Symptom

Löcher in Blättern – welcher Schädling war das?

Löcher in Blättern sind das häufigste Schadbild im Garten überhaupt — und fast immer lässt sich der Verursacher an drei Dingen ablesen: an der Form der Löcher, an ihrer Lage am Blatt und an Begleitspuren wie Schleim oder Kotkrümeln. Diese Seite führt Sie wie ein Entscheidungsbaum durch die typischen Muster, von Schnecken über Erdflöhe und Raupen bis zur harmlosen Blattschneiderbiene.
Aktualisiert am 5. Juni 2026

So bestimmen Sie den Verursacher

Bevor Sie irgendeine Maßnahme ergreifen, lohnt eine kurze Bestandsaufnahme — drei Fragen führen fast immer zum Täter:

  • Wie sehen die Löcher aus? Klein und rund, groß und unregelmäßig, ausgefranst oder glatt geschnitten? In der Blattfläche, am Blattrand oder bis aufs Blattgerippe?
  • Welche Spuren liegen daneben? Silbrige Schleimspuren deuten auf Schnecken, dunkle Kotkrümel auf Raupen — fehlen beide, kommen Käfer oder Bienen infrage.
  • Wann und wo entsteht der Schaden? Über Nacht an bodennahen Jungpflanzen spricht für Schnecken, tagsüber an Kohl-Jungpflanzen für Erdflöhe, im Inneren eines Buchsbaums für den Zünsler.

Die folgenden Abschnitte gehen die typischen Muster der Reihe nach durch — vom häufigsten zum seltensten. Vergleichen Sie Ihr Schadbild einfach Schritt für Schritt.

Löcher plus Schleimspuren: Schnecken

Finden Sie neben den Löchern silbrig glänzende, getrocknete Schleimspuren auf Blättern, Wegen oder Topfrändern, ist der Fall klar: Hier waren Schnecken am Werk — in den meisten Gärten die Spanische Wegschnecke. Typisch sind unregelmäßige, ausgefranste Löcher und Schabefraß, der Schaden entsteht über Nacht, und weiche Pflanzen wie Salat, Funkien und frisch gesetztes Junggemüse sind zuerst betroffen. Kleine Jungpflanzen verschwinden oft komplett.

Tagsüber ist kein Verursacher zu sehen, denn Schnecken verstecken sich bei Licht und Trockenheit. Eine Abendkontrolle mit der Taschenlampe oder ausgelegte Sammelbretter bringen Gewissheit.

Der nächste Schritt: Die Diagnose im Detail beschreibt die Symptomseite „Schleimspuren und Löcher an Pflanzen“, das Tierporträt finden Sie unter Nacktschnecken, und alle Methoden bewertet der Ratgeber „Schnecken bekämpfen“.

Viele kleine runde Löcher an Jungpflanzen: Erdflöhe

Sind die Blätter junger Pflanzen von vielen kleinen, annähernd runden Löchern durchsiebt — wie von einer Schrotladung getroffen —, stecken Erdflöhe dahinter: winzige, metallisch glänzende Blattkäfer, die bei Berührung davonspringen. Schleimspuren und Kotkrümel fehlen.

Typisch betroffen sind Keim- und Jungpflanzen von Kohl, Radieschen, Rucola und Rettich, besonders bei heißem, trockenem Wetter. Etablierte Pflanzen nehmen die Käfer kaum noch ernsthaft in Angriff — gefährlich ist der „Schrotschuss“ fast nur im Jugendstadium.

Der nächste Schritt: Halten Sie den Boden feucht, mulchen Sie und schützen Sie Aussaaten mit einem feinmaschigen Netz. Alle Maßnahmen im Detail erklärt das Porträt zu den Erdflöhen.

Große unregelmäßige Löcher plus Kotkrümel: Raupen

Große, unregelmäßig geformte Löcher in der Blattfläche, dazu dunkelgrüne bis schwarze Kotkrümel auf den Blättern oder darunter — das ist das Markenzeichen von Schmetterlingsraupen. Die Tiere selbst sitzen oft versteckt auf den Blattunterseiten oder im Inneren der Pflanze und werden über die Krümel verraten: Wo Kot liegt, sitzt die Raupe meist direkt darüber — drehen Sie die Blätter um.

Welche Raupe es ist, hängt von der Pflanze ab: Am Kohl sind es fast immer die Raupen des Kohlweißlings — gelb-schwarz gemustert oder mattgrün und getarnt, die Eigelege sitzen gelb an den Blattunterseiten. Am Buchsbaum frisst der Buchsbaumzünsler, dessen grün-schwarz gestreifte Raupen mit Gespinsten im Buschinneren beginnen; bei kahlen Stellen am Buchs hilft die Symptomseite „Buchsbaum kahlgefressen“ weiter.

Der nächste Schritt: Raupen und Eigelege absammeln; bei starkem Befall ist Bacillus thuringiensis das zugelassene biologische Mittel gegen freifressende Raupen. Die Details stehen in den jeweiligen Porträts zu Kohlweißling und Buchsbaumzünsler.

Buchten am Blattrand oder skelettierte Blätter: Käfer

Zwei Käfer-Schadbilder, die sich klar voneinander unterscheiden.

Sitzen die Fraßstellen nicht in der Blattfläche, sondern ausschließlich am Blattrand — als halbrunde, wie ausgestanzt wirkende Buchten —, ist der Dickmaulrüssler der wahrscheinlichste Verursacher. Der nachtaktive Käfer frisst diesen sogenannten Buchtenfraß bevorzugt an Rhododendron, Kirschlorbeer, Eiben und anderen immergrünen Gehölzen; tagsüber versteckt er sich am Boden. Der Blattfraß selbst ist eher kosmetisch — das eigentliche Problem sind die Larven, die im Boden an den Wurzeln fressen. Das vollständige Schadbild beschreibt die eigene Symptomseite „Angefressene Blattränder mit Buchten“, das Tierporträt mit allen Maßnahmen finden Sie unter Dickmaulrüssler.

Ein anderes Käfer-Schadbild sind skelettierte Blätter: Hier fehlen ganze Blattflächen, übrig bleibt nur das feine Geäst der Blattadern — das Blatt wirkt wie ein durchscheinendes Skelett. Diesen Skelettierfraß verursachen Käfer, die das weiche Gewebe zwischen den Adern abweiden. Der auffälligste Vertreter ist der Japankäfer, ein meldepflichtiger, invasiver Käfer mit metallisch grünem Halsschild und weißen Haarbüscheln am Hinterleib, der in Gruppen frisst und ganze Pflanzen skelettieren kann. Ein Verdachtsfall sollte fotografiert und der Pflanzenschutzbehörde gemeldet werden — Details dazu stehen im Porträt zum Japankäfer.

Für beide Bilder gilt zur Abgrenzung: Schleimspuren und Kotkrümel fehlen, und die Verursacher sind Käfer — der Dickmaulrüssler nachts am Blattrand, der Japankäfer tagsüber gut sichtbar auf den Blättern.

Kreisrunde, glatte Ausschnitte am Rand: Blattschneiderbiene

Finden Sie am Blattrand auffallend gleichmäßige, kreisrunde bis ovale Ausschnitte mit glatten Schnittkanten — als hätte jemand mit einem Locher gearbeitet —, dann war keine Fraßattacke am Werk, sondern die Blattschneiderbiene. Die Wildbiene schneidet die Blattstücke gezielt aus, um damit ihre Brutröhren auszukleiden; beliebt sind Rosen-, Flieder- und Weinblätter. Es fehlen Kot, Schleimspuren und jede weitere Fraßspur — die Schnitte sind sauber und die Pflanze bleibt ansonsten unversehrt.

Wichtig: Die Blattschneiderbiene ist ein geschützter Nützling und ein wertvoller Bestäuber. Die Blattverluste schaden gesunden Pflanzen nicht — die Pflanze gleicht sie problemlos aus. Hier wird nichts bekämpft, nichts gespritzt und nichts gefangen.

Der nächste Schritt: keiner. Freuen Sie sich über den Besuch — wer Wildbienen zusätzlich fördern möchte, bietet Nisthilfen mit hohlen Stängeln an.

Häufige Fragen

Wie finde ich heraus, welches Tier die Löcher gefressen hat?

Über drei Merkmale: Form und Lage der Löcher, Begleitspuren und Zeitpunkt. Schleimspuren bedeuten Schnecken, Kotkrümel bedeuten Raupen, viele Mini-Löcher an Jungpflanzen bedeuten Erdflöhe, glatte runde Randausschnitte die Blattschneiderbiene.

Über Nacht sind Löcher entstanden, aber ich sehe kein Tier — wer war das?

Nächtlicher Schaden ohne sichtbaren Verursacher spricht stark für Schnecken, vor allem wenn silbrige Schleimspuren zu finden sind. Kontrollieren Sie abends mit der Taschenlampe oder legen Sie Sammelbretter aus — darunter finden Sie die Tiere tagsüber.

Was bedeuten viele winzige Löcher in Radieschen- und Rucolablättern?

Das ist der typische „Schrotschuss“ der Erdflöhe — kleiner springender Blattkäfer, die vor allem Jungpflanzen von Kreuzblütlern befallen. Boden feucht halten, mulchen und mit feinmaschigem Netz abdecken löst das Problem.

Woran erkenne ich Raupenfraß sicher?

An den dunklen Kotkrümeln auf und unter den Blättern, kombiniert mit großen unregelmäßigen Löchern. Die Raupen sitzen meist auf den Blattunterseiten oder im Pflanzeninneren — am Kohl ist es der Kohlweißling, am Buchsbaum der Buchsbaumzünsler.

Muss ich etwas gegen die kreisrunden Ausschnitte an meinen Rosenblättern tun?

Nein. Glatte, kreisrunde Ausschnitte am Blattrand stammen von der Blattschneiderbiene, die damit ihre Brutröhren auskleidet. Sie ist ein geschützter Nützling, die Pflanze nimmt keinen Schaden — bekämpft wird hier nichts.

Was bedeutet es, wenn nur noch die Blattadern stehen?

Skelettierte Blätter sind das Werk von Käfern, die das Gewebe zwischen den Adern abfressen. Der auffälligste Verursacher ist der invasive Japankäfer — ein Verdachtsfall sollte fotografiert und der Pflanzenschutzbehörde gemeldet werden.

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