Behandlung

Gelbtafeln richtig einsetzen

Gelbtafeln sind beleimte Klebefallen, deren Signalfarbe fliegende Insekten anlockt und festhält. Sie eignen sich vor allem gegen Trauermücken, Weiße Fliege und geflügelte Blattläuse — gegen Thripse gehören jedoch Blautafeln zum Einsatz. Wichtig ist, sie richtig zu verstehen: Tafeln fangen nur die fliegenden Stadien, die Larven im Substrat oder auf dem Blatt erreichen sie nicht.
Aktualisiert am 5. Juni 2026

So wirken Gelbtafeln

Gelbtafeln nutzen ein einfaches Prinzip: Viele fliegende Insekten orientieren sich an Farben. Das kräftige Gelb wirkt auf sie ähnlich anziehend wie eine üppig blühende Pflanze oder frisches Laub — sie steuern die Tafel an, landen darauf und bleiben an der beidseitig aufgetragenen Leimschicht kleben.

Damit erfüllen die Tafeln gleich zwei Aufgaben. Zum einen sind sie ein verlässliches Monitoring: An der Zahl der gefangenen Tiere erkennen Sie früh, ob ein Befall beginnt, zunimmt oder nach einer Behandlung abklingt. Zum anderen sind sie eine Teilbekämpfung, weil sie laufend erwachsene, eierlegende Tiere aus der Population entfernen.

Klebetafeln sind chemiefrei und zulassungsfrei — sie tragen keinen Wirkstoff auf, sondern fangen rein mechanisch. Das macht sie auch für die Wohnung und für empfindliche Kulturen unbedenklich, solange man sie sinnvoll platziert.

Gegen welche Schädlinge wirken Gelbtafeln?

Entscheidend ist: Das Tier muss fliegen und auf Gelb reagieren.

Gelbtafeln sind nur gegen die fliegenden, erwachsenen Stadien bestimmter Schädlinge wirksam. Zuverlässig fangen sie:

  • Trauermücken — die kleinen schwarzen Mücken über der Blumenerde von Zimmerpflanzen
  • Weiße Fliege — die geflügelten weißen Tiere, die bei Berührung von den Blattunterseiten auffliegen
  • geflügelte Blattläuse — vor allem die abwandernden Tiere, die neue Pflanzen besiedeln
  • Minierfliegen — deren Larven helle Gänge in die Blätter fressen

Genauso wichtig ist, gegen wen sie nicht helfen:

  • Spinnmilben fliegen nicht und reagieren nicht auf Gelb — Tafeln sind hier wirkungslos
  • Larvenstadien generell sitzen im Substrat oder auf dem Blatt und gehen nie an die Tafel
  • festsitzende Schädlinge wie Woll- und Schildläuse werden nicht erreicht

Gegen die nicht fliegenden Tiere und gegen die Larven braucht es immer eine andere Maßnahme — Tafeln allein lösen das Problem in diesen Fällen nicht.

Wichtig: Für Thripse gehören Blautafeln

Eine häufige Verwechslung kostet Wirkung: Gegen Thripse sind nicht Gelb-, sondern Blautafeln die richtige Wahl. Thripse fliegen gezielt die Farbe Blau an und gehen dort deutlich besser ins Netz als auf gelben Tafeln, die sie nur nebenbei fangen.

Wer also silbrig glänzende Saugstellen mit winzigen schwarzen Kotpunkten an den Blättern findet — das typische Schadbild der Thripse — sollte zu Blautafeln greifen. Gelbtafeln bleiben in diesem Fall die zweite Wahl.

In gemischten Befällen, etwa wenn neben Thripsen auch Trauermücken oder Weiße Fliege auftreten, kann man beide Farben kombinieren: Blautafeln für die Thripse, Gelbtafeln für die übrigen fliegenden Schädlinge.

Gelbtafeln richtig anbringen

Damit Tafeln gut fangen, kommt es auf Anzahl und Platzierung an:

  • Anzahl: Für eine einzelne Zimmerpflanze genügt eine Tafel; auf einer Fensterbank mit mehreren Töpfen oder im Gewächshaus rechnet man grob mit einer Tafel pro betroffener Pflanze beziehungsweise einigen Tafeln pro Quadratmeter Anbaufläche.
  • Höhe: Gegen Trauermücken die Tafel dicht über das Substrat stecken, weil sich die Mücken bodennah aufhalten. Gegen Weiße Fliege und geflügelte Blattläuse die Tafel auf Höhe der Pflanze oder knapp darüber anbringen.
  • Befestigung: Die meisten Tafeln werden mit einem Holzstäbchen direkt in den Topf gesteckt oder mit Draht ins Laub gehängt — möglichst frei, damit sie von allen Seiten angeflogen werden.
  • Erneuern: Ist die Klebefläche dicht mit Tieren oder mit Staub belegt, lässt die Fangwirkung nach. Bei laufendem Befall die Tafeln deshalb regelmäßig austauschen, bis kaum noch neue Tiere hängenbleiben.

Vermeiden Sie es, die klebrige Fläche mit den Fingern zu berühren — der Leim ist zäh und haftet hartnäckig an Haut und Textilien.

Was Gelbtafeln leisten — und was nicht

So nützlich Klebetafeln sind, man sollte ihre Grenzen kennen. Sie fangen ausschließlich die fliegenden, erwachsenen Stadien. Die eigentliche Vermehrung läuft aber über die Larven — bei Trauermücken im Substrat, bei der Weißen Fliege als festsitzende Stadien auf den Blattunterseiten. Solange diese Larven unbehelligt bleiben, wächst stetig eine neue Generation heran.

Gelbtafeln sind deshalb Monitoring und Teilbekämpfung, niemals die alleinige Lösung. Sie senken den Befallsdruck und zeigen den Verlauf an, ersetzen aber nicht die Behandlung der Larven. Bei Trauermücken heißt die wirksame Kombination zum Beispiel: Gelbtafeln gegen die Mücken plus SF-Nematoden (Steinernema feltiae) ins Gießwasser gegen die Larven. Erst beides zusammen unterbricht den Zyklus zuverlässig. Die vollständige Anleitung dazu steht auf der Seite „Trauermücken bekämpfen“.

Draußen sind Klebetafeln zurückhaltend einzusetzen. Im Freiland fangen sie unterschiedslos auch nützliche Insekten wie Schwebfliegen, Wildbienen und Florfliegen. Im Garten sollten Gelbtafeln daher die Ausnahme bleiben und besser durch Nützlinge und vorbeugende Maßnahmen ersetzt werden — eine Übersicht bietet die Seite „Nützlinge gegen Schädlinge einsetzen“.

Häufige Fragen

Helfen Gelbtafeln gegen Trauermücken?

Ja, gegen die fliegenden Mücken sehr gut — dicht über dem Substrat gesteckt fangen sie laufend erwachsene Tiere. Sie reichen aber nicht allein: Die Larven in der Erde müssen zusätzlich mit SF-Nematoden behandelt werden, sonst kommt der Befall zurück.

Wirken Gelbtafeln auch gegen Thripse?

Nur eingeschränkt. Thripse fliegen gezielt auf Blau und gehen an Blautafeln deutlich besser ins Netz. Gegen Thripse sollten Sie deshalb Blautafeln verwenden und Gelbtafeln allenfalls ergänzend.

Warum fange ich keine Spinnmilben auf Gelbtafeln?

Weil Spinnmilben nicht fliegen und nicht auf Farben reagieren. Klebetafeln sind gegen Spinnmilben grundsätzlich wirkungslos — hier helfen Abduschen, höhere Luftfeuchte und die Raubmilbe Phytoseiulus persimilis.

Wo bringe ich Gelbtafeln am besten an?

Gegen Trauermücken dicht über die Blumenerde, weil die Mücken bodennah schwirren. Gegen Weiße Fliege und geflügelte Blattläuse auf Höhe der Pflanze. Wichtig ist eine freie, gut anfliegbare Position.

Wie oft muss ich Gelbtafeln wechseln?

Sobald die Klebefläche dicht mit Tieren oder mit Staub belegt ist, lässt die Fangwirkung nach. Bei aktivem Befall tauschen Sie die Tafeln regelmäßig, bis kaum noch neue Tiere hängenbleiben.

Kann ich Gelbtafeln auch im Garten aufhängen?

Nur zurückhaltend. Im Freiland fangen sie auch Nützlinge wie Schwebfliegen, Florfliegen und Wildbienen. Draußen sind sie deshalb die Ausnahme — setzen Sie dort besser auf Nützlinge und Vorbeugung.

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