Gemüse

Schädlinge an Kohl erkennen und bekämpfen

Kohlgewächse — von Weißkohl über Brokkoli bis Grünkohl — gehören zu den am stärksten von Schädlingen besuchten Gemüsekulturen. Am häufigsten sind die Raupen des Kohlweißlings, dazu kommen Erdflöhe an Jungpflanzen, die Kohlmottenschildlaus, die Mehlige Kohlblattlaus und Schnecken. Die gute Nachricht: Ein lückenloses Kulturschutznetz von der Pflanzung an entschärft fast alle diese Probleme gleichzeitig.
Aktualisiert am 5. Juni 2026

Häufige Schädlinge an Kohl

Kohl ist ein Schädlingsmagnet — diese Tiere tauchen am häufigsten auf.

Der wichtigste Schädling an Kohl sind die Raupen des Kohlweißlings. Die weißen Falter legen ihre gelben Eier an die Blattunterseiten; die schlüpfenden Raupen fressen Löcher in die Blätter und bohren sich in die Köpfe. Das ausführliche Porträt finden Sie auf der Seite zum Kohlweißling.

An Jungpflanzen sind außerdem Erdflöhe gefürchtet: kleine springende Käfer, die viele winzige runde Löcher in die Blätter fressen — das typische „Schrotschuss“-Bild. Häufig ist auch die Kohlmottenschildlaus, die Weiße Fliege des Kohls: Bei Berührung der Pflanze fliegen Wolken kleiner weißer Tiere von den Blattunterseiten auf; sie ähnelt der Weißen Fliege aus dem Gewächshaus und wird genauso behandelt.

Dazu kommen die Mehlige Kohlblattlaus, die in dichten, grau bepuderten Kolonien an Blättern und Trieben saugt und Blätter verkrüppeln lässt, sowie Schnecken, die frisch gesetzte Jungpflanzen über Nacht abfressen können. Schließlich gibt es die Kohlfliege: Ihre Maden fressen an den Wurzeln, befallene Pflanzen welken trotz feuchten Bodens und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. Auch gegen sie hilft das Kulturschutznetz, weil es die Fliegen an der Eiablage hindert.

  • Kohlweißlings-Raupen: Hauptschädling, Lochfraß bis Kahlfraß
  • Erdflöhe: „Schrotschuss“-Löcher an Jungpflanzen
  • Kohlmottenschildlaus: weiße Tiere an den Blattunterseiten
  • Mehlige Kohlblattlaus: graue, bepuderte Kolonien
  • Schnecken: Fraß an Jungpflanzen, vor allem nachts
  • Kohlfliege: Maden an den Wurzeln, Pflanzen welken

Typische Symptome an Kohl

Die meisten Schädlinge hinterlassen an Kohl ein charakteristisches Bild — so ordnen Sie die Anzeichen zu:

  • große, unregelmäßige Löcher und dunkle Kotkrümel: Raupen des Kohlweißlings
  • viele kleine, runde Löcher wie von Schrotkugeln an Jungpflanzen: Erdflöhe
  • weiße Tiere, die beim Berühren auffliegen, klebrige Blätter: Kohlmottenschildlaus
  • gekräuselte, verfärbte Blätter mit grau bepuderten Kolonien: Mehlige Kohlblattlaus
  • ausgefranste Löcher plus Schleimspuren, Schaden über Nacht: Schnecken
  • welkende Pflanzen, die sich leicht aus dem Boden ziehen lassen: Maden der Kohlfliege an den Wurzeln

Wichtig ist der Blick auf die Blattunterseiten: Dort sitzen die Eier des Kohlweißlings, die jungen Raupen, die Kohlmottenschildlaus und die Blattlauskolonien. Wer beim Gießen routinemäßig ein paar Blätter umdreht, entdeckt fast jeden Befall früh. Eine allgemeine Bestimmungshilfe für Lochfraß bietet die Seite „Löcher in Blättern“.

Was tun bei Befall?

Eine Maßnahme löst gleich mehrere Probleme: das Kulturschutznetz.

Die wichtigste Maßnahme am Kohlbeet ist das Kulturschutznetz — und zwar von der Pflanzung an. Ein engmaschiges Netz, lückenlos aufgelegt und an den Rändern beschwert, hält Kohlweißling, Kohlmottenschildlaus, Kohlfliege und bei feiner Maschenweite auch Erdflöhe von den Pflanzen fern. Es löst damit gleich mehrere Probleme auf einmal. Die Details zur Maschenweite und Handhabung erklärt die Anleitung „Kulturschutznetze richtig einsetzen“.

Ist der Befall schon da, gehen Sie gezielt vor:

  • Raupen und Eigelege: Blattunterseiten kontrollieren, gelbe Eigruppen abstreifen, Raupen absammeln. Bei starkem Befall Bacillus thuringiensis spritzen — das biologische Mittel ist gegen freifressende Raupen zugelassen, wirkt nur bei Fraßaktivität und wird nach Gebrauchsanleitung angewendet.
  • Kohlmottenschildlaus und Mehlige Kohlblattlaus: befallene Blätter abspülen, stark besetzte Blätter entfernen, Nützlinge wie Schwebfliegen und Schlupfwespen fördern.
  • Schnecken: Jungpflanzen abends kontrollieren, Tiere absammeln, gefährdete Pflanzen mit Schneckenkragen schützen — die Methodenübersicht steht auf der Seite „Schnecken bekämpfen“.

Auf Breitband-Insektizide sollten Sie am Gemüse verzichten: Sie treffen die Gegenspieler gleich mit und sind bei konsequentem Netzeinsatz schlicht unnötig.

Kohl richtig pflegen und stärken

Kohl ist ein Starkzehrer mit hohem Wasser- und Nährstoffbedarf. Gut versorgte Pflanzen wachsen zügig durch die empfindlichen Stadien und verkraften Fraßschäden deutlich besser:

  • gleichmäßig wässern: Kohl reagiert empfindlich auf schwankende Bodenfeuchte — regelmäßige, durchdringende Wassergaben sind besser als häufiges oberflächliches Gießen
  • als Starkzehrer düngen: vor der Pflanzung Kompost einarbeiten, während der Saison mit einem organischen Gemüsedünger nachlegen — Hinweise zur Dosierung gibt die Seite „Richtig düngen“
  • mulchen: eine Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden und kommt nebenbei der Erdfloh-Abwehr zugute, denn die Käfer mögen es trocken
  • Boden flach hacken und unkrautfrei halten, ohne die flachen Kohlwurzeln zu verletzen
  • regelmäßige Sichtkontrolle der Blattunterseiten, am besten bei jedem Gießgang

Ein kräftiger, gleichmäßig versorgter Kohl wächst Fraßschäden an den Außenblättern meist problemlos heraus — kritisch wird es vor allem bei geschwächten oder gestressten Pflanzen.

Vorbeugung: Fruchtwechsel und Mischkultur

Die wichtigste langfristige Vorbeugung am Kohlbeet ist der Fruchtwechsel: Bauen Sie Kohlgewächse höchstens alle drei bis vier Jahre auf derselben Fläche an. Das senkt nicht nur den Schädlingsdruck, sondern beugt nebenbei auch der Kohlhernie vor — einer hartnäckigen Pilzkrankheit, die sich bei ständigem Kohlanbau im Boden anreichert und Wurzeln wuchern lässt.

Die zweite Säule ist die Mischkultur: Stark duftende Nachbarn wie Sellerie und Tomaten erschweren dem Kohlweißling die Orientierung, Salat zwischen den Kohlreihen lenkt Erdflöhe ab und nutzt die Fläche besser aus. Welche Kombinationen sich bewährt haben, zeigt die Seite „Mischkultur gegen Schädlinge“.

Dazu kommen die Basics: kräftige, vorgezogene Jungpflanzen setzen statt direkt zu säen, Ernterückstände im Herbst vom Beet räumen und das Kulturschutznetz schon bei der Pflanzung auflegen — nicht erst, wenn die ersten Falter fliegen. So gehen die meisten Kohl-Saisons ohne nennenswerte Verluste zu Ende.

Häufige Fragen

Welcher Schädling frisst die großen Löcher in meinen Kohl?

Große, unregelmäßige Löcher mit dunklen Kotkrümeln auf den Blättern stammen fast immer von den Raupen des Kohlweißlings. Kontrollieren Sie die Blattunterseiten — dort finden Sie die Raupen und die gelben Eigelege.

Was sind die vielen kleinen Löcher in meinen Kohl-Jungpflanzen?

Viele kleine, runde Löcher wie von Schrotkugeln sind das typische Schadbild der Erdflöhe — kleiner springender Blattkäfer. Sie gefährden vor allem Jungpflanzen; gleichmäßige Bodenfeuchte und ein feinmaschiges Netz helfen.

Was bringt ein Kulturschutznetz am Kohl wirklich?

Sehr viel: Lückenlos von der Pflanzung an aufgelegt hält es Kohlweißling, Kohlmottenschildlaus und Kohlfliege komplett von den Pflanzen fern, feinmaschige Netze auch Erdflöhe. Es ist die wichtigste Einzelmaßnahme am Kohlbeet.

Darf ich Bacillus thuringiensis am Kohl einsetzen?

Ja, Bacillus thuringiensis ist ein biologisches Mittel, das gegen freifressende Raupen zugelassen ist. Es wirkt nur, wenn die Raupen aktiv fressen, und muss auch die Blattunterseiten erreichen. Beachten Sie die Gebrauchsanleitung des Produkts.

Warum welken meine Kohlpflanzen trotz feuchtem Boden?

Dann lohnt der Blick an die Wurzeln: Fressen dort weiße Maden, ist die Kohlfliege die Ursache. Befallene Pflanzen lassen sich leicht aus der Erde ziehen. Vorbeugend hilft das Kulturschutznetz, das die Fliegen an der Eiablage hindert.

Wie oft darf Kohl auf demselben Beet stehen?

Höchstens alle drei bis vier Jahre. Der Fruchtwechsel senkt den Schädlingsdruck und beugt vor allem der Kohlhernie vor — einer Pilzkrankheit, die sich bei ständigem Kohlanbau im Boden anreichert.

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