Vergleich
Grüne Stinkwanze oder Marmorierte Baumwanze – die Unterschiede
Direktvergleich auf einen Blick
Die wichtigsten Unterschiede in einer Tabelle.
Die folgende Tabelle stellt beide Wanzen nebeneinander. Im Alltag genügen meist zwei Merkmale: die Färbung und die Fühler. Sind die Fühler deutlich hell-dunkel geringelt, handelt es sich um die invasive Marmorierte Baumwanze.
| Merkmal | Grüne Stinkwanze | Marmorierte Baumwanze |
|---|---|---|
| Status | heimisch (Palomena prasina) | invasiv, aus Asien eingeschleppt (Halyomorpha halys) |
| Färbung | im Sommer einfarbig grün, im Herbst braun bis rotbraun | marmoriert braun, mehrfarbig gesprenkelt |
| Fühler | einfarbig, ohne auffällige Ringelung | deutlich hell-dunkel gebändert — sicherstes Merkmal |
| Größe | etwa 12–14 mm | bis etwa 17 mm |
| Schaden im Garten | gering; saugt an Beeren, die im Geschmack leiden können | erheblich; über 300 Wirtspflanzen, verkorkte Saugstellen an Obst und Gemüse |
| Überwinterung | meist im Freien unter Rinde, Laub und in Ritzen | sammelt sich auffällig an und in Gebäuden |
| Bedeutung | harmloser Teil der heimischen Fauna | Problemart; Ausbreitung wird vom JKI beobachtet |
Grüne Stinkwanze sicher erkennen
Die Grüne Stinkwanze ist die klassische, breit verbreitete heimische Wanze. Sie ist etwa zwölf bis vierzehn Millimeter lang, schildförmig und im Frühjahr und Sommer einfarbig grün. Im Herbst vollzieht sie einen temperaturgesteuerten Farbwechsel zu braun oder rotbraun — in dieser Tarnfarbe überwintert sie, meist im Freien unter loser Rinde, in der Bodenstreu oder in Mauerritzen.
Ihre Fühler sind unauffällig gefärbt, ohne die deutliche Ringelung der invasiven Art. Sie saugt vor allem an Früchten und Beeren wie Brombeeren oder Himbeeren; die Larven gehen an Blätter und Triebe. Der Schaden bleibt gering — lediglich der Geschmack besaugter Beeren kann durch das Wanzensekret leiden.
Kurz: Eine einfarbig grüne Wanze im Sommergarten ist mit großer Wahrscheinlichkeit die harmlose heimische Grüne Stinkwanze und kein Grund zur Sorge.
Marmorierte Baumwanze sicher erkennen
Die Marmorierte Baumwanze stammt aus Ostasien und wurde nach Europa eingeschleppt. Sie ist mit bis zu etwa siebzehn Millimetern etwas größer und durchgehend marmoriert braun gefärbt — also nie einfarbig grün. Das sicherste Erkennungsmerkmal sind ihre Fühler: Sie tragen eine deutliche hell-dunkle Bänderung, die der heimischen Grünen Stinkwanze fehlt. Zusätzlich zeigt der Hinterrand des Halsschilds oft mehrere helle Flecken.
Anders als die heimischen Arten ist sie ein ernstzunehmender Pflanzenschädling: Mit über 300 Wirtspflanzen befällt sie Obst, Gemüse und Ziergehölze und hinterlässt beim Saugen verkorkte, eingesunkene und verformte Stellen an Früchten. In Europa fehlen ihr bislang wirksame natürliche Gegenspieler, was ihre Ausbreitung begünstigt.
Warum die invasive Art beobachtet wird
Die Rolle des Julius Kühn-Instituts beim Monitoring.
Die Marmorierte Baumwanze gilt als invasive Art, die sich in Deutschland weiter ausbreitet — begünstigt durch das weitgehende Fehlen natürlicher Feinde. Wegen ihres breiten Wirtsspektrums und der Schäden im Obst- und Gemüsebau wird ihre Verbreitung systematisch verfolgt.
Das Julius Kühn-Institut (JKI), das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, ist an diesem Monitoring beteiligt. Gemeinsam mit Landeseinrichtungen wie dem LTZ Augustenberg werden Verbreitungskarten erstellt und Modelle entwickelt, um die künftige Ausbreitung abzuschätzen — mit dem Ziel eines bundesweiten Frühwarnsystems. Dabei wird auch die Bevölkerung um Mithilfe gebeten: Funde der Marmorierten Baumwanze können an Pflanzenschutzdienste oder Meldeplattformen gemeldet werden.
Für Gartenbesitzer heißt das: Wer die Art sicher bestimmt hat, leistet mit einer Meldung einen kleinen Beitrag zum Monitoring. Im eigenen Garten bleibt das Absammeln der Tiere und Gelege die sinnvolle Maßnahme.
Richtig handeln — je nach Art
Welche Maßnahme angemessen ist, hängt allein von der Bestimmung ab:
Bei der Grünen Stinkwanze: meist gar nichts. Die heimische Art ist harmlos und Teil der Gartenfauna. Wer besaugte Beeren vermeiden will, kann einzelne Tiere von Beerensträuchern absammeln — mehr ist nicht nötig.
Bei der Marmorierten Baumwanze: gezielt absammeln. Tiere, Nymphen und die hellgrünen Eigelege an den Blattunterseiten abnehmen, gefährdete Kulturen mit engmaschigem Kulturschutznetz schützen und im Herbst das Haus durch Abdichten von Ritzen und Insektenschutzgitter gegen einwandernde Überwinterungsgäste sichern.
In beiden Fällen gilt: Wanzen nicht zerdrücken, da sie sonst ihr Wehrsekret freisetzen, und im Hausgarten auf Insektizide verzichten. Die ausführliche Handhabung im Garten und im Haus beschreibt der Ratgeber „Stinkwanzen erkennen, einordnen und richtig handhaben“; die Abgrenzung der Fruchtschäden die Seite „Saugstellen an Tomaten und Paprika“.
Häufige Fragen
Wie unterscheide ich Grüne Stinkwanze und Marmorierte Baumwanze am schnellsten?
An Farbe und Fühlern. Eine einfarbig grüne Wanze im Sommer ist die heimische Grüne Stinkwanze. Marmoriert braun mit deutlich hell-dunkel geringelten Fühlern ist die invasive Marmorierte Baumwanze — die geringelten Fühler sind das sicherste Merkmal.
Ist die Grüne Stinkwanze schädlich?
Kaum. Die heimische Grüne Stinkwanze saugt vor allem an Beeren und Früchten, die dadurch im Geschmack leiden können, richtet aber keinen ernsthaften Schaden an. Sie ist ein harmloser Teil der Gartenfauna.
Warum ist die Marmorierte Baumwanze ein Problem?
Weil sie invasiv ist, in Deutschland kaum natürliche Feinde hat und über 300 Wirtspflanzen befällt. Ihr Saugen verursacht verkorkte, eingesunkene Stellen an Obst und Gemüse. Deshalb wird ihre Ausbreitung vom Julius Kühn-Institut beobachtet.
Soll ich einen Fund der Marmorierten Baumwanze melden?
Ja, das ist sinnvoll. Das JKI und Landeseinrichtungen kartieren die Ausbreitung und bitten die Bevölkerung um Mithilfe. Sichere Funde lassen sich an regionale Pflanzenschutzdienste oder Meldeplattformen weitergeben.
Ändert die Grüne Stinkwanze wirklich ihre Farbe?
Ja. Im Frühjahr und Sommer ist sie einfarbig grün, im Herbst wechselt sie temperaturgesteuert zu braun oder rotbraun. In dieser Tarnfarbe überwintert sie. Die marmorierte Färbung der invasiven Baumwanze ist dagegen ganzjährig braun gesprenkelt.
Was mache ich, wenn ich die Marmorierte Baumwanze im Garten finde?
Tiere, Nymphen und die hellgrünen Eigelege an den Blattunterseiten absammeln und gefährdete Kulturen mit Kulturschutznetz schützen. Im Herbst zusätzlich das Haus durch Abdichten von Ritzen gegen einwandernde Tiere sichern. Insektizide sind im Hausgarten nicht nötig.