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Schädlinge an Kartoffeln erkennen und vorbeugen

Schädlinge an Kartoffeln sind überschaubar, aber markant: der Kartoffelkäfer am Laub, Drahtwürmer an den Knollen und Blattläuse an den Trieben, dazu je nach Garten Nacktschnecken und Wühlmäuse. Daneben gibt es Probleme, die wie Schädlingsbefall aussehen, in Wahrheit aber Krankheiten sind — allen voran die Kraut- und Knollenfäule, ausgelöst von einem pilzähnlichen Erreger. Diese Übersichtsseite ordnet die wichtigsten Schädlinge ein, grenzt sie von der Krautfäule ab und zeigt, wie Fruchtfolge, Vorkeimen und Anhäufeln den Druck senken.
Aktualisiert am 4. September 2026
Kartoffelpflanzen mit gesundem grünem Laub im Beet
Kartoffeln haben wenige, aber markante Schädlinge — und einige Probleme, die gar keine Schädlinge sind. · Symbolbild, KI-generiert

Häufige Schädlinge an Kartoffeln

Drei Schädlinge stehen klar im Vordergrund.

Kartoffeln haben überschaubar viele, aber markante Schädlinge. Drei treten regelmäßig auf:

  • Kartoffelkäfer: der gelb-schwarz gestreifte Käfer und vor allem seine roten Larven fressen am Laub bis zum Kahlfraß. Die orangeroten Eigelege sitzen an der Blattunterseite.
  • Drahtwürmer: die harten, gelbbraunen Larven der Schnellkäfer bohren schmale Gänge in die Knollen. Sie treten verstärkt nach Grünland-Umbruch auf.
  • Blattläuse: kleine grüne oder schwarze Tiere an Triebspitzen und Blattunterseiten; sie schwächen die Pflanze und können Viren übertragen. Der Saugschaden selbst bleibt im Hausgarten meist gering; problematischer ist die Virusübertragung, wenn Sie Knollen aus eigener Ernte über Jahre als Pflanzgut weiterverwenden. Dann lassen Ertrag und Vitalität allmählich nach — gelegentlich zertifiziertes Pflanzgut nachzukaufen beugt dem vor.

Je nach Garten kommen weitere Knollenfresser hinzu: Nacktschnecken höhlen Knollen unregelmäßig aus und fressen Löcher ins Laub, Wühlmäuse nagen Knollen an oder tragen sie ganz ab, und Engerlinge hinterlassen breite Fraßmulden. Die Schäden lassen sich gut auseinanderhalten: Der Kartoffelkäfer arbeitet oberirdisch am Laub, Drahtwürmer, Schnecken und Wühlmäuse unterirdisch an den Knollen — und die Form der Fraßstelle verrät den Verursacher. Detailseiten zu den einzelnen Schädlingen verlinken wir in den folgenden Abschnitten.

Kartoffelkäfer: der Laubfresser

Der Kartoffelkäfer ist der bekannteste Kartoffelschädling. Sein gelb-schwarz gestreifter Panzer ist unverwechselbar, doch die eigentlichen Schädiger sind die roten, schwarz gepunkteten Larven. Sie können eine Pflanze in der Knollenbildung bis zum Kahlfraß abfressen und so den Ertrag stark mindern.

Der Zeitplan ist jedes Jahr ähnlich: Die überwinterten Käfer erscheinen ab etwa Mai aus dem Boden, sobald die Kartoffeln auflaufen. Kurz darauf sitzen die ersten orangegelben Eipakete an den Blattunterseiten, ab Juni fressen die Larven, und in warmen Sommern folgt eine zweite Generation. Neben Kartoffeln befällt der Käfer auch Tomaten und Auberginen.

Im Hausgarten ist das regelmäßige Absammeln von Käfern, Larven und Eigelegen die wirksamste Methode — in der Hauptzeit am besten alle zwei bis drei Tage, immer mit Blick auf die Blattunterseiten. Pflanzenschutzmittel auf Neem- oder Bt-Basis wirken nur gegen junge Larven, sind hier selten nötig und dürfen nur mit aktueller Zulassung gegen den Kartoffelkäfer eingesetzt werden.

Wie Sie die einzelnen Stadien erkennen, das Schadbild einordnen und richtig absammeln, beschreibt die ausführliche Seite zum Kartoffelkäfer.

Larve des Kartoffelkäfers frisst an einem grünen Kartoffelblatt.
Die rot-orangefarbenen Larven des Kartoffelkäfers können ganze Kartoffelpflanzen innerhalb weniger Tage kahlfressen. · Symbolbild, KI-generiert

Drahtwürmer: die Knollenbohrer

Drahtwürmer sind die harten, gelbbraunen, drahtartigen Larven der Schnellkäfer. Sie leben drei bis fünf Jahre im Boden und bohren schmale, scharf umrandete Gänge von wenigen Millimetern Durchmesser in die Kartoffelknollen. Schon wenige durchbohrte Knollen mindern die Qualität der Ernte, und über die Gänge dringen Fäulniserreger ein.

Besonders gefährdet sind Flächen nach Grünland-Umbruch oder mehrjährigem Kleegras, weil sich dort über Jahre viele Larven ansammeln — im Garten also typischerweise das Beet, das aus einem Stück Rasen entstanden ist. Wer den Befall einschätzen will, gräbt im Frühjahr Köder aus halbierten Kartoffeln oder Möhrenstücken ein und kontrolliert sie nach etwa ein bis zwei Wochen. Der Großteil der Bohrlöcher entsteht ab dem Spätsommer, wenn die Larven wieder oberflächennah fressen; auf befallenen Flächen lohnt deshalb eine frühe Ernte. Ein zugelassenes Mittel für den Hausgarten gibt es nach unserem Kenntnisstand nicht, wirksam sind Bodenbearbeitung und Fruchtfolge.

Wichtig ist die Abgrenzung zu den weichen, weißen Engerlingen, von denen einige sogar geschützte Nützlinge sind. Die Unterschiede erklären die Seiten zu den Drahtwürmern und zum Vergleich von Engerling und Drahtwurm.

Krautfäule abgrenzen — eine Krankheit, kein Schädling

Das häufigste Kartoffelproblem ist gar kein Insekt.

Das wirtschaftlich wichtigste Kartoffelproblem überhaupt ist kein Schädling: die Kraut- und Knollenfäule, ausgelöst durch Phytophthora infestans. Der Erreger ist ein pilzähnlicher Organismus aus der Gruppe der Eipilze (Oomyceten), also weder ein Insekt noch ein echter Pilz. Weil die Krankheit oft mit Schädlingsbefall verwechselt wird, lohnt die klare Abgrenzung.

So erkennen Sie die Krautfäule:

  • braune, unscharf begrenzte Flecken auf Blättern und Stängeln
  • bei feuchter Witterung ein weißlich-grauer Belag auf der Blattunterseite
  • an den Knollen grau-bläuliche, eingesunkene Stellen mit braun verfärbtem Gewebe darunter

Das ist ein klares Krankheitsbild, kein Fraßschaden. Während gegen Schädlinge Absammeln, Fruchtfolge und Nützlinge helfen, geht es bei der Krautfäule um die Vermeidung von Blattnässe: luftiger Stand mit ausreichenden Abständen, von unten gießen statt über das Laub, befallenes Kraut frühzeitig entfernen und Kartoffeln trocken ernten und einlagern. Anhäufeln schützt die Knollen, weil die Sporen vom Laub mit dem Regen in den Boden gewaschen werden und eine dicke Erdschicht die Knollen abschirmt. Ist das Kraut stark befallen, schneiden Sie es bodennah ab und entsorgen es; die Knollen bleiben dann noch etwa zwei Wochen im Boden, damit die Schale fest wird und die Sporen an der Oberfläche absterben. Vorbeugend helfen außerdem robuste Sorten, Frühkartoffeln, die vor dem Hauptbefall geerntet werden, und eine weite Fruchtfolge.

Wichtig ist also: Fraßlöcher und Larven deuten auf Schädlinge, braune Flecken mit Belag auf die Krautfäule. Wer das auseinanderhält, wählt von vornherein die richtige Maßnahme.

Hände häufeln Erde an die Stauden junger Kartoffelpflanzen im Gemüsebeet an.
Regelmäßiges Anhäufeln und eine durchdachte Fruchtfolge senken den Schädlingsdruck im Kartoffelbeet. · Symbolbild, KI-generiert

Anbau und Vorbeugung

Viele Kartoffelprobleme lassen sich über den Anbau entschärfen. Die wichtigsten Bausteine:

  • Fruchtfolge: Kartoffeln nur alle drei bis vier Jahre auf dieselbe Fläche setzen und dazwischen keine anderen Nachtschattengewächse wie Tomaten, Paprika oder Auberginen anbauen. Das erschwert dem im Boden überwinternden Kartoffelkäfer den Start, lässt Krankheitserreger und Nematoden im Boden abklingen und schont die Nährstoffvorräte.
  • Standortwahl: nach Grünland-Umbruch zwei bis drei Jahre keine Kartoffeln setzen, um Drahtwurm-Schäden zu vermeiden. Ein sonniger, lockerer, nicht staunasser Boden ist ideal.
  • Pflanzgut: gesundes, möglichst zertifiziertes Pflanzgut verwenden und nicht über viele Jahre eigene Knollen nachbauen, weil sich sonst Viren anreichern. Vorkeimen lohnt sich: Die Knollen vier bis sechs Wochen vor dem Pflanzen hell und bei etwa 10 bis 15 Grad auslegen, bis kurze, kräftige, dunkelgrüne Keime entstehen. Vorgekeimte Kartoffeln laufen schneller auf, sind beim Erscheinen der Käfer schon kräftig und werden früher reif.
  • Pflanzung: ab etwa April, wenn der Boden sich auf rund 8 bis 10 Grad erwärmt hat, etwa 10 Zentimeter tief, mit rund 30 bis 35 Zentimetern Abstand in der Reihe und 60 bis 75 Zentimetern zwischen den Reihen. Weite Abstände sorgen für einen luftigen, schnell abtrocknenden Bestand und damit weniger Krautfäule.
  • Anhäufeln: Sobald die Triebe etwa 15 bis 20 Zentimeter hoch sind, Erde von beiden Seiten an die Pflanzen ziehen und den Vorgang zwei- bis dreimal wiederholen. Der Damm schützt die Knollen vor Licht (Grünwerden, Solanin), vor eingewaschenen Krautfäule-Sporen und fördert die Knollenbildung.
  • Versorgung: gleichmäßig und bedarfsgerecht düngen, am besten mit Kompost; kräftige Pflanzen stecken Anfraß besser weg, übermäßige Stickstoffdüngung dagegen lockt Blattläuse an und macht das Laub anfälliger.
  • Boden: ein lebendiger, gut strukturierter Boden fördert Gegenspieler wie Laufkäfer, deren Larven Drahtwürmer fressen.

Eine Mischkultur und ein vielfältiges Beet unterstützen Nützlinge zusätzlich. Wie das im Detail funktioniert, beschreibt der Ratgeber zur Mischkultur gegen Schädlinge; Grundlagen für einen gesunden Boden liefert die Seite zur Bodenpflege.

Weitere Probleme richtig einordnen

Nicht jeder Schaden an Kartoffeln ist leicht zuzuordnen. Zur Orientierung:

  • runde bis buchtige Fraßlöcher in den Blättern und angefressene Blattränder deuten auf Käferfraß hin; eine allgemeine Übersicht über Lochfraß bietet die Seite zu Löchern in Blättern
  • unregelmäßige Löcher im Laub mit silbrigen Schleimspuren und ausgehöhlte Knollen stammen von Nacktschnecken, vor allem in feuchten Sommern und bei dichter Mulchdecke
  • angenagte oder ganz verschwundene Knollen und flache Erdgänge im Beet sprechen für Wühlmäuse
  • breite, flache Fraßmulden an den Knollen können von Engerlingen stammen; kleine, tiefe Bohrlöcher dagegen von Drahtwürmern
  • eingerollte, klebrige Triebspitzen mit kleinen Tieren sprechen für Blattläuse
  • welkende Einzelpflanzen ohne sichtbaren Blattschädling können auf Wurzelschäden oder Krankheiten hindeuten; kümmern ganze Nester von Pflanzen bei enger Kartoffel-Fruchtfolge, kommen auch Kartoffelzystennematoden infrage — winzige Fadenwürmer, deren stecknadelkopfgroße gelbe bis braune Zysten an den Wurzeln sitzen. Gegen sie helfen nur eine weite Fruchtfolge und resistente Sorten; bei Verdacht ist der Pflanzenschutzdienst des Bundeslandes der richtige Ansprechpartner.
  • braune Flecken mit Belag sind die bereits beschriebene Krautfäule
  • grüne Stellen an den Knollen sind kein Schädlingsbefall, sondern Lichteinfluss durch zu flaches Anhäufeln; raue, korkige Flecken auf der Schale deuten auf Schorf, ein reines Schalenproblem

Im Zweifel hilft die einfache Frage, ob ein Tier oder ein Fraßbild zu finden ist oder ob es sich um Flecken und Verfärbungen ohne Fraß handelt. Ersteres spricht für Schädlinge, Letzteres meist für Krankheiten oder Pflegefehler. So landen Sie schnell auf der passenden Detailseite.

Häufige Fragen

Welche Schädlinge treten an Kartoffeln am häufigsten auf?

Der Kartoffelkäfer am Laub, Drahtwürmer an den Knollen und Blattläuse. Daneben gibt es krankheitsbedingte Probleme wie die Kraut- und Knollenfäule, die kein Schädling, sondern ein pilzartiger Erreger ist.

Ist die Krautfäule ein Schädling?

Nein. Die Kraut- und Knollenfäule wird durch Phytophthora infestans ausgelöst, einen pilzähnlichen Erreger aus der Gruppe der Eipilze. Sie zeigt sich durch braune Flecken mit Belag, nicht durch Fraßlöcher, und wird über die Vermeidung von Blattnässe, Anhäufeln und robuste Sorten eingedämmt.

Welche Fruchtfolge ist für Kartoffeln sinnvoll?

Kartoffeln sollten nur alle drei bis vier Jahre auf dieselbe Fläche kommen, und dazwischen sollten auch keine anderen Nachtschattengewächse wie Tomaten, Paprika oder Auberginen dort stehen. Das bremst Kartoffelkäfer, Nematoden und bodenbürtige Krankheiten. Gute Vorfrüchte sind zum Beispiel Hülsenfrüchte oder Kohl; direkt nach umgebrochenem Rasen sollten wegen der Drahtwürmer erst andere Kulturen folgen.

Was bringt Anhäufeln gegen Schädlinge und Krankheiten?

Anhäufeln richtet sich weniger gegen Schädlinge als gegen Krankheiten und Qualitätsprobleme: Der Erddamm schirmt die Knollen vor Licht und damit vor Grünwerden ab, hält vom Laub abgewaschene Krautfäule-Sporen von den Knollen fern und fördert die Knollenbildung. Ziehen Sie ab etwa 15 bis 20 Zentimetern Wuchshöhe zwei- bis dreimal Erde an die Pflanzen.

Wie unterscheide ich Kartoffelkäfer- und Drahtwurm-Schaden?

Der Kartoffelkäfer frisst oberirdisch am Laub und hinterlässt rote Larven und orangerote Eigelege. Drahtwürmer fressen unterirdisch und bohren schmale Gänge in die geernteten Knollen.

Was ist die wichtigste Vorbeugung im Kartoffelbeet?

Eine durchdachte Fruchtfolge. Kartoffeln sollten nicht jedes Jahr am selben Platz stehen, und nach Grünland-Umbruch sollte man einige Jahre keine Kartoffeln setzen, um Drahtwürmern vorzubeugen.

Muss ich gegen Kartoffelkäfer spritzen?

Im Hausgarten meist nicht. Das regelmäßige Absammeln von Käfern, Larven und Eigelegen reicht in der Regel aus. Pflanzenschutzmittel dürfen nur mit aktueller Zulassung gegen den Kartoffelkäfer eingesetzt werden.

Warum sind meine Kartoffeln voller kleiner Löcher?

Schmale, scharf umrandete Bohrgänge in den Knollen stammen typischerweise von Drahtwürmern. Sie treten verstärkt auf Flächen nach Grünland-Umbruch auf und werden über Bodenbearbeitung und Fruchtfolge eingedämmt.

Quellen & Prüfung

Fachlich abgeglichen mit oekolandbau.de und dem Julius Kühn-Institut (JKI). Die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) wird von einem pilzähnlichen Erreger (Oomycet) ausgelöst und ist kein tierischer Schädling; sie wird hier bewusst nur zur Abgrenzung genannt.

Hinweis zur Erstellung

Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.

Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten

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