Gemüse
Schädlinge an Kartoffeln erkennen und vorbeugen
Häufige Schädlinge an Kartoffeln
Drei Schädlinge stehen klar im Vordergrund.
Kartoffeln haben überschaubar viele, aber markante Schädlinge. Drei treten regelmäßig auf:
- Kartoffelkäfer: der gelb-schwarz gestreifte Käfer und vor allem seine roten Larven fressen am Laub bis zum Kahlfraß. Die orangeroten Eigelege sitzen an der Blattunterseite.
- Drahtwürmer: die harten, gelbbraunen Larven der Schnellkäfer bohren schmale Gänge in die Knollen. Sie treten verstärkt nach Grünland-Umbruch auf.
- Blattläuse: kleine grüne oder schwarze Tiere an Triebspitzen und Blattunterseiten; sie schwächen die Pflanze und können Viren übertragen.
Die Schäden lassen sich gut auseinanderhalten: Der Kartoffelkäfer arbeitet oberirdisch am Laub, Drahtwürmer unterirdisch an den Knollen. Detailseiten zu den einzelnen Schädlingen verlinken wir in den folgenden Abschnitten.
Kartoffelkäfer: der Laubfresser
Der Kartoffelkäfer ist der bekannteste Kartoffelschädling. Sein gelb-schwarz gestreifter Panzer ist unverwechselbar, doch die eigentlichen Schädiger sind die roten, schwarz gepunkteten Larven. Sie können eine Pflanze in der Knollenbildung bis zum Kahlfraß abfressen und so den Ertrag stark mindern.
Im Hausgarten ist das regelmäßige Absammeln von Käfern, Larven und den orangeroten Eigelegen die wirksamste Methode. Pflanzenschutzmittel sind hier selten nötig und dürfen nur mit aktueller Zulassung gegen den Kartoffelkäfer eingesetzt werden.
Wie Sie die einzelnen Stadien erkennen, das Schadbild einordnen und richtig absammeln, beschreibt die ausführliche Seite zum Kartoffelkäfer.
Drahtwürmer: die Knollenbohrer
Drahtwürmer sind die harten, gelbbraunen, drahtartigen Larven der Schnellkäfer. Sie leben mehrere Jahre im Boden und bohren schmale, scharf umrandete Gänge in die Kartoffelknollen. Schon wenige durchbohrte Knollen mindern die Qualität der Ernte.
Besonders gefährdet sind Flächen nach Grünland-Umbruch oder mehrjährigem Kleegras, weil sich dort über Jahre viele Larven ansammeln. Wer den Befall einschätzen will, gräbt Köder aus halbierten Kartoffeln oder Möhrenstücken ein und kontrolliert sie nach etwa zehn Tagen.
Wichtig ist die Abgrenzung zu den weichen, weißen Engerlingen, von denen einige sogar geschützte Nützlinge sind. Die Unterschiede erklären die Seiten zu den Drahtwürmern und zum Vergleich von Engerling und Drahtwurm.
Krautfäule abgrenzen — eine Krankheit, kein Schädling
Das häufigste Kartoffelproblem ist gar kein Insekt.
Das wirtschaftlich wichtigste Kartoffelproblem überhaupt ist kein Schädling: die Kraut- und Knollenfäule, ausgelöst durch den pilzartigen Erreger Phytophthora infestans. Weil sie oft mit Schädlingsbefall verwechselt wird, lohnt die klare Abgrenzung.
So erkennen Sie die Krautfäule:
- braune, unscharf begrenzte Flecken auf Blättern und Stängeln
- bei feuchter Witterung ein weißlich-grauer Belag auf der Blattunterseite
- an den Knollen grau-bläuliche, eingesunkene Stellen mit braun verfärbtem Gewebe darunter
Das ist ein klares Krankheitsbild, kein Fraßschaden. Während gegen Schädlinge Absammeln, Fruchtfolge und Nützlinge helfen, geht es bei der Krautfäule um die Vermeidung von Blattnässe: luftiger Stand, von unten gießen statt über das Laub, befallenes Kraut frühzeitig entfernen und Kartoffeln trocken ernten und einlagern. Vorbeugend helfen außerdem robuste Sorten und eine weite Fruchtfolge.
Wichtig ist also: Fraßlöcher und Larven deuten auf Schädlinge, braune Flecken mit Belag auf die Pilzkrankheit. Wer das auseinanderhält, wählt von vornherein die richtige Maßnahme.
Anbau und Vorbeugung
Viele Kartoffelprobleme lassen sich über den Anbau entschärfen. Die wichtigsten Bausteine:
- Fruchtfolge: Kartoffeln nicht jedes Jahr an dieselbe Stelle setzen. Das erschwert dem im Boden überwinternden Kartoffelkäfer den Start und senkt den Krankheitsdruck.
- Standortwahl: nach Grünland-Umbruch einige Jahre keine Kartoffeln setzen, um Drahtwurm-Schäden zu vermeiden.
- gesundes, vorgekeimtes Pflanzgut verwenden und auf ausreichende Pflanzabstände für einen luftigen, schnell abtrocknenden Bestand achten
- gleichmäßige, bedarfsgerechte Versorgung: kräftige Pflanzen stecken Anfraß besser weg, übermäßige Stickstoffdüngung dagegen lockt Blattläuse an
- lebendiger, gut strukturierter Boden fördert Gegenspieler wie Laufkäfer, deren Larven Drahtwürmer fressen
Eine Mischkultur und ein vielfältiges Beet unterstützen Nützlinge zusätzlich. Wie das im Detail funktioniert, beschreibt der Ratgeber zur Mischkultur gegen Schädlinge; Grundlagen für einen gesunden Boden liefert die Seite zur Bodenpflege.
Weitere Probleme richtig einordnen
Nicht jeder Schaden an Kartoffeln ist leicht zuzuordnen. Zur Orientierung:
- gelbe, runde Löcher in den Blättern oder Buchtenfraß deuten auf Käferfraß hin; eine allgemeine Übersicht über Lochfraß bietet die Seite zu Löchern in Blättern
- eingerollte, klebrige Triebspitzen mit kleinen Tieren sprechen für Blattläuse
- welkende Einzelpflanzen ohne sichtbaren Blattschädling können auf Wurzelschäden oder Krankheiten hindeuten
- braune Flecken mit Belag sind die bereits beschriebene Krautfäule
Im Zweifel hilft die einfache Frage, ob ein Tier oder ein Fraßbild zu finden ist oder ob es sich um Flecken und Verfärbungen ohne Fraß handelt. Ersteres spricht für Schädlinge, Letzteres meist für Krankheiten oder Pflegefehler. So landen Sie schnell auf der passenden Detailseite.
Häufige Fragen
Welche Schädlinge treten an Kartoffeln am häufigsten auf?
Der Kartoffelkäfer am Laub, Drahtwürmer an den Knollen und Blattläuse. Daneben gibt es krankheitsbedingte Probleme wie die Kraut- und Knollenfäule, die kein Schädling, sondern ein pilzartiger Erreger ist.
Ist die Krautfäule ein Schädling?
Nein. Die Kraut- und Knollenfäule wird durch den pilzartigen Erreger Phytophthora infestans ausgelöst. Sie zeigt sich durch braune Flecken mit Belag, nicht durch Fraßlöcher, und wird über die Vermeidung von Blattnässe und robuste Sorten bekämpft.
Wie unterscheide ich Kartoffelkäfer- und Drahtwurm-Schaden?
Der Kartoffelkäfer frisst oberirdisch am Laub und hinterlässt rote Larven und orangerote Eigelege. Drahtwürmer fressen unterirdisch und bohren schmale Gänge in die geernteten Knollen.
Was ist die wichtigste Vorbeugung im Kartoffelbeet?
Eine durchdachte Fruchtfolge. Kartoffeln sollten nicht jedes Jahr am selben Platz stehen, und nach Grünland-Umbruch sollte man einige Jahre keine Kartoffeln setzen, um Drahtwürmern vorzubeugen.
Muss ich gegen Kartoffelkäfer spritzen?
Im Hausgarten meist nicht. Das regelmäßige Absammeln von Käfern, Larven und Eigelegen reicht in der Regel aus. Pflanzenschutzmittel dürfen nur mit aktueller Zulassung gegen den Kartoffelkäfer eingesetzt werden.
Warum sind meine Kartoffeln voller kleiner Löcher?
Schmale, scharf umrandete Bohrgänge in den Knollen stammen typischerweise von Drahtwürmern. Sie treten verstärkt auf Flächen nach Grünland-Umbruch auf und werden über Bodenbearbeitung und Fruchtfolge eingedämmt.