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Raupen & Falter

Frostspanner erkennen, eindämmen und vorbeugen

Der Kleine Frostspanner (Operophtera brumata) ist neben dem Apfelwickler einer der wichtigsten Schädlinge an Obstbäumen. Seine Weibchen sind flügellos: Sie müssen im Herbst die Stämme hinaufklettern, um ihre Eier abzulegen. Im Frühjahr schlüpfen daraus die Spannerraupen, die an Knospen, Blättern und jungen Früchten fressen. Genau diese Eigenheit macht den Leimring zur zentralen Gegenmaßnahme.
Aktualisiert am 17. Oktober 2026
Grüne Spannerraupe des Frostspanners in typischer Katzenbuckel-Haltung an einem jungen Blatt
Die grüne Spannerraupe bewegt sich im charakteristischen Katzenbuckel — im Frühjahr frisst sie an Knospen und Blättern. · Symbolbild, KI-generiert

Frostspanner erkennen

Flügellose Weibchen im Herbst, grüne Spannerraupen im Frühjahr.

Der Kleine Frostspanner zeigt sich zu zwei Zeiten in zwei sehr unterschiedlichen Gestalten:

  • Im Herbst die Falter: Das Männchen ist ein unscheinbarer, graubrauner Nachtfalter mit zwei bis drei Zentimetern Flügelspannweite. Es fliegt ab Oktober in der Dämmerung und sitzt abends an Stämmen und Hauswänden. Das Weibchen ist flügellos, hat nur Flügelstummel und ist etwa einen halben Zentimeter groß. Man findet es beim Aufstieg am Stamm, abends mit der Taschenlampe besonders gut.
  • Im Frühjahr die Raupen: Die grünen Spannerraupen verursachen den eigentlichen Schaden. Sie werden bis etwa 2,5 Zentimeter lang, tragen helle Längslinien und einen dunklen Rückenstreifen. Weil sie nur wenige Bauchbeine haben, bewegen sie sich im typischen Katzenbuckel, daher der Name „Spanner“. Bei Störung seilen sie sich an einem Faden ab.

Das Schadbild der Raupen im Frühjahr:

  • angefressene und ausgehöhlte Knospen, oft schon vor dem Austrieb
  • Loch- und Skelettierfraß an jungen Blättern, häufig mit leicht zusammengesponnenen Blättern
  • Fraß an Blüten und jungen Früchten, was später zu vernarbten, verkrüppelten Früchten führen kann
  • bei Massenbefall kahle Triebspitzen und weitgehend entlaubte Kronen im Mai

Befallen werden vor allem Apfel, daneben Kirsche, Pflaume, Birne und viele Laubgehölze wie Eiche, Hainbuche und Linde. Sehr ähnlich lebt der Große Frostspanner (Erannis defoliaria): Auch seine Weibchen sind flügellos, seine Raupen sind gelbbraun bis rötlich mit dunkler Zeichnung, und es wirken dieselben Maßnahmen. Grüne Raupen in zusammengerollten Blättern ohne Katzenbuckel-Gang sind dagegen eher Knospen- oder Fruchtschalenwickler.

Lebenszyklus: warum die Weibchen klettern müssen

Der Frostspanner verdankt seinen Namen den späten, frostnahen Flugzeiten der Männchen. Sein Jahreszyklus erklärt, warum der Leimring so gut funktioniert:

  • Herbst und Frühwinter: Ab Oktober schlüpfen die Falter aus den Puppen im Boden. Die Männchen fliegen an milden Abenden auch bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. Die flügellosen Weibchen klettern die Stämme hinauf, werden dort begattet und legen ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an Knospen, Zweigen und in Rindenritzen der Krone ab. Die Eiablage beginnt nach den ersten kühlen Nächten etwa ab Mitte bis Ende Oktober und zieht sich bei milder Witterung bis in den Dezember.
  • Winter: Die Eier überwintern an den Zweigen. Sie sind zunächst grünlich, später orangerot und nur mit der Lupe zu erkennen.
  • Frühjahr: Mit dem Öffnen der ersten Knospen, meist im März und April, schlüpfen die Raupen und fressen etwa vier bis sechs Wochen an Knospen, Blättern und Blüten. Ihr Schlupf ist eng an den Knospenaufbruch gekoppelt; zu früh geschlüpfte Raupen finden keine Nahrung.
  • Ende Mai bis Juni: Die ausgewachsenen Raupen seilen sich ab, verpuppen sich einige Zentimeter tief im Boden und ruhen dort bis zum Herbst. Es gibt nur eine Generation pro Jahr.

Weil die Weibchen nicht fliegen können, ist ihr Aufstieg am Stamm der Engpass im Lebenszyklus, und genau dort setzt der Leimring an.

Grüne Raupe des Kleinen Frostspanners frisst an einem jungen Laubblatt.
An den typischen Buckelbewegungen lassen sich die Raupen des Frostspanners im Frühjahr leicht erkennen. · Symbolbild, KI-generiert

Der Leimring als zentrale Maßnahme

Er greift im Herbst, nicht im Frühjahr.

Der Leimring nutzt die Flugunfähigkeit der Weibchen: Ein klebriger Ring um den Stamm fängt sie ab, bevor sie ihre Eier in der Krone ablegen. So verhindern Sie die nächste Raupengeneration, lange bevor sie entsteht.

Auch hier entscheidet das Timing. Der Ring wird ab Ende September/Anfang Oktober in etwa 60 bis 80 Zentimeter Höhe angebracht, über den Winter kontrolliert und Ende Februar, spätestens vor dem Austrieb, wieder entfernt, damit er im Frühjahr keine Nützlinge fängt. Glätten Sie vorher die Rinde, beringen Sie den Stützpfahl mit und schließen Sie Spalten am Stamm, sonst finden die Weibchen einen Umweg.

Weil sich an offenem Leim auch Vögel verfangen können, gehören grüne statt gelbe Ringe und eine Drahtmanschette dazu. Die vollständige Anleitung zu Timing, Montage und Vogelschutz steht auf der Seite „Leimringe anbringen“.

Ein grüner Leimring ist um den braunen Stamm eines Obstbaums angebracht.
Ein korrekt angebrachter Leimring hindert die flügellosen Weibchen daran, zur Eiablage in die Baumkrone zu klettern. · Symbolbild, KI-generiert

Weitere Maßnahmen und natürliche Gegenspieler

Neben dem Leimring helfen vor allem natürliche Gegenspieler:

  • Meisen und andere Vögel fördern: Im Frühjahr füttern Meisen ihre Brut mit großen Mengen Spannerraupen. Ein Meisen-Nistkasten am Obstbaum holt diese Helfer in den Garten; gegen bereits fressende Raupen sind sie der wichtigste Gegenspieler.
  • Schlupfwespen und andere Nützlinge schonen: In einem naturnahen Garten hält das natürliche Gleichgewicht den Frostspanner meist in Schach. Verzichten Sie auf breit wirkende Insektizide, die auch die Gegenspieler treffen.
  • Bei starkem Raupenbefall im Frühjahr: Hier kommen für den Haus- und Kleingarten zugelassene biologische Mittel auf Basis von Bacillus thuringiensis infrage, die gegen frei fressende Schmetterlingsraupen wirken. Sie greifen nur bei jungen, aktiv fressenden Raupen und brauchen milde Temperaturen ab etwa 15 Grad. Spritzen Sie deshalb kurz nach dem Austrieb, sobald Sie die ersten kleinen Raupen finden. Verwenden Sie nur zugelassene Produkte nach Gebrauchsanleitung; die Zulassung prüfen Sie beim BVL.
  • Befall einschätzen: Klopfen Sie im April einige Zweige über einem hellen Tuch ab. Fallen nur einzelne Raupen, reichen die natürlichen Gegenspieler meist aus. Ein gesunder Baum verkraftet leichten Fraß, weil er ohnehin nur einen Teil seiner Blüten zu Früchten entwickelt.

Leimring im Herbst und ein guter Vogelbestand im Frühjahr decken zusammen die beiden entscheidenden Phasen ab. Wie Sie Nützlinge gezielt fördern, beschreibt die Seite „Nützlinge einsetzen“.

Frostspanner vorbeugen

Vorbeugung gegen den Frostspanner ist vor allem Routine. Dazu gehören ein naturnaher Garten, in dem Vögel und nützliche Insekten ganzjährig Lebensraum finden, und gut versorgte Bäume, die leichten Raupenfraß besser wegstecken.

Der Frostspanner-Kalender auf einen Blick:

  • Ende September: Rinde an der Ringstelle abbürsten, Leimringe an Stamm und Pfahl anbringen
  • Oktober bis Dezember: Ringe alle paar Wochen kontrollieren, bei nachlassender Klebkraft erneuern, auf verfangene Tiere achten
  • Ende Februar, spätestens vor dem Austrieb: Ringe abnehmen, Rinde unterhalb der Ringstelle auf Eier prüfen und abbürsten, Nistkästen reinigen
  • April: Klopfprobe über einem hellen Tuch, bei starkem Raupenbesatz ein zugelassenes Bt-Präparat an milden Tagen erwägen
  • Mai bis Juni: Meisen füttern die Brut mit Raupen — jetzt keine breit wirkenden Insektizide einsetzen

Typische Fehler sind ein zu spät (im November oder gar im Frühjahr) angebrachter Leimring, ein vergessener Stützpfahl, ein über den Sommer hängender Ring und ein gelber Ring ohne Manschette. Häufig ist auch die Verwechslung mit dem Apfelwickler: Gegen ihn wirkt der Leimring nicht, weil dessen Falter fliegen.

Wie Sie den Obstgarten im Herbst insgesamt auf die nächste Saison vorbereiten, vom Leimring über die Fallobst-Hygiene bis zu Winterquartieren für Nützlinge, beschreibt der Ratgeber „Garten winterfest machen: Schädlinge im Herbst stoppen“.

Häufige Fragen

Was ist der Frostspanner?

Der Kleine Frostspanner ist ein Nachtfalter, dessen grüne Raupen im Frühjahr an Knospen, Blättern und jungen Früchten von Obstbäumen fressen. Die Besonderheit: Die Weibchen sind flügellos und müssen im Herbst die Stämme hinaufklettern, um ihre Eier abzulegen.

Woran erkenne ich Frostspanner-Raupen?

An den grünen Raupen mit hellen Längslinien, die sich im typischen Katzenbuckel-Gang fortbewegen. Sie fressen im Frühjahr Löcher in junge Blätter und höhlen Knospen aus. Im Herbst findet man die flügellosen Weibchen beim Aufstieg am Stamm.

Was hilft am besten gegen den Frostspanner?

Der Leimring. Ab Ende September/Oktober angebracht, fängt er die flügellosen Weibchen beim Aufstieg ab und verhindert die Eiablage. Die Anleitung steht auf der Seite „Leimringe anbringen“.

Hilft der Leimring auch gegen die Raupen im Frühjahr?

Nein. Der Leimring wirkt nur im Herbst gegen die aufsteigenden Weibchen. Gegen fressende Raupen helfen dann vor allem Meisen und andere Vögel, bei starkem Befall ein zugelassenes Bt-Präparat.

Ist der Frostspanner dasselbe wie der Apfelwickler?

Nein. Der Frostspanner frisst mit seinen Raupen im Frühjahr an Knospen und Blättern, der Apfelwickler bohrt seine Larven im Sommer in die Früchte. Gegen den Frostspanner hilft der Leimring, gegen den Apfelwickler der Wellpappe-Fanggürtel.

Welche Bäume befällt der Frostspanner?

Vor allem Apfel, daneben Kirsche, Pflaume, Birne und viele Laubgehölze wie Eiche, Hainbuche und Linde. Junge Knospen und das frische Frühjahrslaub sind besonders gefährdet, weil die Raupen genau dann schlüpfen, wenn die Knospen aufbrechen.

Wann fliegt der Frostspanner?

Von Oktober bis in den Dezember, an milden Abenden auch noch im Januar. Die Männchen fliegen in der Dämmerung selbst bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt, die flügellosen Weibchen klettern in dieser Zeit die Stämme hinauf. Deshalb muss der Leimring spätestens Anfang Oktober hängen.

Wann muss der Leimring wieder ab?

Ende Februar, spätestens vor dem Austrieb. Dann ist die Aufstiegszeit der Weibchen sicher vorbei, und der Ring würde ab dem Frühjahr nur noch Nützlinge wie Laufkäfer und Ohrwürmer fangen. Entsorgen Sie ihn mitsamt den gefangenen Weibchen über den Restmüll.

Quellen & Prüfung

Angaben zu Aussehen, Lebenszyklus und Flugzeit des Kleinen Frostspanners nach Ökolandbau.de (Bundesinformationszentrum Landwirtschaft) und der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Abgerufen Juni 2026.

Hinweis zur Erstellung

Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.

Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten

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