Mückenlarven

Schnakenlarven (Tipulalarven) im Rasen erkennen und bekämpfen

Schnakenlarven sind die Larven der Wiesenschnaken (Gattung Tipula), umgangssprachlich auch Tipulalarven genannt. Es sind graubraune, lederhäutige, walzenförmige Larven im Boden, die an Graswurzeln und an der Grasnarbe fressen. Schäden treten vor allem im Spätsommer und Herbst sowie nach dem Winter auf. Häufig fällt zuerst der Sekundärschaden auf: Vögel picken und reißen den Rasen auf der Suche nach den Larven auf. Wichtig ist, Schnakenlarven klar von Engerlingen — den Larven verschiedener Käfer — zu unterscheiden, denn das richtige Nematoden-Präparat hängt davon ab.
Aktualisiert am 10. Juni 2026

Schnakenlarven erkennen

Graubraune, lederhäutige Larven ohne Beine — die Larven der Wiesenschnake.

Schnakenlarven sind die Larven der Wiesenschnaken (Gattung Tipula), nicht zu verwechseln mit den stechenden Stechmücken. Die erwachsene Wiesenschnake ist die große, langbeinige „Schnake“, die im Spätsommer durch Gärten taumelt — sie sticht nicht. Ihre Larven leben im Boden und haben ein sehr eigenes Aussehen:

  • graubraune bis erdfarbene Färbung, dadurch im Boden gut getarnt
  • walzenförmiger, etwas dicklicher Körper, der bis zur Verpuppung rund vier Zentimeter lang werden kann
  • eine zähe, lederartige Haut — daher der englische Name „leatherjackets“ und die deutsche Bezeichnung Lederjacken
  • keine Beine und keine deutlich abgesetzte Kopfkapsel

Ein verlässliches Bestimmungsmerkmal sitzt am Hinterende: Von hinten betrachtet zeigt sich eine dunkle Platte, die von sechs weißen, lappenartigen Fortsätzen umgeben ist — Fachleute nennen dieses Muster die „Teufelsfratze“. Kein Engerling hat dieses Merkmal.

Klar von Engerlingen unterscheiden

Schnakenlarve ist eine Mückenlarve, der Engerling eine Käferlarve.

Schnakenlarven werden im Rasen am häufigsten mit Engerlingen verwechselt, weil beide Wurzeln fressen und ähnliche braune Stellen verursachen. Biologisch sind es aber völlig verschiedene Tiere: Die Schnakenlarve ist die Larve einer Mücke (Wiesenschnake), der Engerling die Larve eines Käfers (etwa Gartenlaubkäfer, Mai- oder Junikäfer).

Die Unterscheidung gelingt mit drei Merkmalen:

  • Farbe und Haut: Schnakenlarven sind graubraun mit lederartiger Haut, Engerlinge dagegen weiß bis cremefarben.
  • Körperform und Haltung: Schnakenlarven sind walzenförmig und liegen gestreckt; Engerlinge sind kräftiger und liegen in Ruhe meist C-förmig gekrümmt.
  • Beine: Schnakenlarven haben keine Beine, Engerlinge tragen am Vorderkörper drei gut erkennbare Beinpaare und eine deutliche, gelb- bis braungefärbte Kopfkapsel.

Diese Abgrenzung ist nicht nur akademisch: Gegen Engerlinge des Gartenlaubkäfers werden HB-Nematoden eingesetzt, gegen Schnakenlarven dagegen die Arten Steinernema feltiae oder Steinernema carpocapsae. Die ausführliche Gegenüberstellung mit Tabelle finden Sie im Vergleich „Engerling oder Schnakenlarve“. Wie man Engerlinge im Detail bestimmt und welche Art geschützt ist, beschreibt der Steckbrief zu Engerlingen.

Schadbild im Rasen

Schnakenlarven fressen unterirdisch an Graswurzeln und nachts oder bei feuchtem Wetter auch an oberflächlichen Pflanzenteilen und der Grasnarbe. Das Schadbild ähnelt dem von Engerlingen:

  • gelblich-braune, kahle Flecken, oft nesterartig über die Fläche verteilt
  • vermindertes Wachstum und Welkesymptome trotz ausreichender Bewässerung
  • eine Grasnarbe, die sich an stark befallenen Stellen anheben lässt, weil die Wurzeln durchgefressen sind

Im frühen Stadium lässt sich der Schaden leicht mit Trockenheit verwechseln. Ein Blick unter die Narbe schafft Klarheit: Liegen dort graubraune, beinlose Larven, sind Schnakenlarven die Ursache. Zur Kontrolle kann man verdächtige Stellen abends wässern und mit einer lichtdichten Folie abdecken — am Morgen kommen die Larven oft an die Oberfläche.

Pickschäden durch Vögel als Frühwarnzeichen

Oft fällt der Befall zuerst durch die Vögel auf, nicht durch das braune Gras. Stare, Krähen und Möwen, regional auch Dachse und Wildschweine, suchen gezielt nach den eiweißreichen Larven und picken oder graben dabei die Grasnarbe auf.

Das typische Bild: Der Rasen wirkt morgens wie aufgehackt, einzelne Grasstücke sind herausgerissen, und über der Fläche fallen vermehrt Vögel ein. Diese Picksuche ist ein verlässliches Frühwarnzeichen — sie zeigt einen Larvenbestand an, oft bevor sich der Rasen sichtbar verfärbt.

Wichtig ist die richtige Deutung: Die Vögel sind nicht die Ursache des Schadens, sondern eine Folge des Larvenbefalls. Wer den Larvenbestand reduziert, beendet damit zugleich die Picksuche. Dasselbe Muster kennt man von Engerlingen, bei denen Krähen und Dachse nach den Larven graben.

Lebenszyklus und warum der Herbst entscheidend ist

Der Jahresverlauf erklärt, warum Schäden vor allem im Herbst und im Frühjahr sichtbar werden:

  • Die erwachsenen Wiesenschnaken schlüpfen ab etwa Mitte August und legen rasch ihre Eier in den Rasen. Ein Weibchen legt mehrere Hundert Eier.
  • Aus den Eiern schlüpfen nach rund zwei Wochen die jungen Larven. Schon im Herbst fressen sie an den Graswurzeln und bei feuchtem Wetter an der Oberfläche.
  • Über den Winter ruhen die Larven weitgehend; ihren Hauptfraß zeigen sie im Frühjahr, etwa im April und Mai, wenn sie ihre maximale Größe erreichen.
  • Danach ziehen sie sich tiefer in den Boden zurück, verpuppen sich und schlüpfen ab August als nächste Schnaken-Generation.

Für die Bekämpfung ist deshalb der Spätsommer und frühe Herbst das wichtigste Fenster: Dann sind die jungen Larven klein, empfindlich und fressen dicht unter der Oberfläche — genau dort, wo Nematoden sie erreichen.

Schnakenlarven bekämpfen

Eine Behandlung ist nur sinnvoll, wenn ein deutliches Schadbild und eine hohe Larvendichte vorliegen. Dann ist die schonendste und im Hausgarten praktikabelste Methode der Einsatz von Nützlings-Nematoden:

  • Gegen Schnakenlarven kommen die Arten Steinernema feltiae und Steinernema carpocapsae zum Einsatz. Steinernema carpocapsae wirkt gut bei Bodentemperaturen ab etwa 12 °C, Steinernema feltiae ist auch bei kühlerem Boden ab rund 8 °C aktiv und daher für die Herbstanwendung und das Frühjahr geeignet.
  • Das wichtigste Ausbringfenster liegt im Spätsommer und Herbst, etwa von Anfang September an, solange die jungen Larven nahe der Oberfläche fressen und der Boden noch ausreichend warm und feucht ist.
  • Die Nematoden werden in Wasser eingerührt und mit der Gießkanne ausgebracht; der Boden muss vor und nach der Anwendung feucht gehalten werden. Die genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung beschreibt die Seite „Nematoden einsetzen“.

Beachten Sie: Gegen Schnakenlarven sind nicht die HB-Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora) die richtige Wahl — diese werden gegen Engerlinge und Dickmaulrüssler eingesetzt. Achten Sie beim Kauf auf die lateinische Artbezeichnung und den ausgelobten Zielschädling. Ergänzend hilft Bodenbearbeitung: Vertikutieren und das Auflockern der Narbe stören die Larven und legen sie für Vögel frei. Chemische Pflanzenschutzmittel sind im Hausgarten nur einzusetzen, wenn sie ausdrücklich für diesen Anwendungsbereich zugelassen sind; die Gebrauchsanleitung ist verbindlich.

Schnakenlarven vorbeugen

Vorbeugung setzt an einer kräftigen Grasnarbe und an den Eiablagebedingungen an. Wiesenschnaken legen ihre Eier bevorzugt in feuchte, dichte Rasenflächen:

  • den Rasen im Spätsommer nicht dauerhaft staunass halten — eine zu feuchte Fläche begünstigt Eiablage und Larvenüberleben
  • regelmäßig mähen und vertikutieren, um Rasenfilz zu entfernen und die Narbe zu belüften
  • den Rasen kräftig und dicht halten; eine vitale Narbe steckt etwas Wurzelfraß besser weg und erholt sich schneller
  • natürliche Gegenspieler dulden: Vögel, die nach Larven suchen, sind aus Sicht des Befalls ein Helfer, auch wenn ihre Picksuche kurzfristig stört

Wie Sie den Rasen insgesamt widerstandsfähig pflegen, beschreibt die Seite zur Rasenpflege; Grundlagen zu gesundem Boden und kräftigem Wuchs finden Sie unter Bodenpflege und „Pflanzen stärken“.

Häufige Fragen

Was sind Schnakenlarven?

Schnakenlarven, auch Tipulalarven genannt, sind die Larven der Wiesenschnaken (Gattung Tipula). Es sind graubraune, lederhäutige, walzenförmige Larven ohne Beine, die im Boden an Graswurzeln und an der Grasnarbe fressen.

Wie unterscheide ich Schnakenlarven von Engerlingen?

Schnakenlarven sind graubraun, walzenförmig und beinlos; Engerlinge sind weiß bis cremefarben, C-förmig gekrümmt und haben drei Beinpaare sowie eine gelb- bis braungefärbte Kopfkapsel. Die Schnakenlarve ist eine Mückenlarve, der Engerling eine Käferlarve.

Warum picken plötzlich viele Vögel in meinem Rasen?

Stare, Krähen und Möwen suchen gezielt nach den eiweißreichen Schnakenlarven und reißen dabei die Grasnarbe auf. Die Pickschäden sind nicht die Ursache, sondern ein Frühwarnzeichen für einen Larvenbefall — oft bevor sich der Rasen verfärbt.

Wann ist die beste Zeit, Schnakenlarven zu bekämpfen?

Im Spätsommer und Herbst, etwa ab Anfang September, wenn die jungen Larven klein und empfindlich sind und dicht unter der Oberfläche fressen. Dann lassen sie sich mit Nematoden am wirksamsten erreichen, solange der Boden ausreichend warm und feucht ist.

Welche Nematoden helfen gegen Schnakenlarven?

Gegen Schnakenlarven werden Steinernema feltiae und Steinernema carpocapsae eingesetzt. Steinernema feltiae ist schon bei kühlerem Boden ab etwa 8 °C aktiv, Steinernema carpocapsae bei rund 12 °C und darüber. Die HB-Nematoden gegen Engerlinge sind hier nicht die richtige Wahl.

Sind Schnaken und ihre Larven gefährlich für Menschen?

Nein. Die erwachsenen Wiesenschnaken stechen nicht und sind harmlos. Auch die Larven sind für Menschen und Haustiere ungefährlich — sie schädigen nur den Rasen durch Wurzelfraß.

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