Wanzen

Stinkwanzen erkennen, einordnen und richtig handhaben

Stinkwanzen lösen oft Unbehagen aus — wegen ihres Geruchs und weil sie im Herbst in Wohnungen drängen. Tatsächlich sind die allermeisten Wanzen im Garten harmlose Saftsauger, die kaum Schaden anrichten. Wichtig ist eine einzige Unterscheidung: Die heimische Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) ist weitgehend unproblematisch, die aus Ostasien eingeschleppte Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) dagegen ein ernstzunehmender Pflanzenschädling mit über 300 Wirtspflanzen. Im Haus richten Wanzen keinen Schaden an — dort sind sie reine Überwinterungsgäste.
Aktualisiert am 4. September 2026
Marmorierte Baumwanze auf einem Pflanzenblatt im Garten
Die invasive Marmorierte Baumwanze ist die Wanzenart, die im Garten am häufigsten ernsthaften Schaden an Obst und Gemüse anrichtet. · Symbolbild, KI-generiert

Stinkwanzen erkennen — die wichtigen Arten

Im Garten begegnen einem vor allem zwei schildförmige Stinkwanzen, die im Alltag schlicht als Stinkwanzen bezeichnet werden:

  • Grüne Stinkwanze (Palomena prasina): heimisch, etwa zwölf bis vierzehn Millimeter lang, im Frühjahr und Sommer einfarbig grün mit dunkelbrauner Flügelmembran. Im Herbst wechselt sie temperaturgesteuert zu braun oder rotbraun und überwintert in dieser Tarnfarbe. Ihre Fühler sind unauffällig gefärbt, ohne weiße Ringe.
  • Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys): invasiv, aus Ostasien eingeschleppt, zwölf bis etwa siebzehn Millimeter lang, marmoriert braun-grau gesprenkelt. Sichere Merkmale sind die weißen Bänder an den beiden äußeren Fühlergliedern, der hell-dunkel gebänderte Hinterleibsrand, der seitlich unter den Flügeln hervorschaut, und mehrere kleine helle Flecken am Vorderrand des Halsschilds und an der Basis des Schildchens.

Eine dritte Art wird besonders im Haus oft für die Marmorierte Baumwanze gehalten: die heimische Graue Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa). Sie ist ähnlich graubraun gesprenkelt, hat ebenfalls hell geringelte Fühler und überwintert gern in Gebäuden. Sicher unterscheiden lässt sie sich an einem langen, nach vorn gerichteten Dorn auf der Bauchseite zwischen den Hinterbeinen, der der Marmorierten Baumwanze fehlt. Die Graue Gartenwanze ist harmlos.

Den Namen verdanken alle Stinkwanzen ihren Wehrdrüsen: Bei Gefahr oder beim Zerdrücken setzen sie ein streng riechendes Sekret frei. Das ist unangenehm, aber harmlos. Die genaue Unterscheidung der beiden Hauptarten beschreibt die Vergleichsseite „Grüne Stinkwanze vs. Marmorierte Baumwanze“ im Detail.

Heimisch und harmlos oder invasiv und schädlich?

Nicht jede Wanze im Garten ist ein Problem.

Die heimische Grüne Stinkwanze saugt mit ihrem Stechrüssel an Pflanzensaft, bevorzugt an Beeren und Früchten wie Brombeeren oder Himbeeren; die Nymphen saugen eher an Blättern und Trieben. Der Schaden bleibt in der Regel gering — betroffene Beeren können durch das Wanzensekret allerdings einen unangenehmen Geschmack annehmen.

Ganz anders die Marmorierte Baumwanze: Sie ist ein ernstzunehmender Pflanzenschädling mit einem außergewöhnlich breiten Wirtsspektrum von über 300 Pflanzenarten — darunter Apfel, Birne, Pfirsich, Beeren, Haselnuss, Tomate, Paprika, Bohnen und viele Ziergehölze. Ihr Speichel verursacht beim Saugen verkorkte, eingesunkene und verformte Stellen an Früchten, die dadurch oft unbrauchbar werden. In Europa fehlen ihr bislang weitgehend natürliche Gegenspieler.

Eine zweite eingewanderte Art macht sich zunehmend bemerkbar: die Grüne Reiswanze (Nezara viridula). Sie sieht der heimischen Grünen Stinkwanze zum Verwechseln ähnlich, ist aber ein Schädling an Tomate, Paprika und Bohne und hat sich vor allem entlang des Rheins, im wärmeren Südwesten und in warmen Stadtlagen etabliert (Stand: 2026). Unterscheiden lässt sie sich an der farblosen, durchsichtigen Flügelmembran — bei der Grünen Stinkwanze ist sie dunkelbraun — und an drei bis fünf kleinen hellen Punkten am Vorderrand des Schildchens. Ihre Nymphen sind auffällig schwarz mit weißen und roten Punkten.

Grüne Stinkwanze und Marmorierte Baumwanze bilden in Deutschland in der Regel eine Generation pro Jahr: Die überwinterten Tiere legen ab Mai oder Juni Eier, die Nymphen wachsen über den Sommer in fünf Stadien heran, und ab August erscheinen die neuen erwachsenen Wanzen. Bei der Marmorierten Baumwanze und der Reiswanze ist in warmen Jahren eine zweite Teilgeneration möglich. Der Saugdruck auf Obst und Fruchtgemüse ist deshalb im Spätsommer am höchsten.

Für den Hausgarten heißt das: Bei einfarbig grünen Wanzen mit dunkler Flügelmembran gibt es meist kaum Handlungsbedarf. Treten die Marmorierte Baumwanze oder die Reiswanze gehäuft an Obst und Fruchtgemüse auf, lohnt das konsequente Absammeln von Gelegen, Nymphen und erwachsenen Tieren.

Nahaufnahme einer Marmorierten Baumwanze auf einer Tomatenfrucht mit Einstichstellen.
Die Einstiche der Marmorierten Baumwanze verursachen korkige Stellen und Verformungen an Obst und Gemüse. · Symbolbild, KI-generiert

Welche Schäden verursachen Wanzen im Garten?

Schäden entstehen durch das Saugen mit dem Stechrüssel — vor allem die Marmorierte Baumwanze fällt auf:

  • verkorkte, eingesunkene oder verformte Stellen an Früchten, häufig an Tomate, Paprika und Kernobst
  • braune oder helle Sprenkel und Flecken am Fruchtgewebe rund um die Einstichstellen
  • eingesunkene, harte oder schwammige Areale unter der Fruchthaut, die beim Aufschneiden sichtbar werden
  • bei Äpfeln und Birnen Dellen und verkorkte Stellen im Fruchtfleisch, bei Bohnen verkrüppelte Hülsen, bei Haselnüssen taube oder bitter schmeckende Kerne
  • bei Beeren der heimischen Grünen Stinkwanze vor allem ein veränderter, unangenehmer Geschmack

Die Marmorierte Baumwanze legt ihre Eier bevorzugt an Blattunterseiten ab: Ein Gelege besteht meist aus etwa 20 bis 30 hellgrünen, fassförmigen Eiern, die in dichten Reihen nebeneinanderstehen. Die frisch geschlüpften Nymphen sitzen zunächst dicht gedrängt am Gelege und verteilen sich erst ab dem zweiten Stadium auf der Pflanze — ein guter Moment, das ganze Blatt samt Gelege abzunehmen. Ältere Nymphen sind flügellos, gedrungen und tragen bereits die hell-dunkel geringelten Fühler und Beine der erwachsenen Tiere.

Wer den Befall früh erkennt, kann Gelege und Nymphen gezielt absammeln. Wie sich Wanzen-Saugschäden von Blütenendfäule und Sonnenbrand abgrenzen lassen, beschreibt die Symptomseite „Saugstellen an Tomaten und Paprika“.

Wanzen im Haus: lästig, aber kein Schädling

Im Herbst suchen Wanzen frostfreie Überwinterungsplätze — und landen dabei oft hinter Fensterrahmen, in Rollladenkästen, hinter gedämmten Fassaden oder in Wohnräumen. Besonders die Marmorierte Baumwanze zeigt ein ausgeprägtes Verhalten, sich an Gebäuden zu sammeln: An warmen, sonnigen Tagen im September und Oktober fliegt sie helle, sonnenbeschienene Hauswände an und drängt durch Ritzen und gekippte Fenster nach innen. Auch die heimische Graue Gartenwanze und gelegentlich die inzwischen braun gefärbte Grüne Stinkwanze tauchen so im Haus auf.

Wichtig zur Beruhigung: Im Haus sind Wanzen keine Schädlinge. Sie

  • fressen in der Wohnung nichts und gehen nicht an Lebensmittel, Textilien oder Holz
  • vermehren sich nicht im Haus und legen dort keine Eier
  • verursachen keine Materialschäden und übertragen keine Krankheiten
  • stechen oder beißen den Menschen nicht

Sie sind also reine Überwinterungsgäste und ein Lästling, kein Befall. Typisch ist, dass die Tiere an milden Wintertagen oder bei warmer Heizungsluft aus ihrem Versteck kommen und träge an Fenstern und Lampen umherlaufen; im März und April verlassen sie das Haus wieder Richtung Garten. Das einzige echte Ärgernis ist der Geruch, wenn man sie zerdrückt oder einsaugt. Deshalb gilt im Haus: einsammeln und aussperren statt bekämpfen.

Eine Hand schiebt eine Stinkwanze vorsichtig mit einem Blatt Papier in ein Glas.
Statt sie zu zerquetschen, sollten Wanzen im Haus lebend gefangen und nach draußen getragen werden. · Symbolbild, KI-generiert

Richtig handhaben: sammeln, aussperren, nicht spritzen

Sowohl im Garten als auch im Haus ist die mechanische Methode die beste Wahl:

  • Im Garten: Wanzen, Nymphen und Eigelege absammeln, am besten morgens, wenn die Tiere noch kühl und träge sind. Ein untergehaltenes Gefäß mit Seifenwasser fängt herabfallende Tiere auf; bei Sträuchern und kleinen Bäumen hilft ein Abklopfen der Zweige über einem hellen Tuch oder einer Schale.
  • Gelege ganz entfernen: Blätter mit Eiern abschneiden und über den Restmüll entsorgen, nicht auf den Kompost.
  • Im Haus: Tiere mit Kehrblech, Glas-und-Papier-Methode oder einem Staubsauger mit Beutel vorsichtig einsammeln und nach draußen bringen — nicht zerdrücken, das setzt den Geruch frei.
  • Vorbeugend aussperren: Fenster- und Türritzen abdichten, Insektenschutzgitter anbringen, Spalten an Rollladenkästen verschließen.
  • Im Garten gefährdete Kulturen mit feinmaschigen Kulturschutznetzen schützen — wie das geht, beschreibt der Ratgeber „Kulturschutznetze richtig einsetzen“.

Von Insektiziden ist abzuraten: Sie sind gegen die mobilen, gut versteckten Wanzen wenig wirksam, treffen Nützlinge und sind im Haus ohnehin fehl am Platz. Rechtlich gilt: Pflanzenschutzmittel dürfen nur eingesetzt werden, wenn sie für die jeweilige Kultur und den Schädling zugelassen sind — eine gezielte Zulassung gegen die Marmorierte Baumwanze für den Haus- und Kleingarten gibt es nach unserem Kenntnisstand nicht. Hausmittel wie Spülmittel- oder Seifenlösungen sind keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel und richten gegen die gepanzerten erwachsenen Wanzen ohnehin kaum etwas aus; auch zugelassene Präparate auf Kaliseifen-, Rapsöl- oder Neembasis sind vor allem gegen weichhäutige Schädlinge gedacht und gegen Wanzen keine verlässliche Lösung.

Typische Fehler: Wanzen im Haus mit Insektenspray behandeln (unnötig und geruchsintensiv), den Staubsauger ohne Beutel nutzen (der Geruch bleibt im Gerät) oder Pheromon-Lockstofffallen aus dem Erwerbsanbau im kleinen Garten aufstellen — sie dienen dem Monitoring und können mehr Tiere anlocken, als sie fangen. Auf lange Sicht ruht die Hoffnung auf natürlichen Gegenspielern: Die aus Asien stammende Samurai-Schlupfwespe (Trissolcus japonicus), die die Eier der Baumwanze parasitiert, wurde inzwischen auch in Mitteleuropa nachgewiesen. Für den Hausgarten ist sie nicht erhältlich.

Wanzen vorbeugen — im Garten und am Haus

Ganz fernhalten lassen sich Wanzen nicht, der Druck lässt sich aber senken — mit dem passenden Zeitplan:

  • Mai bis Juni: gefährdete Kulturen wie Tomaten, Paprika, Bohnen und Beerenobst ab dem Fruchtansatz mit Kulturschutznetz abdecken; Tomaten, Paprika und Bohnen sind Selbstbestäuber, für sie ist das unproblematisch
  • Juni bis September: wöchentlich kontrollieren, besonders die Blattunterseiten auf Eigelege und Nymphen; reife Beeren zügig ernten, damit sie nicht lange als Saugquelle stehen
  • August bis September: das Haus winterfest machen — Ritzen an Fenstern, Türen und Rollladenkästen abdichten, Fliegengitter anbringen, bevor die Wanzen im Herbst einwandern
  • den Garten naturnah gestalten, damit sich Vögel, Spinnen und andere Gegenspieler ansiedeln
  • Funde der Marmorierten Baumwanze mit Foto an den regionalen Pflanzenschutzdienst oder eine Meldeplattform melden — das hilft beim Verbreitungs-Monitoring

Wie Sie Haus und Garten gegen überwinternde Insekten allgemein wappnen, fasst der Ratgeber „Garten winterfest gegen Schädlinge machen“ zusammen.

Häufige Fragen

Sind Stinkwanzen im Haus gefährlich oder schädlich?

Nein. Wanzen im Haus sind reine Überwinterungsgäste. Sie fressen nichts, vermehren sich dort nicht, verursachen keine Materialschäden und stechen den Menschen nicht. Lästig ist allein der Geruch, wenn man sie zerdrückt.

Welche Wanze richtet im Garten wirklich Schaden an?

Vor allem die invasive Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys). Sie hat über 300 Wirtspflanzen und verursacht beim Saugen verkorkte, eingesunkene Stellen an Obst und Gemüse. In warmen Regionen kommt die Grüne Reiswanze hinzu. Die heimische Grüne Stinkwanze ist dagegen weitgehend harmlos.

Wie werde ich Wanzen in der Wohnung los?

Vorsichtig einsammeln und nach draußen bringen — mit Kehrblech, der Glas-und-Papier-Methode oder einem Staubsauger mit Beutel. Nicht zerdrücken, das setzt den Geruch frei. Vorbeugend Fensterritzen abdichten und Insektenschutzgitter anbringen.

Soll ich gegen Wanzen Insektizide einsetzen?

Im Hausgarten nein. Insektizide wirken gegen die mobilen Wanzen kaum und treffen Nützlinge. Sinnvoll sind Absammeln und Kulturschutznetze. Pflanzenschutzmittel dürfen ohnehin nur mit passender Zulassung für Kultur und Schädling eingesetzt werden; Hausmittel sind keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel.

Warum riechen Stinkwanzen so unangenehm?

Stinkwanzen besitzen Wehrdrüsen, aus denen sie bei Gefahr oder beim Zerdrücken ein streng riechendes Sekret freisetzen. Das schützt sie vor Fressfeinden, ist für den Menschen aber harmlos. Deshalb sollte man die Tiere nie zerquetschen.

Sind Wanzen für Obst und Gemüse aus dem Garten ein Problem für die Gesundheit?

Nein. Wanzenschäden sind kosmetisch und betreffen Aussehen und teils den Geschmack der Früchte. Die Marmorierte Baumwanze überträgt keine für Menschen relevanten Krankheiten — befallene Früchte sind nur optisch und geschmacklich beeinträchtigt.

Warum kommen im Herbst plötzlich so viele Wanzen ins Haus?

Weil die erwachsenen Tiere frostfreie Winterquartiere suchen. An warmen Herbsttagen fliegen vor allem die Marmorierte Baumwanze und die Graue Gartenwanze sonnenbeschienene Hauswände an und drängen durch Ritzen und gekippte Fenster ein. Abdichten und Fliegengitter bis Ende August sind die wirksamste Vorbeugung.

Ist eine braune Wanze im Herbst automatisch eine Marmorierte Baumwanze?

Nein. Die Grüne Stinkwanze färbt sich im Herbst braun, und die heimische Graue Gartenwanze ist ganzjährig graubraun gesprenkelt. Prüfen Sie die Fühler auf weiße Bänder, den Hinterleibsrand auf helle und dunkle Felder und die Bauchseite: Ein langer Dorn zwischen den Hinterbeinen spricht für die harmlose Graue Gartenwanze.

Hinweis zur Erstellung

Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.

Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten

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