Käferlarven

Drahtwürmer erkennen und bekämpfen

Drahtwürmer sind die Larven der Schnellkäfer (Elateridae), vor allem verschiedener Agriotes-Arten. Anders als die weichen, weißen Engerlinge sind sie hart, gelbbraun und drahtartig — daher der Name. Sie leben drei bis fünf Jahre im Boden und bohren schmale Gänge in Kartoffelknollen, Wurzeln und Sämlinge. Besonders auf Flächen nach Grünland-Umbruch treten sie verstärkt auf. Diese Seite hilft, Drahtwürmer sicher zu erkennen, von Engerlingen abzugrenzen und den Befall mit Köderfallen, Bodenbearbeitung und Fruchtfolge einzudämmen.
Aktualisiert am 4. September 2026
Gelbbrauner, drahtartiger Drahtwurm neben einer angefressenen Kartoffelknolle
Drahtwürmer sind hart und gelbbraun — das unterscheidet sie klar von weichen, weißen Engerlingen. · Symbolbild, KI-generiert

Drahtwürmer erkennen

Drahtwürmer sind die Larven verschiedener Schnellkäferarten (Elateridae), am häufigsten aus der Gattung Agriotes — etwa Saatschnellkäfer, Dunkler Humusschnellkäfer und Garten-Humusschnellkäfer. Die erwachsenen Käfer sind etwa sieben bis zehn Millimeter lang, langgestreckt, flach und unauffällig braun bis schwarzbraun. Legt man sie auf den Rücken, schnellen sie sich mit einem hörbaren Klick in die Luft — daher der Name Schnellkäfer. Die Käfer selbst richten keinen nennenswerten Schaden an.

Die Larven, also die eigentlichen Drahtwürmer, sind unverwechselbar:

  • dünn, langgestreckt und drahtartig steif
  • gelb bis gelbbraun gefärbt mit fester, harter, glänzender Außenhaut
  • bis ausgewachsen rund zweieinhalb bis drei Zentimeter lang
  • mit dunkelbraunem Kopf und meist zugespitztem Hinterleibsende
  • drei sehr kurze Beinpaare direkt hinter dem Kopf, die auf den ersten Blick kaum auffallen

Genau diese feste, harte Außenhaut und die gestreckte Form geben ihnen den Namen. Wer eine Larve aufnimmt, spürt sofort, dass sie deutlich fester und zäher ist als eine weiche, fleischige Engerlingslarve.

Die Entwicklung vom Ei zum Käfer dauert meist drei bis fünf Jahre, die gesamte Zeit verbringt die Larve im Boden. Dabei wandert sie mit Feuchtigkeit und Temperatur: Im Frühjahr und wieder im Spätsommer und Herbst hält sie sich oberflächennah im Wurzel- und Knollenbereich auf, bei Sommerhitze und Trockenheit zieht sie sich in tiefere, feuchtere Schichten zurück. Deshalb findet man Drahtwürmer beim Umgraben vor allem im Frühjahr und Herbst, und deshalb fallen die Schäden an Kartoffeln vor allem gegen Ende der Saison auf.

Wichtig: von Engerlingen unterscheiden

Die Verwechslung führt zu falschen Maßnahmen.

Drahtwürmer werden im Boden oft mit Engerlingen verwechselt, dabei sind es ganz unterschiedliche Tiere mit unterschiedlichem Vorgehen. Die wichtigsten Unterschiede:

  • Drahtwurm: hart, dünn, langgestreckt, gelb- bis gelbbraun, drahtartig steif
  • Engerling: weich, dick, fleischig, weiß bis cremefarben, in Ruhe C-förmig gekrümmt

Die Unterscheidung ist wichtig, weil nicht jede Larve ein Schädling ist. Unter den Engerlingen ist zum Beispiel die Larve des Rosenkäfers ein geschützter Nützling, der nur totes Material zersetzt und nicht bekämpft werden darf. Wer einen weichen, weißen Engerling im Kompost findet, sollte ihn also keinesfalls als Drahtwurm behandeln. Wie Sie die verschiedenen Engerlinge sicher bestimmen und welche geschützt sind, beschreibt die Seite zu den Engerlingen ausführlich.

Drahtwürmer wiederum lassen sich mit den räuberischen Larven von Laufkäfern und Kurzflüglern verwechseln, die Nützlinge sind. Diese tragen jedoch häufig zangenartige Anhänge am Hinterleib und bewegen sich flink, während Drahtwürmer eher träge wirken.

Gelbliche Drahtwürmer bohren sich in eine braune Kartoffelknolle.
Die typischen runden Bohrlöcher der Drahtwürmer mindern die Lagerfähigkeit und Qualität der Kartoffelernte. · Symbolbild, KI-generiert

Schäden an Kartoffeln, Wurzeln und Sämlingen

Drahtwürmer fressen unterirdisch an Wurzeln und an bodennahen Pflanzenteilen. An Kartoffeln ist das Schadbild typisch:

  • schmale, oft verkorkte Bohrgänge von etwa zwei bis drei Millimetern Durchmesser, die tief in die Knolle führen
  • das einzelne Drahtwurmloch ist rund und scharf umrandet, häufig sitzen mehrere Löcher an einer Knolle
  • durch die Fraßgänge können zusätzlich Fäulniserreger in die Knolle eindringen

So grenzen Sie den Schaden von anderen Knollenfressern ab: Nacktschnecken hinterlassen größere, unregelmäßige Höhlungen, oft mit Schleimresten und mit dem Tier noch im Loch. Engerlinge und Wühlmäuse nagen breite, flache Fraßmulden oder ganze Knollenteile ab. Die kleinen, tiefen, wie gebohrt wirkenden Löcher dagegen sind typisch für Drahtwürmer.

Betroffen sind aber nicht nur Kartoffeln: Auch Möhren, Salat, Zwiebeln, Mais sowie junge Sämlinge und Wurzeln vieler Kulturen werden geschädigt. Bei Sämlingen kann der Wurzelfraß zum Welken und Absterben führen; oft sind die Wurzeln unterhalb der Erdoberfläche angefressen oder durchtrennt.

Besonders ärgerlich ist der Schaden an Speisekartoffeln, weil schon wenige durchbohrte Knollen die Qualität der ganzen Ernte mindern. Der Großteil der Bohrlöcher entsteht ab dem Spätsommer, wenn die Larven wieder in die oberen Bodenschichten aufsteigen und die Knollen groß und saftig sind. Bei Trockenheit verstärkt sich der Befall oft, weil die Larven dann die wasserreichen Knollen und Wurzeln gezielt aufsuchen.

Warum besonders nach Grünland-Umbruch?

Drahtwürmer treten verstärkt dort auf, wo der Boden zuvor über längere Zeit dicht bewachsen war. Die Schnellkäfer-Weibchen legen ihre Eier bevorzugt in Flächen mit schützender Pflanzendecke — also in Grünland, mehrjähriges Kleegras, verkrautete Bestände und Brachen.

Das macht frisch umgebrochenes Grünland zur Risikofläche: In der dichten Grasnarbe konnten sich über Jahre Larven ansammeln, und weil ein Drahtwurm mehrere Jahre im Boden lebt, sind beim Umbruch oft alle Altersstufen gleichzeitig vorhanden. Werden auf so einer Fläche direkt Kartoffeln gesetzt, treffen die Knollen auf einen hohen Larvenbestand.

Deshalb gilt im Garten wie im Anbau: Nach dem Umbruch von Rasen, Wiese oder einer lange brachliegenden Ecke sollte man auf einer solchen Fläche in den ersten Jahren möglichst keine empfindlichen Knollen- und Wurzelkulturen wie Kartoffeln setzen. Besser geeignet sind in dieser Phase Kulturen, die weniger anfällig sind, etwa Kohlarten, Bohnen oder Erbsen. Wer die Fläche im ersten Jahr mehrfach gründlich bearbeitet und offen hält, statt sie sofort dicht zu bepflanzen, beschleunigt den Rückgang der Larven zusätzlich.

Halbiertes Kartoffelstueck als Koederfalle in dunkler Gartenerde vergraben.
Mit eingegrabenen Kartoffelhälften lässt sich ein Drahtwurmbefall vor der Pflanzung einfach und effektiv nachweisen. · Symbolbild, KI-generiert

Befall feststellen mit Köderfallen

Ob und wie stark eine Fläche befallen ist, lässt sich mit einfachen Köderfallen abschätzen. Drahtwürmer werden von keimenden Pflanzen und von wasserreichen Knollen angelockt:

  • halbierte Kartoffeln oder Stücke von Möhren als Köder in den Boden eingraben, etwa eine Handbreit (rund zehn Zentimeter) tief, Schnittfläche nach unten
  • pro Beet mehrere Köder verteilen, etwa drei bis fünf auf eine Fläche von zehn Quadratmetern, damit das Ergebnis nicht vom Zufall abhängt
  • die Stelle mit einem Stab markieren und nach rund sieben bis vierzehn Tagen wieder ausgraben
  • die Köder umdrehen, aufschneiden und auf eingebohrte Drahtwürmer kontrollieren; auch die Erde direkt um den Köder durchsuchen

Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr ab etwa April, wenn der Boden sich auf acht bis zehn Grad erwärmt hat und die Larven wieder oberflächennah aktiv sind — also rechtzeitig vor dem Legen der Kartoffeln. Eine Abdeckung des Köderplatzes mit einem umgedrehten Blumentopf oder einem Stück dunkler Folie erwärmt den Boden zusätzlich und lockt die Larven an. Alternativ kann auch keimendes Getreide als Köder dienen: eine Handvoll Weizen- oder Maiskörner über Nacht quellen lassen, eingraben und nach etwa zehn Tagen die Wurzeln und die Erde darum absuchen. Die Funde zeigen nicht nur, ob Drahtwürmer aktiv sind, sondern über die Größe der Larven auch, ob ein eher junger oder ein mehrjähriger Befall mit verschiedenen Altersstufen vorliegt.

Eine feste Schadschwelle für den Hausgarten gibt es nicht. Als Faustregel: Finden Sie an mehreren Ködern Larven, ist auf dieser Fläche in dieser Saison mit Knollenschäden zu rechnen — dann lieber eine weniger anfällige Kultur setzen. Einzelne Köderfallen entfernen den Befall nicht, sie sind ein Diagnosewerkzeug. Wer die Köder regelmäßig austauscht und die gefundenen Larven absammelt, verringert den Bestand allerdings nebenbei ein wenig.

Bodenbearbeitung, Fruchtfolge und Ernte

Drahtwürmer lassen sich im Garten nicht mit einem einzelnen Mittel beseitigen — wirksam ist eine Kombination aus Bodenbearbeitung, Fruchtfolge und richtigem Erntezeitpunkt:

  • regelmäßige, gründliche Bodenbearbeitung im Frühjahr und Spätsommer, wenn die Larven oberflächennah sind, stört sie, legt sie für Vögel und Hühner frei und senkt den Bestand mit der Zeit; dabei gefundene Larven absammeln
  • nach Grünland-Umbruch zwei bis drei Jahre, besser länger, keine Kartoffeln auf die Fläche setzen
  • eine durchdachte Fruchtfolge mit hohem Anteil weniger anfälliger Kulturen einplanen; als eher wenig anfällig gelten Kohlarten, Bohnen und Erbsen, während Getreide als unmittelbare Vorfrucht eher zu meiden ist, weil die Käfer ihre Eier gern in grasartige Bestände legen
  • die Beete unkrautfrei halten und im Sommer keine dichte Gründüngung aus Gräsern oder Klee stehen lassen, da dichter Bewuchs die Eiablage begünstigt
  • auf befallenen Flächen frühe Sorten wählen und schalenfeste Kartoffeln frühzeitig ernten, statt sie bis in den Herbst im Boden zu lassen — der Großteil der Bohrlöcher entsteht ab dem Spätsommer

Pflanzenschutzmittel spielen im Hausgarten keine Rolle: Nach unserem Kenntnisstand ist in Deutschland kein Mittel gegen Drahtwürmer für den Haus- und Kleingarten zugelassen. Im Erwerbsanbau werden unter anderem Präparate mit insektenpathogenen Pilzen (Metarhizium) erprobt und zeitweise über Notfallzulassungen eingesetzt; für den Garten sind sie weder verfügbar noch zugelassen. Prüfen Sie den aktuellen Stand im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL, bevor Sie einem Produktversprechen glauben. Auch Hausmittel wie Kalk oder Kaffeesatz haben keine belegte Wirkung gegen die Larven.

Gute Bodenpflege wirkt hier doppelt: Sie fördert das Bodenleben und damit auch Gegenspieler wie Laufkäfer, deren Larven Drahtwürmer fressen. Wie Sie den Boden dauerhaft lebendig und in guter Struktur halten, beschreibt der Ratgeber zur Bodenpflege. Gegen Engerlinge im Rasen werden mitunter Nützlings-Nematoden eingesetzt; gegen die hartschaligen Drahtwürmer ist ihre Wirkung deutlich geringer, sodass im Garten Bodenbearbeitung und Fruchtfolge im Vordergrund stehen, wie die Seite zu Nematoden einordnet.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich Drahtwürmer?

An ihrer harten, drahtartig steifen Form, der gelb- bis gelbbraunen Färbung, dem langgestreckten Körper und dem dunkelbraunen Kopf. Ausgewachsen werden sie rund zweieinhalb bis drei Zentimeter lang.

Wie unterscheide ich Drahtwürmer von Engerlingen?

Drahtwürmer sind hart, dünn, gestreckt und gelbbraun. Engerlinge sind weich, dick, fleischig, weiß und C-förmig gekrümmt. Manche Engerlinge wie die Rosenkäfer-Larve sind sogar geschützte Nützlinge und dürfen nicht bekämpft werden.

Was richten Drahtwürmer an Kartoffeln an?

Sie bohren schmale, oft verkorkte Gänge mit scharf umrandeten Löchern in die Knollen. Schon wenige durchbohrte Kartoffeln mindern die Qualität, und durch die Fraßgänge können Fäulniserreger eindringen.

Warum habe ich nach dem Umgraben einer Rasenfläche so viele Drahtwürmer?

Schnellkäfer legen ihre Eier gern in dicht bewachsene Flächen wie Rasen und Wiese. Weil die Larven drei bis fünf Jahre im Boden leben, sammeln sich dort viele Altersstufen an. Nach dem Umbruch sollte man deshalb zwei bis drei Jahre, besser länger, keine Kartoffeln auf die Fläche setzen.

Gibt es ein Mittel gegen Drahtwürmer im Hausgarten?

Nach unserem Kenntnisstand ist in Deutschland kein Pflanzenschutzmittel gegen Drahtwürmer für den Haus- und Kleingarten zugelassen, und Hausmittel wie Kalk oder Kaffeesatz haben keine belegte Wirkung. Wirksam ist die Kombination aus Bodenbearbeitung, Fruchtfolge, Köderfallen und früher Ernte. Den Zulassungsstand prüfen Sie im Verzeichnis des BVL.

Wann fressen Drahtwürmer an den Kartoffeln?

Vor allem im Frühjahr und ab dem Spätsommer, wenn die Larven oberflächennah aktiv sind. Die meisten Bohrlöcher entstehen im August und September an den fertigen Knollen. Wer auf befallenen Flächen früh erntet, entgeht einem großen Teil des Schadens.

Wie stelle ich fest, ob mein Beet befallen ist?

Mit Köderfallen: Graben Sie halbierte Kartoffeln oder Möhrenstücke ein, markieren Sie die Stelle und kontrollieren Sie sie nach etwa zehn Tagen auf eingebohrte Drahtwürmer.

Was hilft am besten gegen Drahtwürmer im Garten?

Eine Kombination aus regelmäßiger Bodenbearbeitung, durchdachter Fruchtfolge, dem Meiden von Kartoffeln nach Grünland-Umbruch und frühzeitiger Ernte. Ein einzelnes Mittel beseitigt Drahtwürmer im Hausgarten nicht.

Quellen & Prüfung

Fachlich abgeglichen mit oekolandbau.de (Drahtwurm/Agriotes an Kartoffel) und dem Julius Kühn-Institut (JKI). Empfehlung, nach Grünland-Umbruch mehrere Jahre keine Kartoffeln zu setzen, nach Ökolandbau/JKI. Zulassungsstand von Pflanzenschutzmitteln vor einer Anwendung stets im BVL-Verzeichnis prüfen.

Hinweis zur Erstellung

Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.

Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten

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