Pflanzengruppe
Schädlinge im Rasen erkennen und bekämpfen
Häufige Schädlinge im Rasen
Vom Wurzelfraß bis zum Erdhaufen — diese Verursacher kommen am häufigsten infrage.
Im Rasen treten einige typische Verursacher immer wieder auf. Wichtig ist, sie auseinanderzuhalten, weil sich daraus ganz unterschiedliche Maßnahmen ergeben:
- Engerlinge: Die Larven des Gartenlaubkäfers fressen die Graswurzeln im Boden. Folge ist eine braune, lose Grasnarbe, die den Halt verliert.
- Wiesenschnaken-Larven: Auch sie schädigen Wurzeln und Halmbasis und sorgen für kahle, braune Stellen.
- Wühlmäuse und Maulwurf: Beide werfen Erdhaufen auf. Der Maulwurf frisst aber keine Pflanzen, sondern Bodentiere — und er ist geschützt.
- Ameisen: Sie legen ihre Nester gern unter dem Rasen an und schieben dabei feine Erde nach oben.
Nicht jeder dieser Verursacher ist ein „Schädling“ im engeren Sinn, und nicht jeder darf bekämpft werden. Gerade beim Maulwurf entscheidet die richtige Bestimmung über das rechtlich Erlaubte.
Typische Symptome richtig deuten
Die Schadbilder im Rasen ähneln sich, lassen sich aber mit etwas Aufmerksamkeit unterscheiden:
- gelbe bis braune Flecken trotz ausreichender Bewässerung — ein Hinweis auf Wurzelfraß im Boden
- die Grasnarbe lässt sich teppichartig abheben oder aufrollen — typisch für Engerlinge, weil die Wurzeln durchgefressen sind
- aufgewühlte, aufgehackte Stellen durch Vögel, manchmal nachts durch den Dachs — diese Tiere suchen gezielt nach Larven, ihre Grabespuren sind also ein Befallshinweis
- Erdhaufen auf der Fläche — hier hilft der genaue Blick auf Form und Inhalt
Die Erdhaufen unterscheiden sich deutlich: Wühlmaushaufen sind eher flach und unregelmäßig und enthalten oft Pflanzenreste und Wurzelstücke. Maulwurfshaufen sind dagegen hoch aufgeworfen und kegelförmig und bestehen aus lockerer, feiner Erde ohne Pflanzenreste. Wer die Haufen aufmerksam ansieht, erkennt schon daran, welches Tier am Werk ist. Mehr dazu steht auf der Seite „Erdhaufen im Rasen“.
Engerlinge im Rasen bekämpfen
Im Rasen sind Engerlinge fast immer die Larven des Gartenlaubkäfers. So gehen Sie vor:
- Befall prüfen: An einer verdächtigen Stelle die Grasnarbe anheben und die weißlichen, gekrümmten Larven zählen. Erst eine deutliche Zahl rechtfertigt eine Behandlung.
- HB-Nematoden ausbringen: Die Fadenwürmer Heterorhabditis bacteriophora (HB-Nematoden) parasitieren die jungen Larven. Sie werden im Sommerfenster — etwa von Juli bis September bei ausreichend warmem Boden — mit dem Gießwasser ausgebracht. Die genaue Anleitung beschreibt die Seite „Nematoden einsetzen“.
- Rasen stärken: Eine kräftige, dichte Narbe steckt einen gewissen Wurzelfraß besser weg und erholt sich schneller.
Wichtig zur Abgrenzung: Nicht jeder Engerling ist ein Schädling. Die Engerlinge des geschützten Rosenkäfers etwa leben im Kompost und im Totholz, nicht in der Rasenfläche, und fressen dort abgestorbenes Material — sie sind nützlich und dürfen nicht bekämpft werden. Im Rasen mit Wurzelfraß handelt es sich dagegen um die Larven des Gartenlaubkäfers.
Maulwurf oder Wühlmaus? Der entscheidende Unterschied
Bei Erdhaufen im Rasen ist die Bestimmung rechtlich entscheidend, denn die beiden häufigsten Verursacher haben einen völlig unterschiedlichen Status.
Der Maulwurf ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonders geschützt. Er frisst ausschließlich Bodentiere wie Würmer und Insektenlarven, schädigt also keine Pflanzen — die Haufen sind ein optisches Ärgernis, kein Fraßschaden. Er darf nicht gefangen und nicht getötet werden. Erlaubt ist allein, ihn schonend zu vertreiben, etwa durch Störung mit Geruch oder Vibration.
Die Wühlmaus dagegen frisst Wurzeln, Zwiebeln und Knollen und richtet echten Schaden an. Sie ist kein geschütztes Tier und darf bekämpft werden. Verwechslungsgefahr besteht vor allem über die Erdhaufen — deshalb lohnt der genaue Vergleich, bevor Sie handeln. Eine ausführliche Gegenüberstellung mit allen Unterscheidungsmerkmalen bietet die Seite „Wühlmaus oder Maulwurf“.
Rasenpflege als beste Vorbeugung
Die wirksamste Vorbeugung gegen Rasenschädlinge ist eine dichte, gesunde Grasnarbe. Sie bietet dem Gartenlaubkäfer weniger offene Bodenstellen für die Eiablage und steckt einen leichten Befall besser weg:
- nicht zu kurz mähen — eine etwas längere Grasnarbe beschattet den Boden, hält ihn feuchter und verdrängt Lücken
- regelmäßig vertikutieren, um Rasenfilz zu entfernen und die Narbe zu belüften
- ausgewogen düngen, damit das Gras kräftig und dicht wächst — wie das gelingt, beschreibt die Seite „Richtig düngen“
- für einen lockeren, gesunden Boden sorgen, der ein tiefes Wurzelwerk ermöglicht; mehr dazu auf der Seite „Bodenpflege“
Eine dichte Narbe lässt dem Gartenlaubkäfer kaum Gelegenheit, seine Eier in offene Bodenstellen abzulegen. So senken Sie den Befallsdruck dauerhaft, ganz ohne Eingriff.
Häufige Fragen
Warum wird mein Rasen fleckig braun, obwohl ich gieße?
Braune Flecken trotz Bewässerung deuten oft auf Wurzelfraß durch Engerlinge oder Wiesenschnaken-Larven hin. Heben Sie an einer verdächtigen Stelle die Grasnarbe an: Lässt sie sich teppichartig abziehen und finden Sie weißliche Larven, sind Engerlinge die Ursache.
Wie unterscheide ich Maulwurfshaufen und Wühlmaushaufen?
Maulwurfshaufen sind hoch aufgeworfen, kegelförmig und bestehen aus feiner, lockerer Erde ohne Pflanzenreste. Wühlmaushaufen sind flacher, unregelmäßiger und enthalten oft Wurzelstücke und Pflanzenreste. Im Zweifel hilft die ausführliche Gegenüberstellung auf der Seite „Wühlmaus oder Maulwurf“.
Wann setze ich Nematoden gegen Engerlinge ein?
Im Sommerfenster, etwa von Juli bis September, wenn der Boden ausreichend warm ist und die jungen Larven angreifbar sind. Gegen Engerlinge im Rasen werden HB-Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora) mit dem Gießwasser ausgebracht.
Darf ich einen Maulwurf im Rasen bekämpfen?
Nein. Der Maulwurf ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt und darf weder gefangen noch getötet werden. Erlaubt ist nur das schonende Vertreiben. Er frisst ohnehin keine Pflanzen, sondern Bodentiere — die Haufen sind nur ein optisches Ärgernis.
Sind alle Engerlinge im Garten schädlich?
Nein. Im Rasen mit Wurzelfraß handelt es sich meist um Larven des Gartenlaubkäfers. Die Engerlinge des geschützten Rosenkäfers dagegen leben im Kompost und Totholz, fressen abgestorbenes Material und sind nützlich — sie dürfen nicht bekämpft werden.
Wie beuge ich Schädlingen im Rasen vor?
Mit einer dichten, gepflegten Grasnarbe. Nicht zu kurz mähen, regelmäßig vertikutieren und ausgewogen düngen, damit das Gras kräftig wächst. Eine geschlossene Narbe bietet dem Gartenlaubkäfer kaum offene Bodenstellen für die Eiablage.