Fliegen & Mücken
Stechmücken und Tigermücke im Garten erkennen und vorbeugen

Heimische Stechmücken und Tigermücke unterscheiden
Nur die Weibchen stechen, denn sie brauchen Blut für die Entwicklung ihrer Eier; Männchen ernähren sich von Pflanzensäften und Nektar. In Deutschland sind etwa 50 Stechmückenarten heimisch. Am häufigsten begegnet Ihnen im Garten die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens): bräunlich, unauffällig gezeichnet und vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Ihre befruchteten Weibchen überwintern in Kellern, Garagen und Ställen.
Die Asiatische Tigermücke erkennen Sie an diesen Merkmalen:
- schwarzer Körper mit kontrastreicher, silbrig-weißer Zeichnung
- ein einzelner weißer Längsstreifen mittig über Kopf und Rückenschild
- weiße Ringe an den Beinen, das letzte Glied der Hinterbeine ganz weiß
- klein: etwa 0,5 bis 1 Zentimeter, kleiner als eine 1-Cent-Münze
- sticht auch tagsüber und ist dabei hartnäckig
Verwechselt wird sie oft mit diesen Arten:
- Ringelmücke (Culiseta annulata): heimisch, deutlich größer, graubraun mit geringelten Beinen, aber ohne weiße Zeichnung auf Kopf und Rücken
- Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus): ebenfalls eingeschleppt und in Deutschland verbreitet, trägt aber mehrere gelbliche Längslinien auf dem Rücken, und ihre Hinterbeine enden dunkel
- Trauermücken: winzige schwarze Mücken an Blumentöpfen, die nicht stechen
- Wiesenschnaken: große, langbeinige Tiere, die ebenfalls nicht stechen; in Süddeutschland heißen allerdings auch Stechmücken umgangssprachlich „Schnaken“
| Merkmal | Asiatische Tigermücke | Gemeine Stechmücke |
|---|---|---|
| Färbung | schwarz mit silbrig-weißer Zeichnung | bräunlich, unauffällig |
| Rücken | ein weißer Längsstreifen über Kopf und Rückenschild | ohne auffällige Zeichnung |
| Beine | weiß geringelt, Hinterbeine mit weißem Endglied | einfarbig bräunlich |
| Stechzeit | auch tagsüber | vor allem Dämmerung und Nacht |
| Brutstätten | kleine Behälter: Untersetzer, Gießkannen, Gullys, Regentonnen | Regentonnen, Pfützen, Gräben und andere stehende Gewässer |
| Überwinterung | als kälteresistente Eier an Behälterwänden | als befruchtete Weibchen in Kellern und Ställen |
| Flugradius | gering, etwa 200 Meter | variabel |
| Mögliche Erreger | Dengue-, Chikungunya-, Zika-Viren (in Deutschland bisher keine lokale Übertragung) | West-Nil-Virus (vereinzelt lokal in Deutschland) |
| Melden | Funde erwünscht, keine Meldepflicht | nicht nötig |
Wo die Tigermücke vorkommt und wie Sie Funde melden
Die Asiatische Tigermücke stammt aus Südostasien und wird vor allem über den Güter- und Reiseverkehr verschleppt. In Deutschland ist sie seit Jahren am Oberrhein in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen etabliert. Dazu kommen Populationen in Bayern, unter anderem in Fürth, München, Würzburg und Nürnberg, in Thüringen, in Nordrhein-Westfalen, etwa im Raum Bonn und im Rhein-Erft-Kreis, sowie in Berlin, dem bislang nördlichsten Ort mit überwinternder Population. Einzelfunde gibt es in weiteren Regionen, etwa in Dresden, und Fachleute des Friedrich-Loeffler-Instituts rechnen damit, dass die Art langfristig auch Norddeutschland erreicht (Stand: Oktober 2026). Weil sich die Lage jedes Jahr ändert, zeigen die Karten des Mückenatlas und der Landesbehörden den aktuellen Stand.
Eine Meldepflicht für Privatpersonen gibt es nicht, Meldungen sind aber ausdrücklich erwünscht, weil sie helfen, neue Vorkommen früh zu entdecken. So gehen Sie vor:
- die Mücke möglichst unversehrt in einem kleinen, verschließbaren Gefäß fangen, nicht erschlagen
- über Nacht im Gefrierfach abtöten und trocken verschicken
- zusammen mit Fundort und Funddatum an den Mückenatlas schicken, ein Projekt des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung und des Friedrich-Loeffler-Instituts; das Einsendeformular gibt es auf mueckenatlas.com
- alternativ eine Meldestelle in Ihrer Region nutzen, etwa das LGL in Bayern, das Gesundheitsamt Berlin-Mitte oder die KABS am Oberrhein
Ein Foto reicht für eine sichere Bestimmung meist nicht aus. Die Fachleute bestimmen die Art am Tier und teilen Ihnen das Ergebnis mit.

Krankheiten: das Risiko sachlich eingeordnet
Ein Mückenstich ist in Deutschland in aller Regel harmlos: Er juckt, schwillt an und heilt nach einigen Tagen ab. Die Tigermücke kann jedoch Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren übertragen, wenn sie zuvor einen infizierten Menschen gestochen hat, etwa einen Reiserückkehrer. In Deutschland ist eine solche lokale Übertragung bislang nicht nachgewiesen; die Erkrankungen treten hierzulande bei Reisenden auf, die sich im Ausland angesteckt haben (Stand: Oktober 2026). In Frankreich und Italien gab es dagegen 2025 mehrere Hundert lokal übertragene Chikungunya-Fälle und einzelne Dengue-Ausbrüche, darunter erstmals einen Chikungunya-Fall im Elsass nahe der deutschen Grenze.
Heimische Stechmücken der Gattung Culex übertragen das West-Nil-Virus, das zwischen Vögeln zirkuliert. Seit 2019 werden in Deutschland jedes Jahr lokal erworbene Infektionen beim Menschen festgestellt, 2024 waren es 35, 2025 vier, bisher vor allem in Ostdeutschland und Berlin, inzwischen auch in anderen Regionen. Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt oder wie eine leichte Grippe, schwere Verläufe sind selten. Im Herbst 2026 meldete das RKI zudem erstmals eine in Deutschland erworbene Erkrankung mit dem Sindbis-Virus, das ebenfalls zwischen Stechmücken und Vögeln zirkuliert.
Wer nach einer Reise in tropische oder subtropische Gebiete Fieber, Hautausschlag oder starke Gelenkschmerzen bekommt, sollte das ärztlich abklären lassen und die Reise erwähnen. Das gilt auch, wenn solche Beschwerden in der Mückensaison ohne Reise auftreten. Reiserückkehrer mit Fieber schützen sich am besten zusätzlich vor Stichen, damit hiesige Mücken kein Virus aufnehmen.
Brutstätten im Garten vermeiden
Vom Ei bis zur fertigen Mücke vergehen bei warmem Wetter nur 10 bis 14 Tage. Wer stehendes Wasser mindestens einmal pro Woche leert, unterbricht diesen Kreislauf zuverlässig. Mückenlarven sind wenige Millimeter lange, zappelnde Tierchen, die kopfüber an der Wasseroberfläche hängen und bei Erschütterung abtauchen.
Diese Stellen sollten Sie regelmäßig kontrollieren:
- Regentonnen: mit Deckel oder straff gespanntem, engmaschigem Netz verschließen, das auch am Rand keine Lücken lässt
- Untersetzer, Eimer, Gießkannen, Schubkarren und Planen: leeren, umdrehen oder trocken lagern; Untersetzer bei Bedarf mit Sand füllen
- Vogel- und Tiertränken: Wasser mindestens wöchentlich wechseln und die Schale auswischen, denn Tigermückeneier haften an der Wand
- Dachrinnen, Gullys und Bodenabläufe: frei halten, damit kein Wasser steht
- Spielzeug, Altreifen, Grab- und Blumenvasen: kein Wasser stehen lassen
- Planschbecken: nach dem Gebrauch leeren, das Wasser lieber auf den Rasen als in den Gully gießen
Ein belebter Gartenteich mit Fischen, Molchen oder Libellenlarven ist dagegen meist unproblematisch, weil diese Fressfeinde die Larven kurz halten. Auch Fließgewässer und gechlorte Pools sind als Brutstätten unbedeutend. Libellen, Schwalben und Fledermäuse fressen ebenfalls Mücken; ein naturnaher Garten fördert sie, ersetzt aber nicht die Kontrolle der Wasserstellen.

Bti: biologisches Mittel gegen Mückenlarven
Wo sich Wasser nicht leeren oder abdecken lässt, etwa in großen Regentonnen mit offenem Zulauf, helfen Präparate mit Bacillus thuringiensis israelensis (Bti). Die Larven nehmen die Eiweißkristalle des Bakteriums mit der Nahrung auf und sterben daran; erwachsene Mücken erreicht Bti nicht. Bti-Tabletten für Regentonnen sind als Biozidprodukte für Privatanwender zugelassen und im Bau- und Gartenfachhandel erhältlich (Stand: Oktober 2026). Achten Sie auf die Zulassungsnummer auf der Packung und dosieren Sie nach Gebrauchsanweisung, auch beim Nachdosieren nach Regen oder Nachfüllen.
Laut Umweltbundesamt sind bei bestimmungsgemäßer, kleinräumiger Anwendung wie in Regentonnen keine negativen Umweltauswirkungen zu erwarten, und mit dem behandelten Wasser dürfen Sie weiter gießen, wenn Sie die Angaben auf dem Etikett beachten. Bti wirkt allerdings nicht nur auf Stechmücken, sondern auch auf andere Mückenlarven. Deshalb hat das Vermeiden von Brutstätten Vorrang, und in naturnahen Gartenteichen und Kleingewässern ist Bti nicht sinnvoll.
Bti kennen Sie vielleicht aus Mitteln gegen Trauermücken-Larven in Blumenerde. Auch dort wirkt es gegen die Larven, die Produkte sind aber für einen anderen Einsatzzweck bestimmt. Verwenden Sie jeweils das Präparat, das für die Regentonne beziehungsweise den Blumentopf vorgesehen ist.
Stiche vermeiden: was hilft und was nicht
Gegen erwachsene Mücken helfen vor allem Barrieren und geprüfte Mittel:
- Fliegengitter an Fenstern, Terrassen- und Kellertüren
- ein Moskitonetz über dem Bett, wenn Mücken im Schlafzimmer stören
- lange, weite und dicht gewebte Kleidung, bei Gartenarbeit in der Dämmerung und in Tigermückengebieten auch tagsüber
- Repellentien mit geprüften Wirkstoffen wie Icaridin, DEET oder IR3535 auf allen unbedeckten Hautstellen; Schutzdauer, Nachauftragen und Mindestalter laut Packung beachten
Wenig oder nichts bringen dagegen:
- Ultraschallgeräte und Mücken-Apps: Ein Cochrane-Review fand schon 2007 in zehn Studien keinen Schutz vor Stichen
- UV-Insektenvernichter: Stechmücken orientieren sich vor allem an Atemluft, Wärme und Körpergeruch, kaum an Licht; im Freien töten die Geräte vor allem Nachtfalter und andere harmlose Insekten, und nach Angaben des Umweltbundesamts dürfen solche Hochspannungs-Lichtfallen im Außenbereich nicht betrieben werden
- Duftkerzen mit Citronella: Die Wirkung ist, wenn überhaupt, schwach und reicht nur wenige Zentimeter bis Meter
- Pflanzen wie Lavendel oder Katzenminze am Sitzplatz: Eine Schutzwirkung gegen Stiche ist nicht belegt
Verdampfer und Mückenstecker mit Insektiziden sollten Sie nach Empfehlung des Umweltbundesamts nicht dauerhaft und nicht in schlecht belüfteten Räumen einsetzen, weil die Wirkstoffe in die Atemluft gelangen. Insektizid-Spritzungen im Garten gegen Mücken sind nicht sinnvoll: Sie treffen vor allem Nützlinge, während aus jeder übersehenen Wasserstelle neue Mücken schlüpfen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich eine Asiatische Tigermücke?
An der schwarz-weißen Zeichnung mit einem einzelnen weißen Längsstreifen mittig über Kopf und Rücken, an weiß geringelten Beinen mit ganz weißem Endglied der Hinterbeine und daran, dass sie auch tagsüber sticht. Sie ist kleiner als eine 1-Cent-Münze.
Muss ich eine Tigermücke melden?
Eine Meldepflicht für Privatpersonen gibt es nicht, Meldungen sind aber erwünscht. Fangen Sie die Mücke unversehrt, frieren Sie sie über Nacht ein und schicken Sie sie mit Formular an den Mückenatlas oder an eine Meldestelle Ihres Landes oder Ihrer Kommune.
Ist ein Tigermückenstich gefährlich?
In aller Regel nicht. In Deutschland ist bislang keine lokale Übertragung von Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Viren durch Tigermücken nachgewiesen (Stand: Oktober 2026). Bei Fieber, Ausschlag oder starken Gelenkschmerzen, besonders nach einer Reise, sollten Sie das ärztlich abklären lassen.
Wie halte ich meine Regentonne mückenfrei?
Verschließen Sie die Tonne mit einem dichten Deckel oder spannen Sie ein engmaschiges Netz straff darüber, das am Rand keine Lücken lässt. Lässt sich die Tonne nicht abdecken, helfen zugelassene Bti-Tabletten nach Gebrauchsanweisung.
Sind Bti-Tabletten im Garten erlaubt und unbedenklich?
Bti-Präparate für Regentonnen sind als Biozidprodukte für Privatanwender zugelassen. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung sieht das Umweltbundesamt keine negativen Umweltauswirkungen, das Wasser darf weiter zum Gießen verwendet werden. In naturnahen Teichen sollten Sie Bti nicht einsetzen.
Brüten Mücken in meinem Gartenteich?
In einem belebten Teich mit Fischen, Molchen oder Libellenlarven kaum, weil die Fressfeinde die Larven kurz halten. Problematischer sind kleine, unbelebte Wasserstellen wie Untersetzer, Eimer, Vogeltränken und verstopfte Dachrinnen.
Helfen UV-Lampen oder Ultraschallgeräte gegen Mücken?
Nein. Ultraschallgeräte schützen nach einer Cochrane-Auswertung nicht vor Stichen, und UV-Lampen locken Stechmücken kaum an, töten im Freien aber viele harmlose Insekten. Fliegengitter, Kleidung und Repellentien mit geprüften Wirkstoffen wirken zuverlässiger.
Sind Trauermücken oder Schnaken auch Stechmücken?
Nein. Trauermücken an Zimmerpflanzen und die großen, langbeinigen Wiesenschnaken stechen nicht. Verwirrend ist nur, dass in Süddeutschland umgangssprachlich auch Stechmücken „Schnaken“ genannt werden.
Quellen & Prüfung
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL): Bayerisches Stechmücken-Monitoring und FAQ zur Asiatischen Tigermücke (Stand: September 2026); Senatsverwaltung für Gesundheit Berlin: Asiatische Tigermücke; Umweltbundesamt: Stechmücken sowie Stechmückenbekämpfung mit Biozidprodukten (Bti); Mückenatlas des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und des Friedrich-Loeffler-Instituts; KABS e. V.; Robert Koch-Institut zu West-Nil-Virus und zum ersten autochthonen Sindbis-Fall 2026; ECDC: Saisonberichte zu lokal übertragenem Chikungunya und Dengue in Europa 2025; Cochrane Review „Electronic mosquito repellents for preventing mosquito bites and malaria infection“ (Enayati u. a., 2007). Gesundheitsangaben ersetzen keine ärztliche Beratung. Stand: Oktober 2026.
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