Gemüse & Kräuter
Schädlinge an Kohl erkennen und bekämpfen

Häufige Schädlinge an Kohl
Kohl ist ein Schädlingsmagnet — diese Tiere tauchen am häufigsten auf.
Der wichtigste Schädling an Kohl sind die Raupen des Kohlweißlings. Die Falter legen gelbe Eier an die Blattunterseiten; die Raupen fressen Löcher in die Blätter und bohren sich in die Köpfe. Das ausführliche Porträt finden Sie auf der Seite zum Kohlweißling.
An Jungpflanzen sind Erdflöhe gefürchtet: kleine springende Käfer, die viele winzige runde Löcher in die Blätter fressen. Häufig ist auch die Kohlmottenschildlaus (Aleyrodes proletella), die Weiße Fliege des Kohls: Bei Berührung fliegen Wolken kleiner weißer Tiere von den Blattunterseiten auf. Sie sieht der Weißen Fliege aus dem Gewächshaus zum Verwechseln ähnlich, ist aber eine eigene, winterharte Freilandart. Sie überwintert an Grünkohl, Rosenkohl und Kohlresten und lässt sich nicht mit den Gewächshaus-Nützlingen bekämpfen. Ihr Honigtau macht die Blätter klebrig, darauf siedelt sich Rußtau an.
Die Mehlige Kohlblattlaus saugt in dichten, grau bepuderten Kolonien an Blättern und Trieben und lässt Blätter verkrüppeln. Schnecken können frisch gesetzte Jungpflanzen über Nacht abfressen. Die Maden der Kohlfliege (Delia radicum) fressen an Wurzeln und Wurzelhals. Der erste Flug beginnt je nach Region etwa im April oder Mai, zwei bis drei Generationen folgen bis in den Herbst. Auch hier hilft das Kulturschutznetz, weil es die Fliegen an der Eiablage am Stängelgrund hindert.
Typische Symptome an Kohl
Die meisten Schädlinge hinterlassen an Kohl ein charakteristisches Bild:
- große, unregelmäßige Löcher und dunkle Kotkrümel: Raupen des Kohlweißlings
- viele kleine, runde Löcher wie von Schrotkugeln an Jungpflanzen: Erdflöhe
- weiße Tiere, die beim Berühren auffliegen, klebrige Blätter, später schwarzer Rußtau: Kohlmottenschildlaus
- gekräuselte, verfärbte Blätter mit grau bepuderten Kolonien: Mehlige Kohlblattlaus
- ausgefranste Löcher plus Schleimspuren, Schaden über Nacht: Schnecken
- Jungpflanzen, die an sonnigen Tagen trotz feuchten Bodens welken, sich bläulich verfärben und leicht aus dem Boden ziehen lassen: Maden der Kohlfliege
- kümmernde Pflanzen mit knollig verdickten, wuchernden Wurzeln: Kohlhernie, eine Krankheit, kein Schädling
Drehen Sie beim Gießen routinemäßig ein paar Blätter um: An den Blattunterseiten sitzen Eier und junge Raupen des Kohlweißlings, die Kohlmottenschildlaus und die Blattlauskolonien. So entdecken Sie die meisten Befälle früh. Eine allgemeine Bestimmungshilfe bietet die Seite „Löcher in Blättern“.

Was tun bei Befall?
Eine Maßnahme löst gleich mehrere Probleme: das Kulturschutznetz.
Die wichtigste Maßnahme am Kohlbeet ist das Kulturschutznetz, und zwar von der Pflanzung an. Lückenlos aufgelegt und an den Rändern beschwert, hält es Kohlweißling und Kohlfliege fern, bei feiner Maschenweite auch Erdflöhe und weitgehend die Kohlmottenschildlaus. Gegen Falter und Kohlfliege genügt eine Maschenweite von höchstens 1,3 mm, gegen Erdflöhe und Kohlmottenschildlaus braucht es höchstens 0,8 mm. Details zu Maschenweite und Handhabung erklärt die Anleitung „Kulturschutznetze richtig einsetzen“.
Ist der Befall schon da, gehen Sie gezielt vor:
- Raupen und Eigelege: Blattunterseiten kontrollieren, gelbe Eigruppen abstreifen, Raupen absammeln. Bei starkem Befall Bacillus thuringiensis spritzen. Das biologische Mittel ist im Haus- und Kleingarten gegen freifressende Raupen zugelassen (Stand: September 2026), wirkt nur bei Fraßaktivität und wird nach Gebrauchsanleitung angewendet.
- Kohlfliege: Eine bereits welke Pflanze samt Wurzelballen und Maden entfernen, nicht auf den Kompost. Die Nachbarpflanzen anhäufeln, damit sie oberhalb der Fraßstellen neue Wurzeln bilden. Bei der nächsten Pflanzung Kohlkragen aus Pappe oder Filz eng um den Stängel legen; sie hindern die Fliegen an der Eiablage am Wurzelhals und ersetzen das Netz, wo keines liegt.
- Erdflöhe: Boden gleichmäßig feucht halten, mulchen und Jungpflanzen unter feinmaschiges Netz nehmen. Eingewachsene Pflanzen verkraften den Fraß ohne Gegenmaßnahme.
- Kohlmottenschildlaus: Blattunterseiten mit scharfem Wasserstrahl abspülen, stark besetzte untere Blätter entfernen, bei Bedarf ein für Gemüse zugelassenes Kaliseifen- oder Rapsöl-Präparat nach Gebrauchsanleitung auf die Blattunterseiten spritzen. Grünkohl- und Rosenkohlreste im Frühjahr rechtzeitig räumen, sonst starten die überwinterten Tiere von dort in die neue Saison.
- Mehlige Kohlblattlaus: Kolonien abstreifen oder abspülen, verkrüppelte Triebspitzen abschneiden, Schwebfliegen, Marienkäfer und Blattlaus-Schlupfwespen durch Blühstreifen fördern; bei starkem Befall wie bei der Kohlmottenschildlaus behandeln.
- Schnecken: Jungpflanzen abends kontrollieren, Tiere absammeln, gefährdete Pflanzen mit Schneckenkragen schützen. Die Methodenübersicht steht auf der Seite „Schnecken bekämpfen“.
Auf Breitband-Insektizide sollten Sie am Gemüse verzichten: Sie treffen die Gegenspieler mit und sind bei konsequentem Netzeinsatz unnötig.

Kohl richtig pflegen und stärken
Kohl ist ein Starkzehrer mit hohem Wasser- und Nährstoffbedarf. Gut versorgte Pflanzen wachsen zügig durch die empfindlichen Stadien und verkraften Fraßschäden deutlich besser:
- gleichmäßig wässern: regelmäßige, durchdringende Wassergaben sind besser als häufiges oberflächliches Gießen
- als Starkzehrer düngen: vor der Pflanzung Kompost einarbeiten, während der Saison organischen Gemüsedünger nachlegen; Hinweise zur Dosierung gibt die Seite „Richtig düngen“
- mulchen: Die Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden und hilft nebenbei gegen Erdflöhe, die es trocken mögen
- flach hacken und unkrautfrei halten, ohne die Wurzeln zu verletzen; Kopfkohle einige Wochen nach der Pflanzung anhäufeln, das gibt Standfestigkeit und fördert neue Wurzeln nach Kohlfliegen-Fraß
- auf den Boden-pH achten: Kohl gedeiht am besten bei pH 6,5 bis 7,5; saure Böden vor der Pflanzung kalken, das bremst zugleich die Kohlhernie
- bei jedem Gießgang die Blattunterseiten kontrollieren
Ein kräftiger, gleichmäßig versorgter Kohl wächst Fraßschäden an den Außenblättern meist heraus. Kritisch wird es vor allem bei geschwächten oder gestressten Pflanzen.
Vorbeugung: Fruchtwechsel und Mischkultur
Die wichtigste langfristige Vorbeugung ist der Fruchtwechsel: Bauen Sie Kohlgewächse frühestens nach vier Jahren wieder auf derselben Fläche an. Rechnen Sie dabei auch Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Rucola, Senf und Ölrettich-Gründüngung zu den Kreuzblütlern. Das senkt den Druck durch im Boden überwinternde Kohlfliegen und beugt vor allem der Kohlhernie vor. Ihr bodenbürtiger Erreger Plasmodiophora brassicae ist kein echter Pilz, sondern ein pilzähnlicher Einzeller. Er lässt die Wurzeln zu knolligen Wucherungen aufquellen; die Pflanzen kümmern, welken bei Sonne und sind nicht mehr zu retten.
Ist die Kohlhernie einmal im Boden, bleiben ihre Dauersporen viele Jahre infektiös. Dann helfen nur eine deutlich längere Anbaupause, konsequentes Kalken auf einen pH-Wert um 7 oder darüber, gute Drainage ohne Staunässe, das vollständige Entfernen befallener Wurzeln (nicht kompostieren) und, wo verfügbar, tolerante Sorten. Verschleppen Sie keinen Boden von befallenen Beeten mit Schuhen oder Werkzeug.
Die zweite Säule ist die Mischkultur: Stark duftende Nachbarn wie Sellerie und Tomaten können dem Kohlweißling die Orientierung erschweren. Salat zwischen den Kohlreihen beschattet den Boden, macht ihn für Erdflöhe unattraktiver und nutzt die Fläche besser aus. Bewährte Kombinationen zeigt die Seite „Mischkultur gegen Schädlinge“.
Dazu kommen die Grundregeln: kräftige, vorgezogene Jungpflanzen setzen statt direkt zu säen, beim Pflanzen Kohlkragen anlegen und Ernterückstände im Herbst räumen. Wer frühestens Ende Mai pflanzt, verpasst zudem den Höhepunkt des ersten Kohlfliegen-Flugs.
Häufige Fragen
Welcher Schädling frisst die großen Löcher in meinen Kohl?
Große, unregelmäßige Löcher mit dunklen Kotkrümeln stammen fast immer von den Raupen des Kohlweißlings. An den Blattunterseiten finden Sie die Raupen und die gelben Eigelege.
Was sind die vielen kleinen Löcher in meinen Kohl-Jungpflanzen?
Viele kleine, runde Löcher wie von Schrotkugeln sind das typische Schadbild der Erdflöhe, kleiner springender Blattkäfer. Gefährdet sind vor allem Jungpflanzen; gleichmäßige Bodenfeuchte und ein feinmaschiges Netz helfen.
Was bringt ein Kulturschutznetz am Kohl wirklich?
Sehr viel: Lückenlos von der Pflanzung an aufgelegt, hält es Kohlweißling und Kohlfliege fern, feinmaschige Netze (höchstens 0,8 mm) auch Erdflöhe und weitgehend die Kohlmottenschildlaus.
Darf ich Bacillus thuringiensis am Kohl einsetzen?
Ja, Bacillus-thuringiensis-Präparate sind im Haus- und Kleingarten gegen freifressende Raupen zugelassen. Sie wirken nur, wenn die Raupen aktiv fressen, und müssen auch die Blattunterseiten erreichen. Beachten Sie die Gebrauchsanleitung.
Warum welken meine Kohlpflanzen trotz feuchtem Boden?
Sehen Sie an den Wurzeln nach: Weiße Maden deuten auf die Kohlfliege. Befallene Pflanzen samt Maden entfernen; vorbeugend helfen Kohlkragen und das Netz ab Pflanzung. Sind die Wurzeln dagegen knollig verdickt, ist es die Kohlhernie.
Wie oft darf Kohl auf demselben Beet stehen?
Frühestens alle vier Jahre, wobei Kohlrabi, Radieschen, Rucola und andere Kreuzblütler mitzählen. Die Anbaupause senkt den Schädlingsdruck und beugt vor allem der Kohlhernie vor, deren Dauersporen viele Jahre im Boden überdauern. Zusätzlich hilft ein Boden-pH um 7.
Was hilft gegen die Weiße Fliege am Kohl?
Die Weiße Fliege am Kohl ist die Kohlmottenschildlaus, eine winterharte Freilandart, gegen die Gewächshaus-Nützlinge nicht helfen. Wirksam sind das Netz ab Pflanzung, Abspülen der Blattunterseiten, Entfernen stark besetzter Blätter und bei Bedarf ein zugelassenes Kaliseifen- oder Rapsöl-Präparat. Räumen Sie Grünkohl- und Rosenkohlreste im Frühjahr.
Quellen & Prüfung
Fachlich abgeglichen mit Angaben des Julius Kühn-Instituts, der Landwirtschaftskammer NRW, des Öko-Landbau-Portals und des Instituts für Schädlingskunde. Die Zulassung von Bacillus-thuringiensis-Präparaten im Haus- und Kleingarten ist rechtlich veränderlich (Stand: September 2026) — vor dem Kauf die aktuelle Zulassung und die Gebrauchsanleitung prüfen.
Hinweis zur Erstellung
Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.
Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten
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