Gemüse

Schädlinge an Tomaten erkennen und bekämpfen

Schädlinge an Tomaten sind meist Blattläuse, vor allem an jungen Pflanzen und in geschützten Lagen wie Gewächshäusern. Dazu kommen Weiße Fliege und Spinnmilben unter Glas, in den letzten Jahren häufiger auch Wanzen an den Früchten sowie Raupen und Schnecken. Wer Standort, Düngung und Pflege anpasst, beugt wirksam vor und beschränkt einen Befall meist auf wenige Triebe.
Aktualisiert am 4. September 2026
Tomatenpflanze mit gesunden grünen Blättern
Tomaten reagieren empfindlich auf Spinnmilben und Weiße Fliegen. · Symbolbild, KI-generiert

Häufige Schädlinge an Tomaten

Tomaten haben weniger Schädlinge als Pilzkrankheiten — aber Blattläuse sind ein Klassiker.

An Tomaten dominieren klar die Blattläuse, häufig die Grüne Pfirsichblattlaus und die Kartoffelblattlaus. Sie sitzen vor allem an Triebspitzen und Blattunterseiten, oft an Jungpflanzen und im Gewächshaus. Werden auf einer Pflanze auffallend viele Ameisen beobachtet, ist das fast immer ein Hinweis auf Blattläuse: Ameisen ernähren sich vom Honigtau und verteidigen die Kolonien sogar gegen Nützlinge.

Unter Glas kommen zwei weitere saugende Schädlinge dazu. Die Weiße Fliege (Gewächshaus-Mottenschildlaus) ist 1–2 mm groß, sitzt auf den Blattunterseiten und fliegt beim Schütteln der Pflanze in kleinen Wolken auf; ihre Larven scheiden ebenfalls Honigtau aus. Spinnmilben treten bei Hitze und trockener Luft auf und hinterlassen feine helle Sprenkel und zarte Gespinste. Auffällig zugenommen haben in den letzten Jahren Wanzen — vor allem die Grüne Reiswanze und die Marmorierte Baumwanze — die an reifenden Früchten saugen und helle, später korkige Flecken hinterlassen.

  • Blattläuse: häufigster Schädling, vor allem an jungen Pflanzen und Triebspitzen
  • Ameisen: kein direkter Schädling, aber sicheres Indiz für Blattlausbefall
  • Weiße Fliege und Spinnmilben: vor allem im Gewächshaus bei warmer, stehender Luft
  • Wanzen: Saugstellen an Früchten, die Tiere sitzen morgens träge auf den Pflanzen
  • Raupen: Eulenraupen (etwa der Gemüseeule) fressen Löcher in Früchte; die Tomatenminiermotte (Tuta absoluta) hinterlässt helle, gewundene Fraßgänge in Blättern und tritt in Deutschland vor allem in Gewächshäusern auf, im Hausgarten selten
  • Tomatenrostmilbe: mit bloßem Auge kaum sichtbar; Stängel und untere Blätter verfärben sich von unten her bronzefarben und trocknen ein, vor allem im Gewächshaus
  • Nacktschnecken: nachts an Jungpflanzen und bodennahen Früchten
  • Kartoffelkäfer: Larven fressen Tomatenlaub, wenn Kartoffeln in der Nähe stehen

Im Vergleich dazu sind viele Tomatenprobleme — braune Stellen, eingerollte Blätter, Blütenendfäule — keine Schädlinge, sondern Folge von Pflegefehlern, Wetter oder Krankheitserregern.

Typische Symptome an Tomaten

Schädlinge zeigen sich an Tomaten meist zuerst am weichen, jungen Gewebe — später auch an den Früchten.

  • kleine grüne oder schwarze Tiere an den Triebspitzen (Blattläuse)
  • klebrige, glänzende Blätter, oft mit Ameisen an den Stängeln (Honigtau)
  • eingerollte oder leicht verformte junge Blätter
  • feine helle Sprenkel und zarte Gespinste an Blattunterseiten (Spinnmilben)
  • Wolken kleiner weißer Tiere beim Berühren der Pflanze (Weiße Fliege)
  • helle, unregelmäßige Flecken oder korkige Stellen an Früchten (Wanzen)
  • runde Löcher in Früchten, oft mit Kotkrümeln (Raupen) oder Schleimspuren (Schnecken)
  • helle, gewundene Gänge im Blatt (Tomatenminiermotte)
  • bronzefarben glänzende, eintrocknende Stängel und untere Blätter, der Schaden wandert nach oben (Tomatenrostmilbe)
  • gelbliche Verfärbungen oder geschwächter Wuchs bei stärkerem Befall

Zur Abgrenzung: Gleichmäßig eingerollte ältere Blätter (Löffelblätter) sind meist eine Reaktion auf Hitze oder unregelmäßiges Gießen. Braun-schwarze, faulige Stellen am Blütenansatz der Frucht sind Blütenendfäule — ein Kalziumverteilungsproblem durch schwankende Wasserversorgung. Braune Flecken auf Blättern und Früchten nach Regenperioden sprechen für Kraut- und Braunfäule — der Erreger Phytophthora infestans ist ein pilzähnlicher Organismus, der nasses Laub braucht. Gelbe Blätter mit grünen Adern an älteren Blättern deuten auf Magnesiummangel hin. Alles Pflegethemen, keine Schädlinge.

Nahaufnahme von grünen Blattläusen an der Unterseite eines Tomatenblattes.
Ein Befall durch Blattläuse führt oft zu eingerollten Blättern und klebrigem Honigtau an der Pflanze. · Symbolbild, KI-generiert

Was tun bei Befall?

Bei kleinem Blattlausbefall an Tomaten reicht oft ein gezielter, sanfter Wasserstrahl auf die befallenen Triebspitzen. Wiederholen Sie das alle zwei bis drei Tage, bis sich keine neuen Kolonien mehr bilden. Einzelne stark besetzte Triebspitzen lassen sich auch abstreifen oder ausgeizen.

Reicht das nicht, hilft eine Schmierseifenlösung: 15–20 g reine Schmierseife (etwa ein gehäufter Esslöffel) auf einen Liter lauwarmes Wasser. Sprühen Sie morgens oder abends, nie in der Mittagssonne, und behandeln Sie gezielt die befallenen Stellen, nicht die ganze Pflanze. Wichtig für Gemüse: Haushalts-Schmierseife ist ein Hausmittel und kein zugelassenes Pflanzenschutzmittel. Wer rechtlich sauber arbeiten möchte, verwendet ein für Tomaten zugelassenes Präparat auf Kaliseifen- oder Rapsölbasis und hält die angegebene Wartezeit bis zur Ernte ein.

Bei stärkerem Befall sind zugelassene Neem-Präparate (Azadirachtin) die schonende Wahl — prüfen Sie auf dem Etikett, ob die Kultur Tomate und der Einsatz im Freiland oder Gewächshaus zugelassen sind, und beachten Sie die Wartezeit. Verzichten Sie auf breit wirkende chemische Spritzmittel, da diese Nützlinge wie Marienkäfer und Schwebfliegen treffen, die Tomaten zuverlässig sauber halten können.

  • Weiße Fliege: Gelbtafeln zwischen die Pflanzen hängen, im Gewächshaus ab etwa 18 °C Schlupfwespen (Encarsia formosa) einsetzen — Details auf der Seite „Weiße Fliege erkennen, bekämpfen und vorbeugen“
  • Spinnmilben: Luftfeuchte erhöhen, Blattunterseiten abduschen, bei Bedarf Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) ausbringen
  • Wanzen: frühmorgens absammeln, solange die Tiere träge sind; Früchte mit Saugstellen sind essbar, nur unansehnlich
  • Raupen: absammeln, angefressene Früchte entfernen; bei starkem Befall zugelassene Bacillus-thuringiensis-Präparate gegen Schmetterlingsraupen
  • Schnecken: abends absammeln, Jungpflanzen mit Schneckenkragen schützen, bei Bedarf Schneckenkorn auf Eisen-III-Phosphat-Basis
  • Kartoffelkäfer: Käfer und Larven absammeln, Eigelege auf den Blattunterseiten zerdrücken
  • Tomatenrostmilbe: befallene untere Blätter entfernen, Luftfeuchte erhöhen, bei Bedarf ein für Tomaten zugelassenes Rapsöl-Präparat mehrfach anwenden; stark befallene Pflanzen am Saisonende vollständig entfernen
Ein Marienkäfer frisst Blattläuse auf einem gesunden Tomatenstängel.
Nützlinge wie Marienkäfer sind die effektivste biologische Waffe gegen Schädlinge im Gemüsegarten. · Symbolbild, KI-generiert

Tomatenpflanzen stärken

Eine kräftige Tomate hat selten ernsthafte Schädlingsprobleme.

Tomaten sind Starkzehrer mit klarer Vorliebe für gleichmäßige Bedingungen. Schon kleine Pflegestörungen schwächen die Pflanze und machen sie anfälliger.

  • sonniger, luftiger und vor Regen geschützter Stand — ein Dach über der Pflanze beugt vor allem Kraut- und Braunfäule vor
  • gleichmäßig gießen, am besten morgens und direkt am Wurzelballen; Blätter trocken halten
  • konsequent ausgeizen, damit Luft in die Pflanze kommt; ab Fruchtansatz die untersten Blätter entfernen
  • mulchen mit Stroh, angetrocknetem Rasenschnitt oder Kompost — das stabilisiert die Bodenfeuchte
  • regelmäßige Sichtkontrolle der Triebspitzen und Blattunterseiten, besonders bei Jungpflanzen

Gerade im Gewächshaus ist gute Belüftung entscheidend. Stehende, warme Luft über 30 °C begünstigt Weiße Fliege und Spinnmilben und stört den Fruchtansatz. Lüften Sie täglich, auch bei Regen, und beschatten Sie bei Hitze. Tomaten und Gurken stellen unterschiedliche Ansprüche — Tomaten mögen es luftig und eher trocken, Gurken feucht-warm — und passen deshalb nur bedingt ins selbe kleine Gewächshaus.

So verteilt sich die Kontrolle über die Saison:

  • März/April: Aussaat und Vorkultur; gekaufte Jungpflanzen vor dem Einräumen auf Blattläuse und Weiße Fliege prüfen
  • Mitte Mai: Auspflanzen nach den Eisheiligen, Jungpflanzen gegen Schnecken schützen
  • Juni/Juli: regelmäßig ausgeizen, Triebspitzen und Blattunterseiten kontrollieren, im Gewächshaus Gelbtafeln aufhängen
  • Juli bis September: Wanzen frühmorgens absammeln, Früchte auf Löcher prüfen, bei Regenwetter auf Braunfäule achten
  • Oktober: Pflanzenreste entfernen und das Gewächshaus reinigen, damit Weiße Fliege und Spinnmilben nicht überwintern

Vorbeugung durch Standort, Bodenpflege und bedarfsgerechte Düngung

Die mit Abstand wichtigste Vorbeugung ist die richtige Düngung. Zu viel Stickstoff macht Tomaten weich, schiebt unkontrolliert Laub und zieht Blattläuse magisch an. Setzen Sie auf langsam fließende, ausgewogene Tomaten- oder Gemüsedünger mit betontem Kaliumanteil und düngen Sie lieber alle zwei bis drei Wochen in kleinen Mengen als einmal geballt. Im Topf ist der Bedarf höher als im Beet, weil Nährstoffe schneller ausgewaschen werden.

Gute Bodenpflege ist die zweite Säule. Ein humoser, lebendiger Boden mit stabiler Struktur versorgt die Pflanze gleichmäßig und reduziert Stress. Drei bis fünf Liter reifer Kompost pro Quadratmeter vor der Pflanzung und Mulch im Sommer sind wirksamer als jede Sofortdüngung.

Achten Sie zudem auf Fruchtfolge: Tomaten und ihre Verwandten Kartoffeln, Paprika und Auberginen sollten frühestens nach drei Jahren wieder an derselben Stelle stehen. Im Topf reicht jährlich frische Erde. Als Mischkulturpartner haben sich Basilikum, Tagetes und Ringelblumen bewährt; Kapuzinerkresse in der Nähe lockt Blattläuse als Fangpflanze von den Tomaten weg. Kontrollieren Sie gekaufte Jungpflanzen vor dem Setzen auf Blattläuse und Weiße Fliege — die meisten Befälle werden mit den Pflanzen eingeschleppt. Ein feinmaschiges Kulturschutznetz über Freilandbeständen hält Wanzen und Eulenfalter fern.

Häufige Fragen

Warum sind plötzlich so viele Ameisen an meiner Tomate?

Ameisen ernähren sich vom Honigtau saugender Insekten. Wenn viele Ameisen an einer Tomate hochlaufen, finden Sie an den Triebspitzen fast immer Blattläuse.

Sind Blattläuse an Tomaten gefährlich für die Ernte?

Bei frühem Befall meist nicht. Erst starke, anhaltende Kolonien schwächen die Pflanze deutlich. Wer früh handelt, verliert keine Ernte.

Darf ich Neemöl an Tomaten anwenden?

Nur als zugelassenes Pflanzenschutzmittel, dessen Etikett die Kultur Tomate ausweist. Reines Neem- oder Niemöl aus dem Kosmetikregal ist nicht zugelassen. Beachten Sie die Anwendungs- und Wartezeiten des konkreten Produkts.

Was frisst Löcher in meine Tomaten?

Runde Löcher mit Kotkrümeln stammen meist von Eulenraupen, Löcher mit Schleimspuren an bodennahen Früchten von Nacktschnecken. Auch Vögel picken reife Früchte an. Betroffene Früchte entfernen, Raupen und Schnecken absammeln.

Hilft Brennnesselsud gegen Blattläuse an Tomaten?

Ein kalt angesetzter, nicht vergorener Brennnesselauszug (12–24 Stunden ziehen lassen) kann bei kleinem Befall unverdünnt gesprüht unterstützen. Vergorene Brennnesseljauche ist dagegen ein Dünger: nur 1:10 verdünnt gießen, nicht auf die Blätter sprühen.

Welche Düngung beugt Schädlingen am besten vor?

Eine bedarfsgerechte, eher zurückhaltende Stickstoffdüngung in mehreren kleinen Gaben — kombiniert mit gutem, humosem Boden und Mulch.

Sind eingerollte Tomatenblätter immer Schädlinge?

Nein. Eingerollte Blätter sind oft eine Reaktion auf Hitze, Trockenheit oder unregelmäßige Wasserversorgung — also keine Schädlinge. Sitzen an den eingerollten Triebspitzen aber kleine Tiere, sind es Blattläuse.

Quellen & Prüfung

Fachlich abgeglichen mit Pflanzenschutzdiensten der Landwirtschaftskammern und Gartenakademien. Hausmittel wie Schmierseifenlösung sind keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel; Neem-Präparate (Azadirachtin) sind im Haus- und Kleingarten nur für die auf dem Etikett genannten Kulturen zugelassen, Stand: September 2026 — Zulassung und Wartezeit auf der Produktverpackung beachten.

Hinweis zur Erstellung

Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.

Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten

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