll. Stattdessen geht es darum, übermäßige Bestände zu reduzieren und empfindliche Pflanzen zu schützen:
- Erdbeeren auf Stroh oder ein Erdbeervlies legen, damit Früchte nicht direkt aufliegen
- Tomaten, Zucchini und Kürbisse mit kleinen Holzbrettchen oder Steinen unterlegen
- Mulchschichten dünner halten und gelegentlich durchharken, damit sie abtrocknen
- liegen gelassene Bretter, Steine und Töpfe in der Nähe empfindlicher Beete entfernen
- Junge Aussaaten kurz mit einem Vlies oder einer aufgesetzten Plastikflasche schützen
- bei Bedarf gezielt Kartoffel- oder Apfelhälften auslegen, die Asseln über Nacht anlocken — am Morgen einfach entfernen und an einer ungestörten Stelle ausschütteln
- ein feuchtes Brett oder ein umgedrehter Blumentopf mit Laub nahe der Kultur wirkt als Sammelversteck, das sich morgens leeren lässt
Giftköder und Insektizide sind im Hausgarten weder notwendig noch sinnvoll — sie schaden weit mehr Bodenlebewesen, als sie an Asseln treffen. Es gibt für Asseln auch keinen Grund für ein Pflanzenschutzmittel: Sobald empfindliche Pflanzen einige Zentimeter gewachsen und die Früchte vom Boden weg sind, richten selbst große Bestände keinen Schaden mehr an.
Übermäßigem Asselbefall vorbeugen
Damit Asseln im Garten ihren Nutzen entfalten, ohne lästig zu werden, helfen ein paar einfache Pflegegewohnheiten:
- Beete regelmäßig auflockern und nicht dauerhaft beschattet halten
- Mulch in dünnen Lagen ausbringen und zwischen Schichten antrocknen lassen
- Komposthaufen mit etwas Abstand zu empfindlichen Kulturen anlegen
- Hochbeete mit guter Drainage und nicht zu dichter Bepflanzung versehen
- alte Pflanzreste, faules Obst und liegen gebliebenes Laub regelmäßig einsammeln
- Igel, Kröten und Spitzmäusen mit Reisighaufen und Ecken aus Wildkraut Lebensraum bieten — sie halten Bestände natürlich klein
Mit diesen Maßnahmen bleiben Asseln das, was sie eigentlich sind: stille, fleißige Helfer im Hintergrund.
Häufige Fragen
Sind Asseln Schädlinge?
Im Normalfall nein. Sie zersetzen totes Pflanzenmaterial und sind damit nützlich. Erst bei sehr großen Beständen oder ungünstigen Bedingungen knabbern sie an Keimlingen oder reifen Früchten.
Sind Asseln Insekten?
Nein. Asseln gehören zu den Krebstieren und sind enger mit Krabben und Garnelen verwandt als mit Käfern oder Ameisen. Sie atmen über Kiemenanhänge und brauchen deshalb dauerhaft Feuchtigkeit.
Wie schütze ich Erdbeeren vor Asseln?
Legen Sie die Früchte auf Stroh oder ein Erdbeervlies, damit sie nicht direkt am Boden aufliegen. Ernten Sie zudem regelmäßig — überreife oder leicht beschädigte Erdbeeren sind die wichtigste Nahrungsquelle.
Warum sind plötzlich so viele Asseln im Hochbeet?
Meistens, weil dort viel feuchtes organisches Material liegt und kaum Luftbewegung herrscht. Mulch dünner halten, gelegentlich durchharken und für etwas mehr Sonne sorgen reduziert die Zahl deutlich.
Soll ich Asseln im Keller bekämpfen?
Nein, in der Regel nicht. Einzelne Tiere kommen bei feuchter Witterung herein und verschwinden, wenn der Raum trocken ist. Lüften, undichte Stellen abdichten und Feuchtequellen beseitigen wirkt zuverlässig.
Vertragen sich Asseln und Pflanzen im Beet?
Sehr gut, solange genug totes Pflanzenmaterial vorhanden ist. Erst wenn das Angebot fehlt und gleichzeitig viele Tiere da sind, weichen sie auf weiche, lebende Pflanzenteile aus.
Fressen Asseln Wurzeln oder Keimlinge?
Intakte Wurzeln praktisch nie. Frisch gekeimte Sämlinge mit weichem Stängel können bei sehr hohen Beständen über Nacht angenagt werden — meist im Frühbeet oder Hochbeet. Ein Vlies oder eine aufgesetzte Flasche schützt die ersten zwei Wochen, danach sind die Pflanzen zu fest.
Sind Asseln im Kompost ein gutes Zeichen?
Ja. Im Komposthaufen zerkleinern Asseln Laub, Stängel und Holzreste und beschleunigen die Verrottung. Viele Asseln im Kompost zeigen, dass er feucht und aktiv ist. Nur wenn der Haufen direkt an Erdbeer- oder Salatbeete grenzt, lohnt etwas Abstand.
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Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.
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