Zikaden

Zikaden im Garten erkennen und einordnen

Zikaden sind pflanzensaugende Insekten, die bei Störung auffällig wegspringen. Im Garten fallen vor allem zwei Arten auf: die Rhododendronzikade, die wegen ihrer Rolle bei der gefürchteten Knospenbräune Beachtung verdient, und die Wiesenschaumzikade, deren Larven die rätselhafte „Kuckucksspucke“ erzeugen. Die meisten Zikaden hinterlassen lediglich harmlose helle Sprenkel auf Blättern. Diese Seite ordnet ein, wann genaues Hinsehen lohnt und wann man die Tiere getrost ignorieren kann.
Aktualisiert am 10. Juni 2026

Zikaden erkennen

Zikaden sind saugende Insekten mit oft keil- oder zylinderförmigem Körper, die bei Berührung auffällig wegspringen — manche werden deshalb mit Heuschrecken oder Blattläusen verwechselt. Im Garten fallen vor allem zwei Arten auf:

  • Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi): etwa acht bis zehn Millimeter lang, leuchtend grün mit roten Längsstreifen auf den Flügeln. Sie stammt aus Nordamerika und wurde nach Europa eingeschleppt.
  • Wiesenschaumzikade (Philaenus spumarius): nur fünf bis sieben Millimeter groß, unscheinbar bräunlich. Bekannt ist sie weniger durch ihr Aussehen als durch die Schaumnester ihrer Larven.

Das typische Schadbild der meisten Zikaden ist eine feine, helle Sprenkelung oder Aufhellung der Blätter: Beim Saugen entleeren die Tiere einzelne Blattzellen, in die Luft eindringt. Bei vielen Arten bleibt es bei diesem kosmetischen Schaden.

Rhododendronzikade: Überträger, nicht Verursacher

Der Pilz macht die Knospen braun — nicht die Zikade selbst.

Bei der Rhododendronzikade ist eine saubere Unterscheidung wichtig: Die Zikade selbst saugt am Laub und hinterlässt dort nur eine helle Sprenkelung — den eigentlichen Schaden richtet ein Pilz an, den sie überträgt.

Die gefürchtete Knospenbräune (Knospensterben) wird durch den Pilz Pycnostysanus azaleae verursacht. Befallene Knospen färben sich braun, sterben ab und tragen später kleine schwarze, borstige Auswüchse — die Fruchtkörper des Pilzes. Die Rhododendronzikade legt im Spätsommer ihre Eier in die Knospen und schafft dabei Eintrittspforten für die Pilzsporen; sie gilt als Hauptüberträger.

Wichtig zur Einordnung: Die Zikade ist nicht die Ursache der braunen Knospen, sondern der Vektor, der den Pilz verbreitet. Wer die Knospenbräune eindämmen will, setzt deshalb an beiden Punkten an — am Pilz und an der Zikade.

Was bei Rhododendron zu tun ist

Gegen die Knospenbräune und ihren Überträger hilft eine Kombination aus Hygiene und Beobachtung:

  • befallene, braun verfärbte Knospen frühzeitig ausbrechen und entsorgen — möglichst, bevor sich die Sporen verbreiten
  • den Strauch im Sommer auf Rhododendronzikaden kontrollieren, vor allem von Hochsommer bis Herbst, wenn die Eiablage in die Knospen erfolgt
  • den Standort verbessern: luftige, nicht zu dichte Pflanzung und kräftige, gut versorgte Pflanzen sind weniger anfällig
  • Gelbtafeln können die fliegenden Zikaden anzeigen und einen Teil abfangen, lösen das Problem allein aber nicht

Das konsequente Entfernen befallener Knospen ist die wichtigste Einzelmaßnahme, weil es den Pilz an der Vermehrung hindert. Pflanzenschutzmittel sind im Hausgarten meist verzichtbar und nur mit entsprechender Zulassung einzusetzen. Wie kräftige, widerstandsfähige Pflanzen Befall besser wegstecken, beschreibt der Ratgeber „Pflanzen stärken“.

Wiesenschaumzikade und die Kuckucksspucke

Im Frühsommer entdeckt man an Gräsern und Stauden weiße Schaumklümpchen, die wie Spucke aussehen — im Volksmund Kuckucksspucke, Kuckucksspeichel oder Hexenspucke genannt. Darin verbergen sich die Larven der Wiesenschaumzikade.

Die Larven saugen Pflanzensaft und pumpen über eine Atemhöhle Luft in ein eiweißhaltiges Sekret; so entsteht der schützende Schaum, der zu rund 99 Prozent aus Wasser besteht. Er bewahrt die weichen Larven vor Austrocknung und Fressfeinden.

Für den Garten ist die Wiesenschaumzikade nahezu bedeutungslos: Abgesehen von der optischen Beeinträchtigung durch den Schaum ist der Schaden vernachlässigbar. Weder die Larven noch die erwachsenen Tiere richten an gesunden Pflanzen nennenswerten Schaden an. Wen der Anblick stört, spült den Schaum einfach mit Wasser ab — eine Bekämpfung ist nicht nötig.

Weitere Zikaden und natürliche Gegenspieler

Neben diesen beiden Arten gibt es viele weitere Zikaden an Reben, Obst und Ziergehölzen. Die meisten verursachen lediglich eine helle Sprenkelung der Blätter und brauchen keine Bekämpfung. Einige Arten können im Erwerbsanbau als Überträger von Pflanzenkrankheiten eine Rolle spielen — für den Hausgarten ist das selten relevant.

Im naturnahen Garten halten Gegenspieler die Zikaden meist in Schach:

  • Vögel, Spinnen und räuberische Insekten erbeuten erwachsene Tiere und Larven
  • Schlupfwespen parasitieren die Eier und Larven mancher Arten
  • ein vielfältiger Garten mit Hecken und Stauden bietet diesen Helfern Lebensraum

Wer Nützlinge fördert, reduziert den Zikadendruck auf natürliche Weise — wie das gelingt, fasst der Ratgeber „Nützlinge einsetzen“ zusammen. Aktiver Handlungsbedarf besteht im Hausgarten praktisch nur bei der Rhododendronzikade wegen der Knospenbräune.

Häufige Fragen

Sind Zikaden im Garten gefährlich für meine Pflanzen?

Die meisten Zikaden sind harmlos und verursachen nur eine helle Sprenkelung der Blätter. Eine Ausnahme ist die Rhododendronzikade, weil sie den Pilz der Knospenbräune überträgt. Die übrigen Arten brauchen in der Regel keine Bekämpfung.

Verursacht die Rhododendronzikade die braunen Knospen?

Nicht direkt. Die braunen, absterbenden Knospen sind Folge des Pilzes Pycnostysanus azaleae. Die Rhododendronzikade überträgt diesen Pilz nur, indem sie ihre Eier in die Knospen legt — sie ist also der Vektor, nicht die eigentliche Ursache.

Was ist die Kuckucksspucke an Pflanzen?

Die weißen Schaumnester sind die „Kuckucksspucke“ — der Schutzschaum der Larven von Schaumzikaden wie der Wiesenschaumzikade. Er besteht fast vollständig aus Wasser und ist für die Pflanze praktisch unschädlich.

Muss ich die Schaumnester der Wiesenschaumzikade entfernen?

Nein, das ist nicht nötig. Der Schaden ist vernachlässigbar. Wen der Anblick stört, kann den Schaum einfach mit Wasser abspülen — eine Bekämpfung der harmlosen Schaumzikade ist nicht erforderlich.

Was hilft gegen die Knospenbräune am Rhododendron?

Die wichtigste Maßnahme ist, befallene braune Knospen früh auszubrechen und zu entsorgen, damit sich der Pilz nicht weiter verbreitet. Zusätzlich lohnt es, die Rhododendronzikade im Sommer im Blick zu behalten und für einen luftigen Standort zu sorgen.

Wie erkenne ich die Rhododendronzikade?

An ihrer auffälligen Färbung: Sie ist etwa acht bis zehn Millimeter lang, leuchtend grün und trägt rote Längsstreifen auf den Flügeln. Bei Störung springt sie weg. Im Sommer sitzt sie häufig auf den Blättern des Rhododendrons.

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