Symptom
Maden im Apfel — wer steckt dahinter?
Das typische Schadbild
Maden im Apfel zeigen ein recht eindeutiges Schadbild — am Apfel selbst und im Inneren:
- ein Bohrloch in der Schale, oft an der Kelchgrube oder zwischen aneinanderliegenden Früchten
- aus dem Bohrloch quellende, feuchte Kotkrümel
- ein brauner Fraßgang, der durch das Fruchtfleisch zum Kerngehäuse führt
- ein fauliges Loch, weil über die Fraßstelle Pilze und Bakterien eindringen
- vorzeitiger Fruchtfall — befallene Äpfel fallen oft ab, bevor sie reif sind
Dieses Bild lässt zunächst nur einen Schluss zu: Eine Larve hat sich durch den Apfel gefressen. Welcher Schädling es war, verrät jedoch erst der Zeitpunkt des Schadens und ein genauer Blick auf Gang und Larve.
Apfelwickler oder Apfelsägewespe?
Frühe gegen späte Schäden — der Zeitpunkt ist der wichtigste Hinweis.
Zwei Schädlinge kommen für Maden im Apfel infrage, und sie treten zu unterschiedlichen Zeiten auf:
Die Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) ist die frühe Verursacherin. Sie legt ihre Eier zur Blüte in die Blüten, die schlüpfenden Larven minieren zunächst dicht unter der Schale und wechseln dann in das Fruchtinnere. Befallene junge Früchte fallen häufig schon ab Ende Mai bis Juni ab. Typisch ist ein verkorkter, oft spiralig verlaufender Miniergang an der Schale früherer Befallsfrüchte sowie ein nässendes Bohrloch mit feuchtem Kot. (Quelle: Ökolandbau.de und Pflanzenschutzdienst RLP, Apfelsägewespe, abgerufen Juni 2026.)
Der Apfelwickler (Cydia pomonella) ist die späte Verursacherin. Seine Falter fliegen ab Mai, der eigentliche Fruchtbefall durch die Larven setzt aber später im Sommer ein. Sein Bohrloch führt geradewegs zum Kerngehäuse, der Gang ist mit Kotkrümeln gefüllt.
Als Faustregel gilt: Madige Äpfel und vorzeitiger Fruchtfall schon im Frühsommer sprechen für die Apfelsägewespe, Befall ab Hochsommer und in der reifenden Frucht für den Apfelwickler.
Die Larven sicher unterscheiden
Wer eine Larve im Apfel findet, kann die beiden Schädlinge auch direkt am Tier auseinanderhalten:
- Apfelsägewespen-Larve: schmutzig weiß bis gelblich, mit einem auffälligen, an Wanzen erinnernden Geruch beim Zerdrücken; sie besitzt deutlich mehr Beinpaare als eine Schmetterlingsraupe.
- Apfelwickler-Raupe: rosa bis cremefarben mit dunkler Kopfkapsel und nur wenigen Beinpaaren, wie für Schmetterlingsraupen typisch.
Das sicherste Merkmal ist die Zahl der Beinpaare: Die Sägewespen-Larve hat zehn Beinpaare, die Apfelwickler-Raupe nur acht. Wer genau hinschaut, kann die Verursacher damit eindeutig bestimmen. (Quelle: Ökolandbau.de, Apfelsägewespe, abgerufen Juni 2026.)
Was Sie jetzt tun können
Steht die Diagnose, helfen vor allem Hygienemaßnahmen — sie wirken gegen beide Schädlinge:
- befallenes Fallobst regelmäßig aufsammeln und nicht liegen lassen, denn oft sitzt die Larve noch darin
- früh abgefallene junge Früchte im Mai und Juni gezielt einsammeln (Apfelsägewespe) und Fallobst über den Sommer (Apfelwickler) konsequent entfernen
- befallene Früchte nicht auf den offenen Kompost geben, solange Larven darin sein können
- bei wiederkehrendem Befall den Apfelwickler-Falterflug mit einer Pheromonfalle überwachen, um eine zugelassene Behandlung exakt zu terminieren
Die Pheromonfalle ist dabei nur ein Überwachungswerkzeug und kein Bekämpfungsmittel. Welche Maßnahmen gegen den Apfelwickler wirklich helfen, beschreibt das Schädlingsporträt „Apfelwickler“ ausführlich.
Das Problem dauerhaft niedrig halten
Wiederkehrende Maden im Apfel sind fast immer ein Hygiene- und Timing-Thema. Dauerhaft hilft die Kombination aus konsequenter Fallobst-Hygiene, einem Wellpappe-Fanggürtel gegen den Apfelwickler und dem Fördern natürlicher Gegenspieler wie Meisen und Schlupfwespen.
Wie Sie diese Bausteine an Apfel und Co. umsetzen, beschreiben das Porträt „Apfelwickler“ und der Überblick „Obstbäume“. Für die ebenfalls am Obstbaum wichtige Maßnahme gegen den Frostspanner — den Leimring — finden Sie auf der Seite „Leimringe anbringen“ eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Wichtig dabei: Leimringe wirken gegen den Frostspanner, nicht gegen die Maden im Apfel.
Häufige Fragen
Was sind die Maden in meinen Äpfeln?
Meist die Larve des Apfelwicklers, des „Wurms im Apfel“. Früh in der Saison, schon ab Mai und Juni, kann es aber auch die Apfelsägewespe sein. Beide fressen einen Gang voller Kotkrümel zum Kerngehäuse.
Wie unterscheide ich Apfelwickler und Apfelsägewespe?
Am Zeitpunkt und am Gang: Die Apfelsägewespe verursacht frühe Schäden kurz nach der Blüte, oft mit verkorktem Spiralgang an der Schale; der Apfelwickler frisst später im Sommer geradewegs zum Kerngehäuse. An der Larve hilft die Zahl der Beinpaare — Sägewespe zehn, Apfelwickler-Raupe acht.
Warum fallen meine Äpfel schon früh ab?
Vorzeitiger Fruchtfall im Mai und Juni deutet oft auf die Apfelsägewespe hin, deren Larven die jungen Früchte aushöhlen. Fällt befallenes Obst eher im Hochsommer, steckt meist der Apfelwickler dahinter.
Kann ich madige Äpfel noch essen?
Die befallenen Stellen mit dem Fraßgang und dem fauligen Loch sollten Sie großzügig herausschneiden. Der unbeschädigte Rest des Apfels ist in der Regel unbedenklich, sofern keine Fäulnis weiter fortgeschritten ist.
Was hilft am besten gegen Maden im Apfel?
Konsequente Fallobst-Hygiene über die ganze Saison und ein Wellpappe-Fanggürtel gegen den Apfelwickler. Die Details stehen im Porträt „Apfelwickler“; gegen die Apfelsägewespe ist vor allem das frühe Aufsammeln des Junifruchtfalls wichtig.
Helfen Leimringe gegen Maden im Apfel?
Nein. Leimringe wirken gegen die flügellosen Weibchen des Frostspanners, nicht gegen Apfelwickler oder Apfelsägewespe. Gegen Maden im Apfel zählen Fallobst-Hygiene und der Wellpappe-Fanggürtel.