Symptom

Maden im Apfel — wer steckt dahinter?

Beim Anschneiden oder Aufheben eines Apfels zeigt sich ein brauner Fraßgang, gefüllt mit feuchten Kotkrümeln, der bis zum Kerngehäuse führt — manchmal mit einem fauligen Loch in der Schale. Maden im Apfel sind ein häufiges Ärgernis, hinter dem zwei Schädlinge stecken können: der Apfelwickler und die Apfelsägewespe. Beide hinterlassen ähnliche Spuren, treten aber zu unterschiedlichen Zeiten auf. Diese Seite hilft, das Schadbild richtig zu lesen und die Verursacher sauber abzugrenzen.
Aktualisiert am 4. September 2026
Aufgeschnittener Apfel mit Fraßgang und Kot bis zum Kerngehäuse
Ein Fraßgang voller Kotkrümel bis ins Kerngehäuse ist das typische Schadbild der Apfelwickler-Larve. · Symbolbild, KI-generiert

Das typische Schadbild

Maden im Apfel zeigen ein recht eindeutiges Schadbild — am Apfel selbst und im Inneren:

  • ein Bohrloch in der Schale, oft an der Kelchgrube oder zwischen aneinanderliegenden Früchten
  • aus dem Bohrloch quellende, feuchte Kotkrümel
  • ein brauner Fraßgang, der durch das Fruchtfleisch zum Kerngehäuse führt
  • ein fauliges Loch, weil über die Fraßstelle Pilze und Bakterien eindringen
  • vorzeitiger Fruchtfall — befallene Äpfel fallen oft ab, bevor sie reif sind

Dieses Bild lässt zunächst nur einen Schluss zu: Eine Larve hat sich durch den Apfel gefressen. Welcher Schädling es war, verrät jedoch erst der Zeitpunkt des Schadens und ein genauer Blick auf Gang und Larve.

Nicht jede Fraßspur am Apfel ist eine Made im Apfel. Der Fruchtschalenwickler und andere Schalenwickler fressen flache, korkige Narben in die Schale, bohren sich aber nicht zum Kerngehäuse durch. Ohrwürmer, Wespen oder Vögel erweitern oft vorhandene Löcher, sind aber nicht die Verursacher des Gangs im Inneren. Entscheidend für die Diagnose Maden im Apfel ist der Fraßgang, der von der Schale bis ins Kerngehäuse führt.

Madige Pflaumen und Zwetschgen im selben Garten gehen dagegen nicht auf den Apfelwickler zurück, sondern auf seinen Verwandten, den Pflaumenwickler: Dessen rötliche Larve frisst um den Stein, und an der Einbohrstelle tritt oft ein Gummitropfen aus. Die Maßnahmen ähneln sich, die Termine nicht — planen Sie beide Baumarten deshalb getrennt.

Apfelwickler oder Apfelsägewespe?

Frühe gegen späte Schäden — der Zeitpunkt ist der wichtigste Hinweis.

Zwei Schädlinge kommen für Maden im Apfel infrage, und sie treten zu unterschiedlichen Zeiten auf:

Die Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) ist die frühe Verursacherin. Sie legt ihre Eier zur Blüte in die Blüten, die schlüpfenden Larven minieren zunächst dicht unter der Schale und wechseln dann in das Fruchtinnere. Eine einzelne Larve wechselt dabei oft von einer jungen Frucht zur nächsten und kann so mehrere Äpfel eines Fruchtbüschels aushöhlen. Befallene junge Früchte fallen häufig schon ab Ende Mai bis Juni ab — der sogenannte Junifruchtfall ist dann auffällig stark. Typisch ist ein verkorkter, oft spiralig oder bandförmig verlaufender Miniergang an der Schale, den Früchte, die den Frühbefall überstehen, als Narbe bis zur Ernte tragen, sowie an ausgehöhlten Früchten ein nässendes Bohrloch mit feuchtem Kot. Die ausgewachsene Larve verlässt die Frucht im Juni und überwintert im Boden; pro Jahr gibt es nur eine Generation. (Quelle: Ökolandbau.de und Pflanzenschutzdienst RLP, Apfelsägewespe, abgerufen Juni 2026.)

Der Apfelwickler (Cydia pomonella) ist der späte Verursacher. Seine Falter fliegen ab Mai, die ersten Larven bohren sich etwa ab Mitte Juni ein, und der Befall wird ab Juli deutlich sichtbar. In warmen Lagen folgt ab August eine zweite Generation, die bis kurz vor der Ernte in die reifenden Früchte geht. Sein Bohrloch führt geradewegs zum Kerngehäuse, der Gang ist mit Kotkrümeln gefüllt, ein Miniergang unter der Schale fehlt.

Als Faustregel gilt: Madige Äpfel und vorzeitiger Fruchtfall schon im Frühsommer sprechen für die Apfelsägewespe, Befall ab Hochsommer und in der reifenden Frucht für den Apfelwickler. Im Juni können sich beide überschneiden — dann hilft der Blick auf Gang und Larve.

Nahaufnahme eines angeschnittenen Apfels mit einer Larve im Kernhaus und Kotspuren.
Der typische Fraßgang des Apfelwicklers führt direkt zum Kernhaus und ist oft mit dunklem Kot gefüllt. · Symbolbild, KI-generiert

Die Larven sicher unterscheiden

Wer eine Larve im Apfel findet, kann die beiden Schädlinge auch direkt am Tier auseinanderhalten:

  • Apfelsägewespen-Larve: schmutzig weiß bis gelblich, mit einem auffälligen, an Wanzen erinnernden Geruch beim Zerdrücken; sie besitzt deutlich mehr Beinpaare als eine Schmetterlingsraupe.
  • Apfelwickler-Raupe: rosa bis cremefarben mit dunkler Kopfkapsel und nur wenigen Beinpaaren, wie für Schmetterlingsraupen typisch; ausgewachsen bis etwa zwei Zentimeter lang.

Das sicherste Merkmal ist die Zahl der Beinpaare: Die Sägewespen-Larve besitzt hinter den drei Brustbeinpaaren an fast jedem Hinterleibssegment ein weiteres Paar, insgesamt meist zehn. Die Apfelwickler-Raupe kommt wie alle Schmetterlingsraupen auf höchstens acht Beinpaare — drei am Brustabschnitt, vier Bauchfußpaare und die Nachschieber am Ende. Mit einer Lupe lässt sich das gut erkennen. (Quelle: Ökolandbau.de, Apfelsägewespe, abgerufen Juni 2026.)

Gürtel aus Wellpappe am Stamm eines Apfelbaums zur Bekämpfung von Schädlingen.
Ein Wellpappengürtel hilft dabei, verpuppungsbereite Larven abzufangen und den Befall im Folgejahr zu senken. · Symbolbild, KI-generiert

Was Sie jetzt tun können

Steht die Diagnose, helfen vor allem Hygienemaßnahmen — sie wirken gegen beide Schädlinge:

  • befallenes Fallobst regelmäßig aufsammeln und nicht liegen lassen, denn oft sitzt die Larve noch darin
  • früh abgefallene junge Früchte im Mai und Juni gezielt einsammeln (Apfelsägewespe) und Fallobst über den Sommer (Apfelwickler) konsequent entfernen
  • befallene Früchte nicht auf den offenen Kompost geben, solange Larven darin sein können — die Apfelwickler-Larve verlässt die Frucht schon nach wenigen Tagen, deshalb zählt Tempo
  • ab Mitte Juni einen Wellpappe-Fanggürtel um den Stamm legen, in dem sich die abwandernden Apfelwickler-Larven sammeln
  • bei wiederkehrendem Befall den Apfelwickler-Falterflug mit einer Pheromonfalle überwachen, um eine zugelassene Behandlung exakt zu terminieren

Die Pheromonfalle ist dabei nur ein Überwachungswerkzeug und kein Bekämpfungsmittel. Welche Maßnahmen gegen den Apfelwickler wirklich helfen, beschreibt das Schädlingsporträt „Apfelwickler“ ausführlich.

Gegen die Apfelsägewespe gibt es für den Hausgarten kaum direkte Mittel. Bewährt haben sich weiße Leimtafeln, die während der Blüte in die Krone gehängt werden: Sie locken die Sägewespen an und fangen einen Teil der Weibchen ab, bevor sie ihre Eier ablegen. Nehmen Sie die Tafeln direkt nach der Blüte wieder ab, damit sich keine Bienen und anderen Nützlinge daran verfangen. Ansonsten ist das konsequente Einsammeln des Junifruchtfalls die wichtigste Maßnahme, weil damit die Larven vernichtet werden, bevor sie sich in den Boden zurückziehen.

Das Problem dauerhaft niedrig halten

Wiederkehrende Maden im Apfel sind fast immer ein Hygiene- und Timing-Thema. Dauerhaft hilft die Kombination aus konsequenter Fallobst-Hygiene, einem Wellpappe-Fanggürtel gegen den Apfelwickler und dem Fördern natürlicher Gegenspieler wie Meisen und Schlupfwespen.

So verteilen sich die Maßnahmen über das Jahr:

  • Blüte (April/Mai): weiße Leimtafeln gegen die Apfelsägewespe aufhängen, direkt nach der Blüte wieder abnehmen
  • Ende Mai bis Juni: Junifruchtfall zügig einsammeln — darin sitzen die Sägewespenlarven
  • Mitte bis Ende Juni: Wellpappe-Fanggürtel gegen den Apfelwickler anlegen, im Sommer alle ein bis zwei Wochen kontrollieren
  • Juli bis Ernte: Fallobst alle paar Tage aufsammeln, in warmen Lagen auf die zweite Apfelwickler-Generation ab August achten
  • Spätherbst: Fanggürtel abnehmen und über den Restmüll entsorgen, lose Rinde abbürsten, Nistkästen für Meisen aufhängen

Typische Fehler, die den Befall Jahr für Jahr hoch halten:

  • Leimring gegen die Maden: Er fängt nur die flügellosen Frostspanner-Weibchen im Herbst, nicht die fliegenden Apfelwickler-Falter und nicht die Sägewespen.
  • Pheromonfalle als Bekämpfung: Sie zeigt den Falterflug an, senkt den Befall aber nicht.
  • Fallobst auf dem offenen Kompost: Die Larven kriechen heraus und überwintern am Stamm oder im Boden.
  • Fanggürtel zu spät oder unkontrolliert: Erst im August angelegt, ist ein Teil der Larven schon unter der Rinde; ohne Kontrolle schlüpfen die Falter aus der Pappe.

Wie Sie diese Bausteine an Apfel und Co. umsetzen, beschreiben das Porträt „Apfelwickler“ und der Überblick „Obstbäume“. Für die ebenfalls am Obstbaum wichtige Maßnahme gegen den Frostspanner — den Leimring — finden Sie auf der Seite „Leimringe anbringen“ eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Wichtig dabei: Leimringe wirken gegen den Frostspanner, nicht gegen die Maden im Apfel.

Häufige Fragen

Was sind die Maden in meinen Äpfeln?

Meist die Larve des Apfelwicklers, des „Wurms im Apfel“. Früh in der Saison, schon ab Mai und Juni, kann es aber auch die Apfelsägewespe sein. Beide fressen einen Gang voller Kotkrümel zum Kerngehäuse.

Wie unterscheide ich Apfelwickler und Apfelsägewespe?

Am Zeitpunkt und am Gang: Die Apfelsägewespe verursacht frühe Schäden kurz nach der Blüte, oft mit verkorktem Spiralgang an der Schale; der Apfelwickler frisst später im Sommer geradewegs zum Kerngehäuse. An der Larve hilft die Zahl der Beinpaare — Sägewespe meist zehn, Apfelwickler-Raupe höchstens acht; die Sägewespenlarve riecht zerdrückt zudem nach Wanze.

Warum fallen meine Äpfel schon früh ab?

Vorzeitiger Fruchtfall im Mai und Juni deutet oft auf die Apfelsägewespe hin, deren Larven die jungen Früchte aushöhlen. Fällt befallenes Obst eher im Hochsommer, steckt meist der Apfelwickler dahinter.

Kann ich madige Äpfel noch essen?

Die befallenen Stellen mit dem Fraßgang und dem fauligen Loch sollten Sie großzügig herausschneiden. Der unbeschädigte Rest des Apfels ist in der Regel unbedenklich, sofern keine Fäulnis weiter fortgeschritten ist.

Was hilft am besten gegen Maden im Apfel?

Konsequente Fallobst-Hygiene über die ganze Saison und ein Wellpappe-Fanggürtel gegen den Apfelwickler. Die Details stehen im Porträt „Apfelwickler“; gegen die Apfelsägewespe ist vor allem das frühe Aufsammeln des Junifruchtfalls wichtig.

Helfen Leimringe gegen Maden im Apfel?

Nein. Leimringe wirken gegen die flügellosen Weibchen des Frostspanners, nicht gegen Apfelwickler oder Apfelsägewespe. Gegen Maden im Apfel zählen Fallobst-Hygiene und der Wellpappe-Fanggürtel.

Darf madiges Fallobst auf den Kompost?

Besser nicht, solange Larven darin sitzen können. Auf dem offenen Kompost kriechen die Apfelwickler-Larven heraus und suchen sich ein Winterquartier, die Sägewespenlarven ziehen sich in den Boden zurück. Verwerten Sie Fallobst zeitnah, verfüttern Sie es oder geben Sie es in die Biotonne.

Bekommen auch Birnen und Quitten Maden?

Ja. Der Apfelwickler befällt neben Äpfeln auch Birnen, Quitten und Walnüsse, mit demselben Gang zum Kerngehäuse. An Birnen gibt es zudem eine eigene Sägewespenart, die Birnensägewespe, mit sehr ähnlichem Frühschaden wie an Apfel.

Hinweis zur Erstellung

Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.

Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten

Weiterlesen