Säugetiere
Steinmarder erkennen und vergrämen
Steinmarder erkennen
Der Steinmarder ist ein etwa katzengroßes Raubtier mit braunem Fell und einem typischen weißen, oft gegabelten Kehlfleck. Zu Gesicht bekommt man ihn selten, denn er ist überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv. Erkannt wird er deshalb an seinen Spuren und Geräuschen.
Das auffälligste Anzeichen ist nächtlicher Lärm: Poltern, Trippeln und Kratzen auf dem Dachboden oder in Zwischendecken, meist in den späten Nachtstunden. Im Sommer wird es oft lauter, wenn Jungtiere herumtollen.
Weitere eindeutige Spuren:
- Kot (Losung): etwa acht bis zehn Zentimeter lang, gut einen Zentimeter dick, wurstförmig, oft spiralig gedreht und an einem Ende zugespitzt. Der Marder legt feste Kotplätze an, an denen sich die Losung sammelt und einen strengen Geruch verbreitet.
- Trittsiegel: Pfotenabdrücke mit deutlich sichtbaren Krallen, gelegentlich in Staub oder weichem Boden.
- Schäden: zerwühlte oder herausgezerrte Dämmwolle, angebissene Schläuche, Kabel und Dämmmatten — im Haus wie im Motorraum von Autos.
Wichtig: Der Steinmarder unterliegt dem Jagdrecht
Vergrämen ja, fangen oder töten nur mit Jagdschein.
Bevor Sie handeln, sollten Sie die Rechtslage kennen, denn sie unterscheidet sich grundlegend von der Mücken- oder Schneckenbekämpfung. Der Steinmarder zählt in Deutschland zum jagdbaren Wild und unterliegt dem Jagdrecht. Das hat klare Folgen:
- Fang und Tötung sind Personen mit gültigem Jagdschein vorbehalten und nur außerhalb der Schonzeit zulässig.
- Die Schonzeiten sind im Jagdrecht festgelegt und unterscheiden sich je nach Bundesland — pauschale Aussagen sind hier nicht möglich.
- Lebendfallen unterliegen ebenfalls dem Jagdrecht und sind genehmigungspflichtig; ihr Einsatz ist an zusätzliche Voraussetzungen gebunden.
Für Hauseigentümer ohne Jagdschein bleibt damit nur ein zulässiger Weg: die Vergrämung. Sie ist auch ohne Jagdschein erlaubt, wenn der Marder sich in Haus, auf dem Dachboden oder im Auto eingenistet hat, und zielt darauf ab, das Tier dauerhaft fernzuhalten, ohne es zu fangen oder zu verletzen.
Der Naturschutzverband NABU geht noch weiter und spricht sich dafür aus, den Steinmarder ganz von der Liste der jagdbaren Arten zu nehmen. Unabhängig von dieser Debatte gilt für Laien: nicht fangen, nicht töten — nur vergrämen.
Welche Schäden verursacht der Steinmarder?
Der Steinmarder selbst frisst Nagetiere, Vögel, Eier, Insekten und Früchte und ist als Beutegreifer ökologisch durchaus nützlich. Zum Problem wird er durch sein Verhalten an Gebäuden und Fahrzeugen:
- Dachboden: Er zerwühlt und verschleppt Dämmmaterial, um sich ein Lager oder einen Wurfplatz einzurichten. Geräusche, Geruch und Verschmutzung durch Kot und Futterreste sind die Folge.
- Auto: Im Motorraum beißt er bevorzugt in Kabel, Zündkabel und Kühlerschläuche. Besonders aggressiv reagiert er, wenn er den Geruch eines fremden Artgenossen wittert — etwa, wenn das Auto in einem anderen Revier abgestellt war.
- Dämmung und Bauteile: zerstörte Dampfsperren und Dämmschichten können die Bausubstanz beeinträchtigen und Folgekosten verursachen.
Die Schäden am Auto entstehen also nicht aus Hunger, sondern aus Revierverhalten — das erklärt, warum derselbe Marder immer wieder dieselben Bauteile angreift.
Steinmarder vergrämen — was erlaubt ist und hilft
Vergrämung bedeutet, dem Marder den Aufenthalt so unangenehm zu machen, dass er von selbst weicht, und ihm anschließend die Rückkehr zu verbauen. Sinnvoll ist eine Kombination mehrerer Bausteine:
- Zugänge verschließen: Marder klettern hervorragend und schlüpfen durch erstaunlich kleine Öffnungen. Suchen Sie Einstiege an Dach, Traufe, Lüftungen und Giebel und verschließen Sie sie mit stabilem Material — aber erst, wenn das Tier sicher draußen ist und keine Jungtiere zurückbleiben.
- Licht: Bewegungsmelder mit Leuchten oder Lichtblitze im Bereich der Einstiege stören den lichtscheuen Marder.
- Geräusch: Ultraschall- und Geräuschgeräte können den Aufenthalt unattraktiv machen; die Wirkung lässt allerdings nach, wenn sich das Tier daran gewöhnt — Standort und Methode also wechseln.
- Geruch: handelsübliche Marder-Duftstoffe und stark riechende Mittel im Bereich des Lagers können vergrämend wirken.
- Auto schützen: Motorraum regelmäßig reinigen, um Duftmarken zu entfernen, Kabel mit Schutzschläuchen ummanteln und elektronische Marderabwehr oder Drahtgitter unter dem Wagen einsetzen.
Am wirksamsten ist die Kombination: erst stören und das Tier zum Auszug bewegen, dann konsequent alle Zugänge verschließen. Bei hartnäckigem Befall oder Unsicherheit über Jungtiere und Schonzeiten helfen ein Schädlingsbekämpfungsbetrieb oder der zuständige Jagdausübungsberechtigte weiter.
Steinmarder vorbeugen
Hat ein Marder das Quartier verlassen, ist konsequente Vorbeugung entscheidend, damit kein Nachfolger einzieht:
- alle erreichbaren Einstiege dauerhaft verschließen und das Dach regelmäßig auf neue Öffnungen kontrollieren
- Kletterhilfen entfernen oder entschärfen: überhängende Äste zurückschneiden, Fallrohre und Rankhilfen mit glatten Manschetten versehen
- keine Nahrungsquellen bieten: Fallobst aufsammeln, Tierfutter und Abfälle nicht offen lagern
- das Auto möglichst in einer geschlossenen Garage parken; wo das nicht geht, den Motorraum sauber halten und Schutzmaßnahmen montieren
Wichtig bleibt der zeitliche Rahmen: Während der Aufzuchtzeit der Jungtiere im Frühjahr und Frühsommer sollten Einstiege nicht verschlossen werden, solange unklar ist, ob noch Jungtiere im Quartier sind. Im Zweifel fachkundigen Rat einholen.
Häufige Fragen
Darf ich einen Steinmarder selbst fangen oder töten?
Nein. Der Steinmarder unterliegt dem Jagdrecht. Fang und Tötung sind Personen mit Jagdschein vorbehalten und an Schonzeiten gebunden, die je nach Bundesland unterschiedlich geregelt sind. Lebendfallen sind genehmigungspflichtig. Erlaubt ist für Laien nur die Vergrämung.
Woran erkenne ich einen Marder auf dem Dachboden?
An nächtlichem Poltern, Trippeln und Kratzen, an wurstförmigem, oft spiralig gedrehtem Kot an festen Kotplätzen mit strengem Geruch und an zerwühlter, herausgezerrter Dämmwolle. Im Sommer wird der Lärm durch Jungtiere oft lauter.
Wie werde ich einen Marder wieder los, wenn ich keine Falle stellen darf?
Durch Vergrämung: Licht, Geräusch und Geruchsmittel machen das Quartier unattraktiv, anschließend werden alle Zugänge verschlossen — aber erst, wenn das Tier draußen ist und keine Jungtiere zurückbleiben. Bei hartnäckigem Befall hilft ein Fachbetrieb oder der Jagdausübungsberechtigte.
Warum beißt der Marder ausgerechnet meine Autokabel an?
Meist aus Revierverhalten. Wittert er im Motorraum den Geruch eines fremden Artgenossen, reagiert er aggressiv und beißt in Kabel und Schläuche. Eine gründliche Motorwäsche zur Geruchsentfernung und Kabelschutz oder elektronische Abwehr beugen vor.
Wann darf ich die Einstiege am Dach verschließen?
Erst, wenn sicher kein Tier mehr im Quartier ist — und nicht während der Aufzuchtzeit im Frühjahr und Frühsommer, solange Jungtiere zurückbleiben könnten. Im Zweifel klären Sie das mit einem Fachbetrieb oder dem zuständigen Jagdausübungsberechtigten.
Ist der Steinmarder überhaupt schädlich?
Als Beutegreifer ist er ökologisch nützlich; problematisch ist nur sein Verhalten an Gebäuden und Autos. Der NABU spricht sich sogar dafür aus, ihn von der Liste der jagdbaren Arten zu nehmen. Für die Praxis heißt das: vergrämen und fernhalten statt bekämpfen.