An Blättern
Löcher in Blättern – welcher Schädling war das?

So bestimmen Sie den Verursacher
Vor jeder Maßnahme lohnt eine kurze Bestandsaufnahme. Drei Fragen führen fast immer zum Verursacher:
- Wie sehen die Löcher aus? Klein und rund, groß und unregelmäßig, ausgefranst oder glatt geschnitten? In der Blattfläche, am Blattrand oder bis aufs Blattgerippe?
- Welche Spuren liegen daneben? Silbrige Schleimspuren deuten auf Schnecken, dunkle Kotkrümel auf Raupen. Fehlen beide, kommen Käfer oder Bienen infrage.
- Wann und wo entsteht der Schaden? Über Nacht an bodennahen Jungpflanzen spricht für Schnecken, tagsüber an Kohl-Jungpflanzen für Erdflöhe, im Inneren eines Buchsbaums für den Zünsler.
Auch die Pflanze hilft, denn viele Fresser sind Spezialisten: Kohl und andere Kreuzblütler locken Kohlweißling und Erdflöhe, Buchsbaum den Zünsler, Kartoffeln den Kartoffelkäfer, Lilien das Lilienhähnchen, Rosen die Blattschneiderbiene und Rhododendron den Dickmaulrüssler. Achten Sie außerdem auf Fensterfraß: Das Blatt ist nicht durchlöchert, sondern bis auf eine dünne, durchscheinende Haut abgeschabt. Das ist typisch für junge Raupen, die Kohlmotte und frisch geschlüpfte Schnecken.
Die folgenden Abschnitte gehen die typischen Muster vom häufigsten zum seltensten durch.
Löcher plus Schleimspuren: Schnecken
Finden Sie neben den Löchern silbrig glänzende, getrocknete Schleimspuren auf Blättern, Wegen oder Topfrändern, waren Schnecken am Werk, in den meisten Gärten die Spanische Wegschnecke. Typisch sind unregelmäßige, ausgefranste Löcher und Schabefraß. Der Schaden entsteht über Nacht, zuerst an weichen Pflanzen wie Salat, Funkien und frisch gesetztem Junggemüse. Kleine Jungpflanzen verschwinden oft komplett.
Tagsüber verstecken sich Schnecken. Eine Abendkontrolle mit der Taschenlampe oder ausgelegte Sammelbretter bringen Gewissheit. Regen kann die Schleimspuren abwaschen; fehlende Spuren nach einer nassen Nacht schließen Schnecken also nicht aus.
Finden sich auch bei trockenem Wetter weder Schleim noch Kotkrümel, kommen andere Nachtfresser infrage: Ohrwürmer knabbern kleine, unregelmäßige Löcher in Blüten und zarte Blätter, etwa an Dahlien und Clematis, und verstecken sich tagsüber in Ritzen und Blütenköpfen. Der Dickmaulrüssler frisst nachts Buchten in Blattränder (siehe unten).
Der nächste Schritt: Die Diagnose im Detail beschreibt die Symptomseite „Schleimspuren und Löcher an Pflanzen“, das Tierporträt finden Sie unter Nacktschnecken, alle Methoden bewertet der Ratgeber „Schnecken bekämpfen“.

Viele kleine runde Löcher an Jungpflanzen: Erdflöhe
Sind die Blätter junger Pflanzen von vielen kleinen, annähernd runden Löchern durchsiebt, wie von einer Schrotladung getroffen, stecken Erdflöhe dahinter: winzige, metallisch glänzende Blattkäfer, die bei Berührung davonspringen. Schleimspuren und Kotkrümel fehlen.
Betroffen sind vor allem Keim- und Jungpflanzen von Kohl, Radieschen, Rucola und Rettich, besonders bei heißem, trockenem Wetter. Etablierte Pflanzen verkraften den Fraß meist.
Der nächste Schritt: Boden feucht halten, mulchen und Aussaaten mit einem feinmaschigen Netz schützen. Alle Maßnahmen erklärt das Porträt zu den Erdflöhen.
Große unregelmäßige Löcher plus Kotkrümel: Raupen
Große, unregelmäßig geformte Löcher in der Blattfläche, dazu dunkelgrüne bis schwarze Kotkrümel auf oder unter den Blättern: Das ist das Markenzeichen von Schmetterlingsraupen. Die Tiere sitzen oft versteckt auf den Blattunterseiten oder im Pflanzeninneren. Wo Kot liegt, sitzt die Raupe meist direkt darüber, also Blätter umdrehen.
Welche Raupe es ist, hängt von der Pflanze ab: Am Kohl sind es meist die Raupen des Kohlweißlings, gelb-schwarz gemustert oder mattgrün und getarnt, mit gelben Eigelegen an den Blattunterseiten. Infrage kommen dort auch die dicken, nachtaktiven Raupen der Kohleule, die sich tief in die Köpfe bohren. Am Buchsbaum frisst der Buchsbaumzünsler, dessen grün-schwarz gestreifte Raupen mit Gespinsten im Buschinneren beginnen; bei kahlen Stellen hilft die Symptomseite „Buchsbaum kahlgefressen“ weiter.
Nicht alles, was wie eine Raupe aussieht, ist eine: Die Larven der Blattwespen (Afterraupen) fressen an Stachelbeeren, Johannisbeeren, Rosen und Weiden ebenfalls Löcher bis zum Kahlfraß. Sie haben mehr Beinpaare als Schmetterlingsraupen, rollen sich bei Störung oft S-förmig ein und heben das Hinterteil an. Bacillus thuringiensis wirkt gegen sie nicht; hier helfen Absammeln oder Abspritzen.
Der nächste Schritt: Raupen und Eigelege absammeln. Bei starkem Befall ist Bacillus thuringiensis das zugelassene biologische Mittel gegen freifressende Schmetterlingsraupen, am wirksamsten gegen junge Raupen. Details stehen in den Porträts zu Kohlweißling und Buchsbaumzünsler.

Buchten am Blattrand oder skelettierte Blätter: Käfer
Zwei Käfer-Schadbilder, die sich klar voneinander unterscheiden.
Sitzen die Fraßstellen ausschließlich am Blattrand, als halbrunde, wie ausgestanzt wirkende Buchten, ist der Dickmaulrüssler der wahrscheinlichste Verursacher. Der nachtaktive Käfer frisst bevorzugt an Rhododendron, Kirschlorbeer, Eiben und anderen immergrünen Gehölzen und versteckt sich tagsüber am Boden. Der Blattfraß ist eher kosmetisch; das eigentliche Problem sind die Larven an den Wurzeln. Das vollständige Schadbild beschreibt die Symptomseite „Angefressene Blattränder mit Buchten“, alle Maßnahmen das Porträt zum Dickmaulrüssler.
Bei skelettierten Blättern bleibt nur das feine Geäst der Blattadern übrig. Diesen Skelettierfraß verursachen Käfer, die das weiche Gewebe zwischen den Adern abweiden. Der auffälligste ist der Japankäfer: meldepflichtig, invasiv, mit metallisch grünem Halsschild und weißen Haarbüscheln am Hinterleib. Er frisst in Gruppen und kann ganze Pflanzen skelettieren. Einen Verdachtsfall fotografieren und dem Pflanzenschutzdienst melden; Details stehen im Porträt zum Japankäfer. Deutlich häufiger und harmlos skelettieren heimische Blattkäfer wie Erlen-, Weiden- und Pappelblattkäfer die Blätter ihrer Wirtsbäume, die im nächsten Jahr normal austreiben.
Auch andere Käfer lassen sich über die Pflanze zuordnen: An Kartoffeln fressen die gestreiften Kartoffelkäfer und ihre rötlichen Larven große, ausgefranste Löcher und lassen bei Massenbefall nur die Stängel stehen. Ihre dunklen Kotkrümel erinnern auf den ersten Blick an Raupenfraß. An Lilien lochen die leuchtend roten Lilienhähnchen und ihre kotbedeckten Larven Blätter und Knospen. In beiden Fällen ist regelmäßiges Absammeln die Maßnahme der Wahl; Bacillus thuringiensis wirkt gegen Käfer nicht.
Bei allen Käfer-Bildern fehlen Schleimspuren, und die Verursacher sind bei genauem Hinsehen zu finden: der Dickmaulrüssler nachts am Blattrand, Japankäfer, Kartoffelkäfer und Lilienhähnchen tagsüber auf den Blättern.
Kreisrunde, glatte Ausschnitte am Rand: Blattschneiderbiene
Finden Sie am Blattrand auffallend gleichmäßige, kreisrunde bis ovale Ausschnitte mit glatten Kanten, wie mit einem Locher gestanzt, war die Blattschneiderbiene am Werk. Die Wildbiene schneidet die Blattstücke aus, um damit ihre Brutröhren auszukleiden; beliebt sind Rosen-, Flieder- und Weinblätter. Kot, Schleim und weitere Fraßspuren fehlen.
Die Blattschneiderbiene ist ein geschützter Nützling und wertvoller Bestäuber. Gesunde Pflanzen gleichen die Blattverluste problemlos aus. Hier wird nichts bekämpft, gespritzt oder gefangen.
Der nächste Schritt: keiner. Wer Wildbienen zusätzlich fördern möchte, bietet Nisthilfen mit hohlen Stängeln an.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, welches Tier die Löcher gefressen hat?
Über Form und Lage der Löcher, Begleitspuren und Zeitpunkt. Schleimspuren bedeuten Schnecken, Kotkrümel Raupen, viele Mini-Löcher an Jungpflanzen Erdflöhe, glatte runde Randausschnitte die Blattschneiderbiene.
Über Nacht sind Löcher entstanden, aber ich sehe kein Tier — wer war das?
Nächtlicher Schaden ohne sichtbaren Verursacher spricht stark für Schnecken, besonders bei silbrigen Schleimspuren. Kontrollieren Sie abends mit der Taschenlampe oder legen Sie Sammelbretter aus.
Was bedeuten viele winzige Löcher in Radieschen- und Rucolablättern?
Das ist der typische „Schrotschuss“ der Erdflöhe, kleiner springender Blattkäfer. Boden feucht halten, mulchen und mit feinmaschigem Netz abdecken hilft meist zuverlässig.
Woran erkenne ich Raupenfraß sicher?
An dunklen Kotkrümeln auf und unter den Blättern, kombiniert mit großen unregelmäßigen Löchern. Am Kohl ist es meist der Kohlweißling, am Buchsbaum der Buchsbaumzünsler.
Muss ich etwas gegen die kreisrunden Ausschnitte an meinen Rosenblättern tun?
Nein. Die Ausschnitte stammen von der Blattschneiderbiene, die damit ihre Brutröhren auskleidet. Sie ist ein geschützter Nützling, und die Pflanze nimmt keinen Schaden.
Was bedeutet es, wenn nur noch die Blattadern stehen?
Skelettierte Blätter sind meist das Werk von Käfern, an Erlen, Weiden und Pappeln häufig harmloser heimischer Blattkäfer. Der auffälligste Verursacher ist der invasive Japankäfer mit weißen Haarbüscheln am Hinterleib. Einen Verdachtsfall fotografieren und dem Pflanzenschutzdienst melden.
Löcher über Nacht, aber weder Schleim noch Kot — wer war das?
Prüfen Sie zuerst, ob Regen die Schleimspuren abgewaschen haben könnte. Finden Sie bei einer Abendkontrolle keine Schnecken, kommen Ohrwürmer (kleine Löcher in Blüten und zarten Blättern) oder der Dickmaulrüssler (Buchten am Blattrand) infrage. Beide verstecken sich tagsüber.
Quellen & Prüfung
Bestimmungsmerkmale abgeglichen mit Angaben des Julius Kühn-Instituts und landwirtschaftlicher Pflanzenschutzdienste. Der Japankäfer ist in Deutschland ein meldepflichtiger Quarantäneschädling; ein Verdacht sollte dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (Stand: September 2026).
Hinweis zur Erstellung
Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.
Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten
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