Ziergehölze & Rosen
Schädlinge an Rosen erkennen und bekämpfen

Häufige Schädlinge an Rosen
Blattläuse stehen an erster Stelle, dazu kommen Spinnmilben, Rosenzikaden, Blattwespen und gelegentlich Schild- oder Wollläuse.
Rosen gehören zu den klassischen Wirtspflanzen für Blattläuse. Die Große Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae) ist mit 2–4 mm vergleichsweise groß, grün bis rosa gefärbt und sitzt dicht gedrängt an Knospen, Triebspitzen und Blattunterseiten. Von Mai bis Juli können Kolonien innerhalb einer Woche stark wachsen, weil die Weibchen ohne Paarung lebende Junge zur Welt bringen und in warmen Wochen alle ein bis zwei Wochen eine neue Generation heranwächst.
Daneben treten an Rosen regelmäßig auf:
- Spinnmilben: in heißen, trockenen Sommern, vor allem vor warmen Hauswänden und in Wintergärten; sie saugen auf den Blattunterseiten
- Rosenzikaden: 3–4 mm lange, blassgelbe Tiere, die beim Berühren des Blattes davonspringen
- Blattwespen: Die Rosenblattrollwespe lässt Blätter der Länge nach einrollen, die grünlichen Larven anderer Arten fressen Fenster und Löcher ins Blatt
- Rosentriebbohrer: Die Larve frisst sich im Mark junger Triebe abwärts, die Triebspitze welkt und wird schwarz
- Dickmaulrüssler: Buchtenfraß am Blattrand, Larven an den Wurzeln
- Schild- und Wollläuse: seltener, an älteren, verholzten Trieben beziehungsweise an geschützt stehenden Rosen
Ein Sonderfall ist der Japankäfer, der Blüten und Blätter skelettiert. Er ist in Deutschland ein meldepflichtiger Quarantäneschädling: Fotografieren Sie Verdachtsfälle und melden Sie sie dem Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes. Bringen Sie keine Pflanzen mit Wurzelballen oder Erde aus Befallsgebieten mit; wo diese liegen, steht auf der Seite „Japankäfer erkennen und melden“.
Typische Symptome an Rosen
Die meisten Probleme zeigen sich an den Triebspitzen. Kontrollieren Sie deshalb zuerst Knospen, junge Blätter und deren Unterseiten.
- kleine grüne, schwarze oder rosafarbene Tiere in Gruppen an den Knospen (Blattläuse)
- klebrige, glänzende Blätter (Honigtau)
- feine helle Sprenkel auf den Blättern, bei Spinnmilben zusätzlich zarte Gespinste, bei Rosenzikaden Häutungsreste auf der Blattunterseite
- der Länge nach eingerollte Blätter (Rosenblattrollwespe)
- Fensterfraß oder Löcher im Blatt, oft mit grünlichen Larven (Blattwespen)
- welkende, sich von der Spitze her schwarz verfärbende Jungtriebe mit kleinem Bohrloch (Rosentriebbohrer)
- halbkreisförmige Buchten am Blattrand (Dickmaulrüssler)
- verkrümmte junge Triebe, verformte oder kleinere Knospen
- Ameisen, die an den Trieben hochlaufen
- bei länger anhaltendem Befall: schwarze Beläge (Rußtau) auf den Blättern
Mehltau, Sternrußtau und Rosenrost sind dagegen Pilzkrankheiten: weißer Belag, schwarze Sternflecken oder orange Pusteln, aber keine Tiere und keine Fraßspuren. Gelbe Blätter mit grünen Adern deuten dagegen meist auf Nährstoffprobleme wie Eisen- oder Magnesiummangel hin.

Was tun bei Befall?
Je früher gehandelt wird, desto weniger ist nötig.
Bei kleinem Blattlausbefall reicht meist ein scharfer Wasserstrahl, der die Tiere von Knospen und Trieben spült. Wiederholen Sie das nach zwei bis drei Tagen, denn aus überlebenden Tieren entstehen schnell neue Kolonien. Einzelne Kolonien lassen sich auch zwischen den Fingern abstreifen.
Reicht das nicht aus, hilft eine Schmierseifenlösung: 15–20 g reine Schmierseife oder Kaliseife (etwa ein gehäufter Esslöffel) in einem Liter lauwarmem Wasser auflösen und die befallenen Stellen tropfnass besprühen, vor allem die Blattunterseiten. Sprühen Sie morgens oder abends, nicht in praller Mittagssonne, und wiederholen Sie die Behandlung nach fünf bis sieben Tagen. Schmierseife aus dem Haushalt ist ein Hausmittel und kein zugelassenes Pflanzenschutzmittel. Rechtlich sauber ist ein für Zierpflanzen zugelassenes Präparat auf Kaliseifen- oder Rapsölbasis.
Bei stärkerem Befall ist ein für den Haus- und Kleingarten zugelassenes Azadirachtin-Präparat (Neem) eine schonende Wahl. Es wirkt gut gegen Blattläuse, kann aber Marienkäfer- und Florfliegenlarven bei direktem Treffer schädigen — sprühen Sie deshalb gezielt auf die Kolonien. Die Behandlung wird nach fünf bis sieben Tagen ein- bis zweimal wiederholt. Schildläuse kratzen Sie zuerst mechanisch ab oder betupfen sie mit Spiritus; sie sind hartnäckiger und brauchen meist mehrere Durchgänge.
- Spinnmilben: Blattunterseiten kräftig abduschen, Luftfeuchte erhöhen, bei anhaltendem Befall ein für Rosen gegen Spinnmilben zugelassenes Rapsöl-Präparat; Details auf der Seite „Spinnmilben bekämpfen – wirksame Maßnahmen“
- Blattwespen: Larven absammeln, eingerollte Blätter mit Larven darin abpflücken und im Restmüll entsorgen
- Rosentriebbohrer: welkende Triebe bis ins gesunde, weiße Mark zurückschneiden und im Restmüll entsorgen, nicht kompostieren
- Rosenzikaden: meist nur Schönheitsfehler, bei Massenbefall Blattunterseiten abduschen oder Kaliseife-Präparat
- Dickmaulrüssler: Käfer nachts absammeln, Larven im Boden mit HB-Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora) bekämpfen, bei Bodentemperaturen über 12 °C im April bis Mai und August bis September
Verzichten Sie auf breit wirkende Insektizide. Sie treffen auch Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen, die Blattläuse an Rosen im Sommer sonst in Schach halten.

Rosen langfristig stärken
Eine kräftige, gut versorgte Rose wird seltener und schwächer befallen:
- sonniger, luftiger Standort, denn feuchte, schlecht durchlüftete Lagen begünstigen Blattläuse und Pilzkrankheiten
- durchdringend, aber nicht täglich gießen, direkt am Wurzelballen und nicht über das Laub
- beim Hauptschnitt zur Forsythienblüte schwache und nach innen wachsende Triebe entfernen, damit Luft und Licht in die Pflanze kommen
Fördern Sie außerdem Nützlinge. Eine einzige Marienkäferlarve frisst während ihrer Entwicklung mehrere hundert Blattläuse, Schwebfliegen- und Florfliegenlarven ebenfalls große Mengen. Pflanzen Sie in der Nähe der Rosen offene Blüten wie Dill, Fenchel, Schafgarbe oder Ringelblume, deren Pollen und Nektar die erwachsenen Nützlinge anlocken. Lassen Sie einen kleinen Blattlausbefall im Frühjahr ruhig einige Tage stehen: Er ist das Futter, das die Nützlinge anzieht. An Hochstammrosen hält ein Leimring am Stämmchen Ameisen fern, die Blattlauskolonien sonst vor Nützlingen beschützen. Weitere Tipps finden Sie auf der Seite „Nützlinge gegen Schädlinge einsetzen“.
Vorbeugung durch Standort, Pflege und Düngung
Die meisten Schädlinge sind Folge, nicht Ursache.
Überdüngung mit viel Stickstoff ist einer der wichtigsten Auslöser für Blattlausbefall an Rosen. Der weiche, schnelle Austrieb ist für die Tiere besonders attraktiv. Düngen Sie deshalb bedarfsgerecht: eine erste Gabe organischen Rosendüngers nach dem Frühjahrsschnitt (März bis April), eine zweite nach der ersten Blüte (Ende Juni bis Anfang Juli). Ab Ende Juli sollten Sie keinen Stickstoff mehr geben, damit die Triebe bis zum Winter ausreifen. Eine Kaliumgabe im August, etwa als Patentkali, verbessert die Frosthärte.
Mulchen Sie den Boden rund um die Rose mit reifem Kompost oder Rindenhumus, nicht mit frischem Rindenmulch, der dem Boden Stickstoff entzieht. Das hält die Bodenfeuchte gleichmäßig und fördert das Bodenleben. Zwei bis drei Liter Kompost pro Quadratmeter im Frühjahr decken bei vielen Rosen bereits einen großen Teil des Nährstoffbedarfs; Hornspäne wirken als langsam fließende Stickstoffquelle zusätzlich.
Vermeiden Sie es, Rosen zu eng zu pflanzen — je nach Wuchs sind 40 bis 60 cm Abstand zwischen Beetrosen sinnvoll. Luftbewegung trocknet das Laub schneller ab und macht es Schädlingen wie Pilzen schwerer. Bei Neupflanzungen lohnt der Griff zu robusten Sorten mit ADR-Prädikat: Sie sind vor allem gegen Pilzkrankheiten geprüft, bleiben dadurch vitaler und stecken auch Schädlingsbefall besser weg.
So verteilt sich die Vorsorge über das Jahr:
- März/April: Hauptschnitt zur Forsythienblüte, erste Düngergabe, Kompost und Mulch ausbringen
- Mai bis Juli: wöchentlich Knospen und Triebspitzen kontrollieren, Blattläuse früh abspülen; ab Mai auf eingerollte Blätter (Blattrollwespe) und welkende Triebspitzen (Triebbohrer) achten
- Ende Juni/Juli: zweite Düngergabe nach der ersten Blüte, Verblühtes ausputzen
- Juli/August: in Hitzeperioden Blattunterseiten auf Spinnmilben und Rosenzikaden prüfen, Kaliumgabe im August
- August/September: HB-Nematoden gegen Dickmaulrüsslerlarven
- Herbst: Falllaub entfernen
- Winter: verholzte Triebe auf Schildläuse kontrollieren, Rosen anhäufeln
Häufige Fragen
Warum bekommen Rosen so oft Blattläuse?
Rosen treiben weich und stickstoffreich aus, und genau das mögen Blattläuse. Im Frühjahr, wenn es noch wenige Gegenspieler gibt, vermehren sich die Kolonien sehr schnell.
Was hilft schnell gegen Blattläuse an Rosen?
Bei kleinem Befall ein scharfer Wasserstrahl, anschließend bei Bedarf eine Schmierseifenlösung mit 15–20 g je Liter Wasser. Reicht das nicht, ist ein für den Haus- und Kleingarten zugelassenes Azadirachtin-Präparat eine schonende Option.
Sind klebrige Blätter an Rosen immer Blattläuse?
Meistens. Honigtau auf Rosen stammt fast immer von Blattläusen, gelegentlich von Schildläusen an älteren Trieben. Ein Blick unter das Blatt zeigt die Verursacher.
Was sind die hellen Sprenkel auf Rosenblättern?
Entweder Spinnmilben oder Rosenzikaden — beide saugen auf der Blattunterseite. Spinnmilben erkennen Sie an feinen Gespinsten, Rosenzikaden an blassgelben, springenden Tieren und weißen Häutungsresten.
Warum rollen sich die Blätter meiner Rose ein?
Rollen sich einzelne Blätter der Länge nach nach unten ein, steckt meist die Rosenblattrollwespe dahinter, deren Larve im eingerollten Blatt frisst. Pflücken Sie betroffene Blätter ab. Verkrümmte, klebrige Triebspitzen deuten dagegen auf Blattläuse hin.
Sollte ich befallene Triebe abschneiden?
Bei sehr stark befallenen, stark deformierten Trieben kann das sinnvoll sein. Bei normalem Befall reicht Abspülen oder Behandeln; Schneiden schwächt die Pflanze unnötig.
Macht Düngung den Befall stärker?
Ja, vor allem zu viel Stickstoff. Weicher, üppiger Austrieb ist besonders attraktiv für Blattläuse. Bedarfsgerecht düngen, also zwei Gaben bis Anfang Juli und danach kein Stickstoff mehr, gehört zu den wichtigsten Vorbeugemaßnahmen.
Helfen Marienkäfer wirklich gegen Blattläuse an Rosen?
Ja. Marienkäfer und ihre Larven vertilgen sehr viele Blattläuse. Breit wirkende Insektizide töten auch die Nützlinge und verschlimmern das Problem mittelfristig.
Quellen & Prüfung
Fachlich abgeglichen mit Pflanzenschutzdiensten der Landwirtschaftskammern und Gartenakademien. Hausmittel wie Schmierseifenlösung sind keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel; Neem-Präparate (Azadirachtin) sind für Zierpflanzen im Haus- und Kleingarten zugelassen, Stand: September 2026 — vor jeder Anwendung Zulassung und Gebrauchsanleitung auf der Produktverpackung prüfen. Japankäfer: Meldepflicht als Quarantäneschädling.
Hinweis zur Erstellung
Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.
Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten
Weiterlesen
Passende Schädlinge
Läuse & saugende Insekten
Blattläuse erkennen, bekämpfen und vorbeugen
Läuse & saugende Insekten
Schildläuse erkennen, bekämpfen und vorbeugen
Läuse & saugende Insekten
Wollläuse erkennen, bekämpfen und vorbeugen
Milben
Spinnmilben erkennen und bekämpfen
Käfer & Bodenlarven
Dickmaulrüssler erkennen und bekämpfen
Käfer & Bodenlarven
Japankäfer erkennen und melden