Symptom

Kleine weiße Fliegen an Pflanzen – was ist das?

Winzige weiße Insekten, die bei der kleinsten Berührung in einer Wolke von der Pflanze auffliegen — dieses Bild kennen viele aus Gewächshaus, Balkon und Wohnzimmer. In den allermeisten Fällen steckt die Weiße Fliege dahinter, eine Mottenschildlaus, die an Blattunterseiten saugt und klebrigen Honigtau hinterlässt. Seltener kommen weiße Blattläuse, Wollläuse oder aufgewirbelte Larvenhüllen infrage. Wer kurz an den Blattunterseiten nachschaut, hat die Ursache fast immer in wenigen Minuten bestimmt.
Aktualisiert am 5. Juni 2026

Sofortantwort: Was sind die kleinen weißen Fliegen?

Wenn winzige weiße Insekten bei Berührung der Pflanze schwarmartig auffliegen und sich kurz darauf wieder an den Blattunterseiten niederlassen, handelt es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um die Weiße Fliege. Sie ist trotz des Namens keine Fliege, sondern eine Mottenschildlaus — ein saugendes Insekt von ein bis zwei Millimetern Größe mit weiß bemehltem Körper und Flügeln.

Typische Fundorte sind das Gewächshaus an Tomaten und Gurken, Kohlbeete im Freiland sowie Balkon- und Zimmerpflanzen wie Fuchsien und Hibiskus. Die Tiere sitzen fast ausschließlich an den Unterseiten der jüngeren Blätter und saugen dort Pflanzensaft.

Die ausführliche Bestimmung, Lebensweise und Bekämpfung finden Sie im Schädlings-Porträt „Weiße Fliege erkennen, bekämpfen und vorbeugen“.

So prüfen Sie die Ursache in zwei Minuten

Drehen Sie einige der jüngeren Blätter vorsichtig um und schauen Sie sich die Unterseite genau an. Bei einem Befall mit Weißer Fliege finden Sie dort drei Dinge: die weißen, dreieckig zusammengelegten erwachsenen Tiere, winzige helle bis dunkle Eier sowie flache, ovale, durchscheinende Larvenstadien, die wie kleine Schuppen festsitzen.

Prüfen Sie außerdem mit den Fingerspitzen, ob sich Blätter oder die Fläche unter der Pflanze klebrig anfühlen. Dieser klebrige Film ist Honigtau — die zuckerhaltige Ausscheidung der saugenden Tiere. Bei längerem Befall bildet sich darauf ein schwarzer, rußartiger Belag.

Schütteln Sie zum Schluss die Pflanze leicht: Fliegt eine weiße Wolke auf und setzt sich gleich wieder, ist die Diagnose praktisch sicher. Mehr zum Symptom klebriger Blätter steht auf der Seite „Pflanzen kleben – was steckt dahinter?“.

Womit man kleine weiße Fliegen verwechseln kann

Nicht alles Weiße an Pflanzen ist die Weiße Fliege.

Ein paar andere Erscheinungen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus — der Unterschied liegt im Verhalten:

  • Wollläuse: weiße, watteartige Polster in Blattachseln und an Trieben. Sie sitzen unbeweglich fest und fliegen niemals auf.
  • Helle Blattläuse und ihre Häutungsreste: weißliche Hüllen, die an Trieben kleben oder herabrieseln, aber nicht aktiv fliegen.
  • Thripse: ebenfalls winzig, aber schlank und länglich statt mottenartig; sie hinterlassen silbrige Saugstellen mit schwarzen Kotpunkten und springen eher, als dass sie in Wolken auffliegen.
  • Trauermücken: kleine schwarze — nicht weiße — Mücken, die aus der Blumenerde auffliegen, nicht von den Blättern.

Faustregel: fliegend und weiß an der Blattunterseite = Weiße Fliege; unbeweglich und watteartig = Wollläuse; silbrige Flecken mit schwarzen Punkten = Thripse.

Erste Schritte gegen den Befall

Sobald die Weiße Fliege als Ursache feststeht, können Sie sofort gegensteuern:

  • Gelbtafeln dicht über den befallenen Pflanzen aufhängen oder einstecken
  • Blattunterseiten mit einem kräftigen Wasserstrahl absprühen oder feucht abwischen
  • stark besetzte Blätter abschneiden und im Hausmüll entsorgen
  • befallene Topfpflanzen von anderen separieren und kühler, luftiger stellen
  • bei anhaltendem Befall mit Neemöl oder Kaliseife nachbehandeln — immer von unten und mehrfach im Wochenabstand

Im Gewächshaus lohnt zusätzlich der Einsatz von Schlupfwespen, die die Larven der Weißen Fliege parasitieren. Eine Übersicht bewährter sanfter Mittel bietet die Seite „Hausmittel gegen Ungeziefer“.

Wie dringend müssen Sie handeln?

Ein leichter Befall ist kein Notfall: Wenige auffliegende Tiere an einer kräftigen Pflanze richten kurzfristig keinen großen Schaden an. Trotzdem sollten Sie zeitnah reagieren, denn im Warmen folgt etwa alle drei bis vier Wochen eine neue Generation — aus wenigen Tieren wird ohne Gegenmaßnahmen schnell ein Massenbefall.

Dringender wird es, wenn Blätter bereits gelb gesprenkelt sind, Honigtau spürbar klebt oder sich schwarzer Rußtau zeigt. Dann ist der Befall schon älter, und die Pflanze verliert laufend Assimilationsfläche.

Bei Jungpflanzen, Gemüse im Gewächshaus und dicht stehenden Beständen gilt: lieber früh und konsequent eingreifen. Dort breitet sich die Weiße Fliege am schnellsten aus und der Aufwand wächst mit jeder Woche.

Häufige Fragen

Sind kleine weiße Fliegen an Pflanzen gefährlich?

Für Menschen und Haustiere nicht — die Weiße Fliege sticht nicht und überträgt keine Krankheiten auf uns. Für die Pflanze bedeutet ein unbehandelter Befall jedoch Saugschäden, klebrigen Honigtau und oft schwarzen Rußtau.

Woher kommen die weißen Fliegen plötzlich?

Meist über zugekaufte Pflanzen, offene Fenster und Türen oder aus dem Gewächshaus, wo die Tiere ganzjährig überleben. In warmer, stehender Luft vermehren sie sich dann schnell.

Verschwinden die weißen Fliegen von selbst wieder?

Im Freiland endet der Befall meist mit dem ersten Frost, weil die Gewächshausmottenschildlaus unsere Winter draußen nicht übersteht. Im Haus, Wintergarten oder Gewächshaus vermehren sich die Tiere dagegen ganzjährig weiter — dort hilft nur aktive Bekämpfung.

Sind es Weiße Fliegen oder Wollläuse?

Der Bewegungstest entscheidet: Weiße Fliegen fliegen bei Berührung sofort auf, Wollläuse sitzen als watteartige, unbewegliche Polster fest in Blattachseln. Beide hinterlassen allerdings klebrigen Honigtau.

Helfen Hausmittel gegen kleine weiße Fliegen?

Ja, bei leichtem Befall: Absprühen der Blattunterseiten, Gelbtafeln und eine Kaliseifen- oder Neemöl-Lösung wirken zuverlässig, wenn man mehrfach im Wochenabstand behandelt. Bei starkem Befall im Gewächshaus sind Schlupfwespen die bessere Wahl.

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