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Wühlmaus oder Maulwurf – die Hügel richtig deuten

Erdhügel im Rasen stammen fast immer von der Wühlmaus oder vom Maulwurf — und die Unterscheidung ist mehr als Kosmetik. Die Wühlmaus frisst Wurzeln und darf bekämpft werden; der Maulwurf frisst ausschließlich Insekten, schadet keiner Pflanze und steht nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter besonderem Schutz. Hügelform, Gangverlauf und die Wühlprobe verraten zuverlässig, wer bei Ihnen gräbt.
Aktualisiert am 5. Juni 2026

Direktvergleich auf einen Blick

Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale in einer Tabelle.

Die folgende Tabelle stellt beide Tiere nebeneinander. Meist genügen zwei Blicke: Wie ist der Hügel geformt, und wo liegt die Gangöffnung?

MerkmalWühlmausMaulwurf
Hügelformflach und länglich, unregelmäßig, oft mit Wurzel- und Pflanzenresten durchsetzthoch und rund, kraterförmig aufgeworfen, aus feinkrümeliger, sauberer Erde
Lage des Gangsmündet seitlich, meist neben oder am Rand des Haufensliegt mittig senkrecht unter dem Hügel — das zentrale Loch ist typisch
Gangquerschnitthochoval (höher als breit), dicht unter der Oberflächerund, oft tiefer liegend und weit verzweigt
ErnährungPflanzenfresser: Wurzeln, Knollen, Zwiebeln, RindeInsektenfresser: Regenwürmer, Engerlinge, Insektenlarven — frisst keine Wurzeln
Schaden im Gartenfrisst Wurzeln und Blumenzwiebeln, kann Obstbäume und Gemüsebeete schwer schädigennur kosmetisch (Hügel im Rasen) — als Insektenjäger und Bodenlockerer sogar nützlich
Rechtsstatusnicht geschützt — darf mit zulässigen Mitteln bekämpft werdennach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt — nur sanfte Vergrämung erlaubt
Verwühlprobe (Gang geöffnet)verschließt den Gang meist binnen weniger Stunden sauber von innenlässt den Gang oft offen oder schiebt erst nach längerer Zeit lose Erde nach

Die Wühlprobe Schritt für Schritt

Wenn die Hügelform keinen eindeutigen Befund liefert — etwa weil die Haufen verwittert sind oder beide Tiere im selben Garten graben —, entscheidet die Wühlprobe (Verwühlprobe). Sie nutzt einen Verhaltensunterschied: Die Wühlmaus duldet keine offenen Gänge, der Maulwurf reagiert deutlich gelassener.

  • Suchen Sie einen frisch genutzten Gang, erkennbar an frischen Haufen oder leicht eingesunkenen Laufspuren.
  • Öffnen Sie den Gang mit dem Spaten auf etwa 20 bis 30 Zentimetern Länge und entfernen Sie die Erde aus der Öffnung, sodass der Gang frei liegt.
  • Markieren Sie die Stelle und lassen Sie sie unberührt.
  • Kontrollieren Sie nach einigen Stunden und noch einmal am nächsten Tag.

Ist der Gang von innen wieder sauber verschlossen und glatt verbaut, war eine Wühlmaus am Werk. Bleibt er offen oder wird nur nachlässig mit lockerer Erde zugeschoben, deutet das auf den Maulwurf hin. Bei unklarem Ergebnis wiederholen Sie die Probe an einer anderen Stelle des Gangsystems — erst ein eindeutiger Befund rechtfertigt Bekämpfungsmaßnahmen.

Maulwurf: die Rechtslage

Besonders geschützt nach Bundesnaturschutzgesetz.

Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) gehört nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) zu den besonders geschützten Arten. Daraus folgt ein klares Verbot: Maulwürfe dürfen weder gefangen noch verletzt oder getötet werden, und auch ihre Baue — also das Gangsystem mit Nest- und Vorratskammern — dürfen nicht beschädigt oder zerstört werden.

Erlaubt ist ausschließlich sanftes Vertreiben, das das Tier nicht verletzt: Geräusche, Gerüche und Bodenvibration sind zulässige Mittel. Fallen jeder Art, Gift, das Fluten oder Ausgraben der Gänge sind beim Maulwurf dagegen verboten — auch Lebendfallen, denn schon das Fangen ist untersagt.

Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten und können je nach Bundesland mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden, in schweren Fällen bis in den fünfstelligen Bereich. Hinzu kommt: Der Maulwurf ist im Garten kein Schädling. Er frisst keine Wurzeln, vertilgt stattdessen Engerlinge, Schnakenlarven und andere Bodenschädlinge und lockert mit seinen Gängen den Boden. Sein einziger „Schaden“ sind die Hügel im Rasen.

Was tun bei Wühlmaus?

Hat die Wühlprobe die Wühlmaus bestätigt, dürfen und sollten Sie handeln, bevor Obstbäume und Beete Schaden nehmen:

  • Zangen- oder Kastenfallen in frisch genutzte Gänge setzen — mit Handschuhen arbeiten und mit Möhre oder Sellerie beködern
  • die Fallenöffnung lichtdicht abdecken und Fallen mindestens zweimal täglich kontrollieren
  • Neupflanzungen von Obstbäumen, Rosen und Stauden mit engmaschigen Drahtkörben schützen, Hochbeete von unten mit Draht sichern
  • Vergrämung mit Geruch oder Schall allenfalls begleitend einsetzen — eine zuverlässige Dauerwirkung hat sie nicht
  • zugelassene Köderpräparate nur als letzte Option, exakt nach Gebrauchsanleitung und unzugänglich für Haustiere und Wildtiere

Die ausführliche Anleitung zum Fallenstellen, zum Schadbild und zur Vorbeugung finden Sie im Steckbrief „Wühlmäuse erkennen, vertreiben und bekämpfen“.

Was tun bei Maulwurf?

Beim Maulwurf ist die Antwort kurz: vertreiben oder tolerieren — mehr ist nicht erlaubt und meist auch nicht nötig. Wenn die Hügel im Rasen stören, kommen ausschließlich sanfte Vergrämungsmethoden infrage:

  • Lärm und Vibration: regelmäßiges Betreten und Bearbeiten der Fläche, in den Boden gesteckte Stäbe mit klappernden Elementen oder solarbetriebene Vibrationsgeräte — die Wirkung ist allerdings unzuverlässig und oft nur vorübergehend
  • Gerüche: in die Gänge gelegte stark riechende Substanzen wie verdünnte Buttersäurepräparate aus dem Fachhandel, Knoblauch oder vergorene Brennnesseljauche; regelmäßig erneuern
  • Hügel einfach abtragen: die feinkrümelige Maulwurfserde ist hervorragende Blumenerde, die Stelle lässt sich glattrechen und nachsäen

Realistisch betrachtet kehren Maulwürfe nach Vergrämungsaktionen häufig zurück oder weichen nur wenige Meter aus. Da ein Maulwurfsrevier in der Regel von einem einzelnen Tier bewohnt wird, das Engerlinge und andere Schädlinge frisst, ist Gelassenheit oft die beste Strategie: Hügel abtragen, Rasen pflegen — und den nützlichen Untermieter gewähren lassen.

Wenn beide im Garten graben

Wühlmaus und Maulwurf schließen sich nicht aus — im Gegenteil: Wühlmäuse übernehmen gern verlassene oder sogar aktive Maulwurfsgänge, weil ihnen das eigene Grabarbeit erspart. Finden Sie also gleichzeitig hohe runde Hügel und flache längliche Haufen, sind vermutlich beide Arten aktiv.

In diesem Fall gilt: Jede Maßnahme muss sich eindeutig gegen die Wühlmaus richten. Setzen Sie Fallen nur in Gänge, die per Wühlprobe als Wühlmausgänge bestätigt wurden — am sichersten in die flachen, hochovalen Gänge nahe der Oberfläche, nicht in die tiefen runden Maulwurfsröhren. Gerät versehentlich ein Maulwurf in eine Wühlmausfalle, kann das als Verstoß gegen das Naturschutzrecht gewertet werden; die sorgfältige Bestimmung schützt daher auch Sie selbst.

Langfristig hilft es, beiden Tieren die Lebensgrundlage unattraktiver zu machen: Drahtkörbe schützen Pflanzen vor der Wühlmaus, und ein gepflegter, regelmäßig betretener Rasen mit gesundem Bodenleben ohne Engerling-Überbestand ist auch für den Maulwurf weniger interessant.

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich Wühlmaushaufen von Maulwurfshügeln am schnellsten?

Am Loch und an der Form: Maulwurfshügel sind hoch, rund und haben die Gangöffnung mittig senkrecht darunter. Wühlmaushaufen sind flach, länglich, enthalten oft Pflanzenreste, und der Gang mündet seitlich neben dem Haufen.

Frisst der Maulwurf Wurzeln oder Blumenzwiebeln?

Nein. Der Maulwurf ist reiner Insektenfresser und ernährt sich von Regenwürmern, Engerlingen und anderen Bodentieren. Angefressene Wurzeln oder verschwundene Blumenzwiebeln gehen praktisch immer auf die Wühlmaus zurück.

Darf ich einen Maulwurf fangen und umsiedeln?

Nein. Schon das Fangen ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, auch mit Lebendfallen und in guter Absicht. Erlaubt ist nur sanftes Vertreiben mit Geräuschen, Gerüchen oder Bodenvibration. Verstöße können je nach Bundesland hohe Bußgelder nach sich ziehen.

Wie lange dauert die Wühlprobe?

Meist reichen wenige Stunden: Eine Wühlmaus verschließt den geöffneten Gang oft noch am selben Tag. Kontrollieren Sie sicherheitshalber auch am Folgetag — bleibt der Gang offen, spricht das für den Maulwurf, und Fallen sind tabu.

Kann ich Wühlmausfallen einsetzen, wenn auch ein Maulwurf im Garten ist?

Nur mit großer Sorgfalt: Setzen Sie Fallen ausschließlich in Gänge, die die Wühlprobe eindeutig als Wühlmausgänge bestätigt hat — also in die flachen, hochovalen Gänge dicht unter der Oberfläche. So vermeiden Sie, versehentlich den geschützten Maulwurf zu fangen.

Ist der Maulwurf im Garten eigentlich nützlich?

Ja. Er frisst Engerlinge, Schnakenlarven und andere Bodenschädlinge, lockert den Boden und zeigt mit seiner Anwesenheit ein intaktes Bodenleben an. Sein einziger Nachteil sind die Hügel — deren feinkrümelige Erde sich gut als Blumen- oder Anzuchterde weiterverwenden lässt.

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