Läuse
Blutläuse am Apfelbaum erkennen und bekämpfen

Blutläuse erkennen
Das auffälligste Merkmal sind die Kolonien: weiße, wollig-watteartige Polster, die wie kleine Wattebäusche an der Rinde, in Astgabeln, an jungen Trieben und besonders rund um Schnittstellen und Wunden sitzen. Diese weiße Hülle ist eine wachsige Ausscheidung, unter der die eigentlichen Läuse verborgen leben.
Die Läuse selbst sind nur etwa zwei Millimeter groß und rotbraun gefärbt. Das sicherste Erkennungszeichen liefert ein einfacher Test: Zerdrückt man eine Kolonie, tritt eine blutrote Flüssigkeit aus — daher der Name Blutlaus. Bei Woll- und Schildläusen ist das nicht der Fall.
Die weißen Kolonien zeigen sich meist ab Mai und werden über die Saison größer; im Hochsommer sind sie am auffälligsten. Hauptwirt ist der Apfelbaum, vereinzelt werden auch Birne, Quitte, Zierapfel und verwandte Rosengewächse wie Weißdorn oder Zwergmispel besiedelt. Blutläuse können zudem an Wurzeln und am Stammgrund auftreten, wo sie leicht übersehen werden.
Zur Lebensweise: Die Blutlaus stammt ursprünglich aus Nordamerika und ist in Europa seit dem 19. Jahrhundert verbreitet. Bei uns vermehrt sie sich fast ausschließlich ungeschlechtlich und lebendgebärend, in mehreren Generationen von Frühjahr bis Herbst. Überwintert wird als junge Laus am Stammgrund, in Rindenrissen, an alten Befallsstellen und an den Wurzeln; im Frühjahr wandern die Tiere an Stamm und Ästen nach oben und besiedeln zuerst Wunden und Astgabeln. Im Sommer treten geflügelte Tiere auf, die neue Bäume erreichen können. Eier legt die Blutlaus in Mitteleuropa praktisch nicht — anders als viele Blattläuse.
Welchen Schaden verursachen Blutläuse?
Blutläuse saugen an Rinde und jungen Trieben und geben dabei Speichel in das Pflanzengewebe ab. Daraus ergeben sich zwei Probleme:
Erstens die Schwächung: Ein starker Befall entzieht dem Baum Kraft, der Zuwachs lässt nach und junge Bäume leiden besonders. Zweitens, und typischer für die Blutlaus, die Wucherungen: An den Saugstellen bilden sich knotige, krebsartige Verdickungen an Rinde und Ästen, der sogenannte Blutlauskrebs. Diese aufgeplatzten Stellen sind zudem Eintrittspforten für Pilze und Bakterien.
Anders als Blattläuse befällt die Blutlaus nicht die Blätter, sondern verholzte Teile, Triebe und Wundstellen. Sie bevorzugt verletzte Rinde, frische Schnittwunden und den Stammgrund — gerade deshalb verschleppt unsauberer oder zur falschen Zeit gesetzter Schnitt das Problem oft.

Nützlinge: die wichtigste Hilfe
In vielen Gärten regeln natürliche Gegenspieler den Befall fast von allein.
Die Blutlaus hat einen sehr wirksamen natürlichen Gegenspieler: die Blutlauszehrwespe (Aphelinus mali). Diese winzige Schlupfwespe legt ihre Eier in die Läuse, ihre Larven fressen sie von innen auf. Parasitierte Läuse erkennt man an schwarz verfärbten, aufgeblähten Tieren. In vielen Gärten reduziert die Zehrwespe die Blutlaus so weit, dass keine weitere Bekämpfung nötig ist.
Daneben helfen weitere Nützlinge gegen Blutläuse und ihre jungen Stadien:
- Ohrwürmer fressen Blutläuse gezielt; ein mit Holzwolle gefüllter, umgedrehter Tontopf im Baum bietet ihnen Unterschlupf
- Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegenlarven vertilgen ebenfalls Läuse
- Vögel wie Meisen picken Kolonien an Rinde und Trieben ab
Die Zehrwespe wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gezielt aus Nordamerika, der Heimat der Blutlaus, nach Europa geholt und hat sich hier fest etabliert. Sie überwintert als Larve oder Puppe in den schwarzen, parasitierten Läusen an der Rinde. Wer beim Winterschnitt Zweige mit vielen solcher schwarzen Mumien stehen lässt oder das Schnittholz bis zum Frühjahr im Garten lagert, schont damit den Ausgangsbestand der Zehrwespe für die nächste Saison.
Weil die Zehrwespe ihre volle Wirkung oft erst im Hochsommer entfaltet, lohnt es sich, diese Helfer dauerhaft zu fördern. Wie Sie einen nützlingsfreundlichen Garten gestalten, beschreibt der Ratgeber zum Fördern von Nützlingen; zum gezielten Ausbringen gibt es die Seite zum Einsetzen von Nützlingen. Auf breit wirkende Insektizide sollten Sie verzichten, weil sie diese Gegenspieler treffen.
Blutläuse bekämpfen — mechanisch und naturnah
Reichen die Nützlinge nicht aus oder ist ein junger Baum stark befallen, helfen mechanische Maßnahmen, die die Gegenspieler schonen:
- Abbürsten: einzelne Kolonien mit einer Bürste oder einem in Schmierseifenlösung getauchten Lappen entfernen — das funktioniert gut an gut erreichbaren Stellen
- gezielter Schnitt: stark befallene und durch Blutlauskrebs geschädigte Triebe herausschneiden und über den Restmüll entsorgen
- kräftiges Abspritzen erreichbarer Kolonien mit Wasser, um die wachsige Schutzschicht zu zerstören
Schneiden Sie nicht in eine akute Befallsphase hinein und versorgen Sie Schnittwunden gut, denn frische Wunden ziehen Blutläuse besonders an — eine glatte, saubere Schnittführung an einem trockenen Tag ist günstiger. Im Winter, wenn der Baum kahl ist, lässt sich der Stamm mit einer Wurzelbürste von loser Rinde und Kolonien am Stammgrund säubern — Kolonien an den Wurzeln bleiben allerdings praktisch unerreichbar. Ein kräftiger Wasserstrahl aus dem Schlauch entfernt im Sommer zumindest die Wachswolle und macht die Läuse für Gegenspieler und Witterung angreifbar.
Wenn Sie zu zugelassenen Pflanzenschutzmitteln greifen möchten, kommen für den Haus- und Kleingarten nur Präparate in Frage, deren Zulassung Blutläuse oder saugende Insekten am Apfel ausdrücklich abdeckt — im Kleingarten sind das vor allem Mittel auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife; den aktuellen Zulassungsstand finden Sie in der Gebrauchsanleitung oder im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL. Wegen der wasserabweisenden Wachsschicht müssen die Kolonien tropfnass getroffen werden, meist sind mehrere Behandlungen nötig. Halten Sie sich strikt an die Gebrauchsanleitung und bevorzugen Sie nützlingsschonende Mittel. Eine kräftige, gut versorgte Pflanze steckt den Befall besser weg — Grundlagen dazu auf der Seite zum Stärken gesunder Pflanzen.

Abgrenzung zu Woll- und Schildläusen
Die weißen Wattepolster der Blutlaus werden leicht mit Woll- und Schildläusen verwechselt — die Unterschiede sind aber klar:
- Blutlaus: an verholzten Teilen, Trieben und Wunden des Apfelbaums im Freiland; beim Zerdrücken tritt rote Flüssigkeit aus; verursacht knotige Wucherungen.
- Wollläuse (Schmierläuse): vor allem an Zimmer- und Kübelpflanzen, an Blattachseln und Trieben; weiße, bewegliche, wachsbedeckte Tiere ohne roten Saft. Mehr dazu auf der Seite zu den Wollläusen.
- Schildläuse: feste, schildartige Höcker an Stängeln und Blattunterseiten, die sich kaum bewegen; ebenfalls kein roter Saft. Details auf der Seite zu den Schildläusen.
Der rote Test ist das verlässlichste Unterscheidungsmerkmal: Läuft beim Zerdrücken eine blutrote Flüssigkeit aus, handelt es sich um die Blutlaus. Welche weiteren weißen, watteartigen Beläge auf Pflanzen vorkommen, ordnet die Seite zur weißen Watte auf Pflanzen ein.
Blutläusen vorbeugen
Vorbeugen bedeutet bei der Blutlaus vor allem, dem Baum keine offenen Eintrittspforten zu bieten und die Gegenspieler zu fördern:
- Schnittwunden glatt und sauber ausführen und große Wunden zügig verheilen lassen; Schnitt bei trockenem Wetter setzen
- den Baum gleichmäßig mit Wasser und maßvoll mit Nährstoffen versorgen, da geschwächte Bäume anfälliger sind; eine übermäßige Stickstoffdüngung treibt weichen Trieb und fördert Läuse
- Stammgrund und Astgabeln regelmäßig kontrollieren, damit versteckter Befall früh entdeckt wird
- Nützlinge dauerhaft ansiedeln: Ohrwurmquartiere aufhängen, blühende Säume anlegen, auf breit wirkende Spritzmittel verzichten
- starke Rückschnitte vermeiden, die viele weiche Wasserschosse hervorrufen — genau diese Triebe besiedelt die Blutlaus bevorzugt
- bei Neupflanzungen auf die Unterlage achten: Die Unterlagen MM 106 und MM 111 gelten als weitgehend widerstandsfähig gegen Wurzelbefall, die im Hausgarten verbreitete M 9 dagegen als anfällig
Welche weiteren Schädlinge am Obstbaum auftreten und wie ein gesunder Bestand gelingt, beschreibt die Seite zu Schädlingen an Obstbäumen. Auch der Apfelwickler, der typische Verursacher madiger Äpfel, wird dort behandelt.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich Blutläuse sicher?
An den weißen, watteartigen Kolonien an Rinde, Astgabeln und Trieben des Apfelbaums — und vor allem am roten Test: Zerdrückt man eine Kolonie, läuft eine blutrote Flüssigkeit aus. Das unterscheidet die Blutlaus eindeutig von Woll- und Schildläusen.
Was ist Blutlauskrebs?
Durch das Saugen und den Speichel der Blutläuse bilden sich an den Befallsstellen knotige, krebsartige Wucherungen an Rinde und Ästen. Diese aufgeplatzten Stellen schwächen den Baum und sind Eintrittspforten für Pilze und Bakterien.
Muss ich Blutläuse immer bekämpfen?
Nicht zwingend. In vielen Gärten reduziert die Blutlauszehrwespe zusammen mit Ohrwürmern den Befall so weit, dass keine weitere Maßnahme nötig ist. Erst bei starkem Befall oder an jungen Bäumen helfen Abbürsten und gezielter Schnitt.
Welche Nützlinge helfen gegen Blutläuse?
Allen voran die Blutlauszehrwespe (Aphelinus mali), die ihre Eier in die Läuse legt. Daneben fressen Ohrwürmer, Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegenlarven die Läuse. Deshalb sollten Sie auf breit wirkende Insektizide verzichten.
Wie unterscheide ich Blutläuse von Wollläusen?
Blutläuse sitzen an verholzten Teilen, Trieben und Wunden des Apfelbaums im Freiland und geben beim Zerdrücken roten Saft ab. Wollläuse treten vor allem an Zimmer- und Kübelpflanzen auf und führen keinen roten Saft.
Warum treten Blutläuse oft an Schnittstellen auf?
Blutläuse bevorzugen verletzte Rinde, frische Schnittwunden und den Stammgrund. Unsauberer oder zur ungünstigen Zeit gesetzter Schnitt schafft genau solche Eintrittspforten — saubere Schnitte an trockenen Tagen beugen vor.
Wo überwintern Blutläuse?
Als junge Läuse am Stammgrund, in Rindenrissen, an alten Befallsstellen und an den Wurzeln. Im Frühjahr wandern sie an Stamm und Ästen nach oben, weshalb die Kolonien ab Mai sichtbar werden. Eier werden in Mitteleuropa praktisch nicht gelegt.
Befallen Blutläuse auch andere Bäume als den Apfel?
Der Apfelbaum ist der Hauptwirt. Vereinzelt werden Birne, Quitte, Zierapfel und verwandte Rosengewächse wie Weißdorn oder Zwergmispel besiedelt. An Zimmerpflanzen oder Gemüse kommt die Blutlaus nicht vor — dort handelt es sich um Woll- oder Schildläuse.
Quellen & Prüfung
Fachliche Grundlage: oekolandbau.de und Obstbau-Fachstellen zur Blutlaus (Eriosoma lanigerum) und Blutlauszehrwespe (Aphelinus mali). Stand: September 2026.
Hinweis zur Erstellung
Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.
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