Kräuter
Schädlinge an Basilikum und Küchenkräutern
Häufige Schädlinge an Basilikum und Kräutern
Je nach Standort dominieren ganz unterschiedliche Schädlinge.
Welche Schädlinge an Küchenkräutern auftreten, hängt stark vom Standort ab.
- Blattläuse befallen vor allem Basilikum und Minze. Sie sitzen an den weichen Triebspitzen und auf den Blattunterseiten und vermehren sich rasch.
- Trauermücken sind das klassische Problem bei Topfkräutern. Ihre Larven leben in dauerfeuchtem Substrat — gerade der oft sehr nass gehaltene Supermarkt-Basilikum ist anfällig.
- Schnecken machen sich im Beet über Basilikum her, das zu ihren Leibspeisen gehört. Junge Pflanzen können über Nacht kahl gefressen werden.
- Spinnmilben treten an Rosmarin und Thymian auf, vor allem bei trockener Luft an einem warmen Standort.
Wer den Standort kennt, kann den wahrscheinlichen Schädling oft schon eingrenzen: Topf auf der Fensterbank deutet eher auf Trauermücken oder Blattläuse, das Beet eher auf Schnecken.
Typische Symptome an Kräutern
Die Schadbilder unterscheiden sich je nach Schädling deutlich und lassen sich gut auseinanderhalten.
- eingerollte oder verkrümmte Triebspitzen mit kleinen grünen bis schwarzen Tieren — Blattläuse
- kleine schwarze Fliegen, die beim Gießen aus der Erde aufsteigen und über dem Topf schwirren — Trauermücken
- Lochfraß an Blättern und Stängeln, dazu silbrig glänzende Schleimspuren — Schnecken
- feine helle Sprenkel und zarte Gespinste an Rosmarin oder Thymian — Spinnmilben
Klebrige Blätter weisen wie bei anderen Pflanzen auf den Honigtau der Blattläuse hin. Gelbe, schwache Jungpflanzen im Topf können dagegen auch auf zu nasses Substrat und Trauermückenlarven an den Wurzeln zurückgehen.
Der zentrale Grundsatz: Es sind Lebensmittel
Was Sie ernten und essen, darf nicht chemisch behandelt werden.
Bei Küchenkräutern gilt eine klare Regel: Keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel. Die Blätter landen auf dem Teller, deshalb scheidet alles aus, was Rückstände hinterlassen könnte. Die gute Nachricht ist, dass es bei Kräutern fast immer auch ohne geht.
Erste Wahl ist das mechanische Vorgehen:
- Blattläuse mit einem sanften Wasserstrahl abspülen
- befallene Triebe abschneiden — bei Basilikum und Minze regt ein Rückschnitt ohnehin den buschigen Neuaustrieb an, der Schnitt schadet der Pflanze also nicht, sondern hilft ihr
- Schnecken im Beet von Hand absammeln, am besten in der Dämmerung oder nach Regen
Reicht das ausnahmsweise nicht, kommen nur milde Mittel wie eine Schmierseifenlösung infrage — und auch die nur mit dem klaren Hinweis, die Blätter vor dem Verzehr gründlich abzuwaschen und einige Tage zu warten.
Trauermücken im Kräutertopf loswerden
Trauermücken sind das häufigste Problem bei Topfkräutern und fast immer eine Folge von zu nassem Substrat. Entsprechend setzt die Bekämpfung beim Gießverhalten an:
- das Substrat deutlich trockener führen — erst gießen, wenn die obere Schicht abgetrocknet ist; den Larven wird damit die feuchte Lebensgrundlage entzogen
- die Erdoberfläche mit einer Schicht Quarzsand abdecken, damit die Mücken dort keine Eier ablegen können
- Gelbtafeln dicht über dem Substrat platzieren, um die fliegenden Mücken abzufangen (Details auf der Seite „Gelbtafeln richtig einsetzen“)
- gegen die Larven SF-Nematoden (Steinernema feltiae) ins Gießwasser geben
- bei stark durchsetztem, dauernassem Ballen in frisches, lockeres Substrat umtopfen
Gerade gekaufter Supermarkt-Basilikum profitiert vom Umtopfen, weil er meist zu dicht und zu nass im Topf steht. Eine ausführliche Anleitung bietet die Seite „Trauermücken bekämpfen“.
Kann ich befallene Kräuter noch essen?
Diese Frage stellt sich bei Küchenkräutern fast immer — und sie lässt sich beruhigend beantworten. Nach einem Blattlausbefall können Sie die Blätter weiterverwenden, wenn Sie sie gründlich waschen. Der klebrige Honigtau ist unappetitlich, aber kein Gesundheitsrisiko, und auch mitabgespülte Läuse sind nicht giftig.
Wichtig ist die Reihenfolge: Erst behandeln beziehungsweise abspülen, dann ernten. Haben Sie ein mildes Mittel wie Schmierseife eingesetzt, gilt das umso mehr — spülen Sie die Blätter nach jeder Behandlung gründlich ab und warten Sie einige Tage, bevor Sie sie verwenden.
Stark befallene oder von Schnecken angefressene Triebe schneiden Sie besser ganz weg. Sie sind unschön, treiben aber rasch wieder nach. Im Zweifel gilt: Lieber großzügig zurückschneiden und nur einwandfreie Blätter ernten.
Vorbeugung durch richtiges Gießen und Standort
Die meisten Kräuterprobleme entstehen durch Pflegefehler.
Den größten Hebel haben Sie bei Topfkräutern über die Wasserversorgung und den Standort:
- gekauften Supermarkt-Basilikum teilen und in mehrere Töpfe umtopfen — die dicht gesäten Pflanzen sind sonst zu eng und faulen leicht
- richtig gießen: maßvoll und am besten von unten über den Untersetzer, damit die Erdoberfläche abtrocknet und Trauermücken keine Brutstätte finden
- einen sonnigen, luftigen Standort wählen — kräftige Kräuter werden seltener befallen
- auf Mischkultur setzen: Basilikum gilt als guter Partner neben Tomaten und kann hier zugleich von der Nachbarschaft profitieren
Wie Sie Pflanzen generell widerstandsfähig halten, beschreibt die Seite „Gesunde Pflanzen stärken“; Hintergründe zur Pflanzennachbarschaft bietet die Seite „Mischkultur gegen Schädlinge“.
Häufige Fragen
Darf ich Basilikum mit Blattläusen noch essen?
Ja, nach gründlichem Waschen. Der Honigtau ist unappetitlich, aber kein Gesundheitsrisiko, und auch mitabgespülte Läuse sind ungiftig. Spülen Sie die Blätter vor dem Verzehr gründlich ab und schneiden Sie stark befallene Triebe weg.
Welche Mittel darf ich gegen Schädlinge an Küchenkräutern verwenden?
Keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel, weil Kräuter Lebensmittel sind. Setzen Sie auf Abspülen, Rückschnitt und Absammeln. Nur wenn das nicht reicht, kommt eine milde Schmierseifenlösung infrage — mit gründlichem Abwaschen vor dem Verzehr.
Warum hat mein Supermarkt-Basilikum kleine schwarze Fliegen?
Das sind Trauermücken, deren Larven im zu nassen Substrat leben. Führen Sie die Erde trockener, decken Sie sie mit Quarzsand ab, hängen Sie Gelbtafeln dicht über das Substrat und setzen Sie gegen die Larven SF-Nematoden ein. Oft hilft auch das Umtopfen in lockeres Substrat.
Wie schütze ich Basilikum im Beet vor Schnecken?
Basilikum ist eine Leibspeise der Nacktschnecken. Sammeln Sie die Tiere in der Dämmerung oder nach Regen ab und schützen Sie Jungpflanzen mit einer mechanischen Barriere. Ein kräftiger, sonniger Standort hilft den Pflanzen, sich schneller zu erholen.
Muss ich nach dem Abschneiden befallener Triebe etwas beachten?
Bei Basilikum und Minze regt der Rückschnitt sogar den buschigen Neuaustrieb an — Sie schaden der Pflanze also nicht. Schneiden Sie befallene Triebe großzügig zurück und ernten Sie nur einwandfreie, frisch nachgewachsene Blätter.
Wie gieße ich Topfkräuter richtig, um Schädlinge zu vermeiden?
Maßvoll und am besten von unten über den Untersetzer, damit die Erdoberfläche abtrocknet. Dauernasses Substrat ist die Hauptursache für Trauermücken. Ein sonniger, luftiger Standort und das Umtopfen dicht gesäter Supermarktpflanzen beugen zusätzlich vor.