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Raupen & Falter

Kohlweißling erkennen und bekämpfen

Der Kohlweißling ist der bekannteste Schädling an Kohl. Genau genommen sind es zwei Arten: der Große und der Kleine Kohlweißling. Schaden richten nicht die weißen Falter an, sondern ihre Raupen, die Kohlblätter durchlöchern und bei starkem Befall ganze Pflanzen kahlfressen. Kohlweißling bekämpfen heißt deshalb vor allem: früh kontrollieren und die Eiablage verhindern. Wer gelbe Eigelege rechtzeitig entfernt und das Beet von der Pflanzung an mit einem Kulturschutznetz schützt, hat das Problem meist im Griff.
Aktualisiert am 27. September 2026
Gelb-schwarz gezeichnete Raupen des Großen Kohlweißlings fressen an einem Kohlblatt
Die gelb-schwarz gemusterten Raupen des Großen Kohlweißlings fressen oft in Gruppen. · Symbolbild, KI-generiert

Großer und Kleiner Kohlweißling unterscheiden

Hinter dem Namen Kohlweißling stecken zwei eng verwandte Schmetterlingsarten. Der Große Kohlweißling (Pieris brassicae) ist der auffälligere: Seine Raupen sind gelblich mit schwarzen Flecken gemustert und fressen meist in Gruppen, weil die Falter ihre Eier in größeren Gelegen ablegen.

Der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae) legt seine Eier einzeln ab. Seine Raupen sind mattgrün, fein behaart und auf dem Kohlblatt hervorragend getarnt. Deshalb fallen sie oft erst auf, wenn der Fraßschaden schon deutlich ist. Gerade sie bohren sich gern bis ins Innere von Kohlköpfen vor.

Die Falter beider Arten sind weiß mit dunklen Flügelspitzen; der Große ist etwas größer und kräftiger gezeichnet. Für die Praxis ist die genaue Artbestimmung zweitrangig, denn Schaden und Gegenmaßnahmen sind gleich.

Verwechseln lassen sich die Raupen mit zwei weiteren Kohlschädlingen. Die Raupen der Kohlmotte (Plutella xylostella) sind deutlich kleiner, schlank und hellgrün. Sie fressen von unten das Blatt bis auf die obere Blatthaut ab („Fensterfraß“) und zappeln bei Berührung heftig oder seilen sich an einem Faden ab. Die Raupen der Kohleule (Mamestra brassicae) sind dicker, grünlich bis braun-grau, fressen vor allem nachts und bohren sich tief in die Köpfe, wo sie viel Kot hinterlassen. Gegen beide helfen dieselben Mittel: Netz, Absammeln, Bacillus thuringiensis gegen junge Raupen. Gegen Eulenraupen, die schon im Kopf sitzen, wirkt ein Spritzmittel allerdings kaum noch; hier zählt das Netz von der Pflanzung an.

Befall erkennen: Falter, Eier und Raupen

Wer die weißen Falter über dem Beet sieht, sollte sofort die Blattunterseiten kontrollieren.

Der Befall beginnt unscheinbar: Ab April oder Mai legen die ersten Falter ihre Eier bevorzugt an die Blattunterseiten von Kohlpflanzen. Die Eier des Großen Kohlweißlings sind gelb, flaschenförmig und fein gerippt und stehen in dichten Gruppen von oft mehreren Dutzend. Der Kleine Kohlweißling klebt seine blassgelben Eier einzeln an die Blätter; sie sind viel leichter zu übersehen.

Je nach Temperatur schlüpfen die Raupen nach etwa ein bis zwei Wochen. Junge Raupen schaben zunächst nur die Blattoberfläche ab, ältere fressen Löcher und schließlich ganze Blattflächen. Bis zur Verpuppung vergehen weitere zwei bis vier Wochen, eine Kontrolle einmal im Monat reicht also nicht.

So kontrollieren Sie richtig:

  • ab Ende April die Blattunterseiten alle drei bis vier Tage absuchen, in Flugzeiten der Falter häufiger
  • auf gelbe Eigruppen und einzelne blassgelbe Eier achten, auch an den unteren, älteren Blättern
  • nach Kotkrümeln auf den Blättern und in den Blattachseln schauen, sie verraten versteckte Raupen
  • besonders das Herz der Pflanze und einsetzende Köpfe prüfen, dort sitzen die Raupen des Kleinen Kohlweißlings
Grüne Raupen des Kleinen Kohlweißlings auf einem zerfressenen Kohlblatt
Die Raupen des Kleinen Kohlweißlings sind gut getarnt und verursachen den typischen Lochfraß am Kohl. · Symbolbild, KI-generiert

Das Schadbild: vom Lochfraß bis zum Kahlfraß

Das typische Schadbild ist Lochfraß: unregelmäßige Löcher, die mit dem Wachstum der Raupen schnell größer werden. Bei stärkerem Befall bleiben nur die dicken Blattadern stehen (Skelettierfraß). Unbehandelt können die Raupen junge Kohlpflanzen komplett kahlfressen.

Bei Weißkohl, Rotkohl oder Wirsing kommt ein zweites Problem hinzu: Die Raupen, vor allem die des Kleinen Kohlweißlings, fressen sich ins Innere der Köpfe und hinterlassen Fraßgänge und dunkle Kotkrümel. Solche Köpfe sind in der Küche kaum noch zu gebrauchen, auch wenn sie von außen passabel aussehen.

Anders als Schneckenfraß ist Raupenfraß tagsüber sichtbar und ohne Schleimspuren; die dunkelgrünen bis schwarzen Kotkrümel sind ein verlässliches Indiz. Eine Bestimmungshilfe bei unklaren Löchern bietet die Symptomseite „Löcher in Blättern“.

Kohlweißling bekämpfen

Die Bekämpfung setzt am besten schon bei den Eiern an:

  • Eigelege abstreifen: Gelbe Eigruppen an den Blattunterseiten zerdrücken oder abstreifen. Jedes entfernte Gelege erspart Dutzende Raupen.
  • Raupen absammeln: Beim Großen Kohlweißling sitzen sie oft in Gruppen beieinander, was die Arbeit erleichtert.
  • Kulturschutznetz auflegen: die Kernmaßnahme. Ein engmaschiges Netz von der Pflanzung an, lückenlos aufgelegt und an den Rändern beschwert, hält die Falter von der Eiablage ab. Für den Kohlweißling reicht eine Maschenweite um 1,3 mm; feinere Netze halten zusätzlich Erdflöhe fern. Die Handhabung zeigt die Anleitung „Kulturschutznetze richtig einsetzen“.
  • Bacillus thuringiensis spritzen: Bei stärkerem Befall ist ein biologisches Präparat mit Bacillus thuringiensis (Unterart kurstaki oder aizawai) die erste Wahl. Solche Mittel sind im Haus- und Kleingarten gegen freifressende Raupen an Kohl zugelassen (Stand: September 2026). Sie wirken nur über den Fraß: Die Raupen müssen behandelte Blattteile aufnehmen. Am besten wirken sie gegen junge Raupen; fast ausgewachsene sind deutlich unempfindlicher. Behandeln Sie abends oder bei bedecktem Himmel, benetzen Sie auch die Blattunterseiten und wiederholen Sie die Anwendung nach Gebrauchsanleitung, sobald neue Raupen schlüpfen. Behandelte Raupen hören meist binnen Stunden auf zu fressen und sterben nach ein bis drei Tagen.

Typische Fehler:

  • das Netz erst auflegen, wenn die ersten Falter fliegen, denn dann sind oft schon Eier im Beet
  • das Netz beim Jäten oder Ernten offen lassen oder Lücken an den Rändern dulden
  • Bacillus thuringiensis bei kühler Witterung ohne Fraßaktivität oder gegen fast ausgewachsene Raupen einsetzen
  • Kotkrümel übersehen und die grünen Raupen des Kleinen Kohlweißlings erst beim Aufschneiden des Kopfes entdecken

Verzichten Sie auf Breitband-Insektizide: Sie treffen auch die natürlichen Gegenspieler der Raupen und verschärfen das Problem mittelfristig.

Ein feinmaschiges Kulturschutznetz über einem Beet mit jungen Kohlpflanzen
Ein engmaschiges Gemüsenetz verhindert, dass die Falter ihre Eier am Kohl ablegen. · Symbolbild, KI-generiert

Natürliche Gegenspieler: Schlupfwespen und Vögel

Der Kohlweißling hat wirksame natürliche Feinde. Am wichtigsten ist die Kohlweißlings-Brackwespe (Cotesia glomerata), im Gartenalltag meist Schlupfwespe genannt. Sie legt ihre Eier in die jungen Raupen des Großen Kohlweißlings; ihre Larven entwickeln sich darin und töten die Raupe schließlich ab. Die gelblichen Kokon-Häufchen neben abgestorbenen Raupen, die Sie im Sommer am Kohl finden, stammen von dieser Wespe. Lassen Sie sie stehen, daraus schlüpft die nächste Helfergeneration. Eine verwandte Art parasitiert die Raupen des Kleinen Kohlweißlings und hinterlässt einzelne Kokons.

Wo Schlupfwespen aktiv sind, wird ein erheblicher Teil der Raupen parasitiert, bevor er großen Schaden anrichtet, vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Auch Vögel wie Meisen und Spatzen fressen Raupen, besonders zur Zeit der Jungenaufzucht.

Sie fördern diese Gegenspieler, indem Sie auf breit wirkende Spritzmittel verzichten, Blühpflanzen für die erwachsenen Schlupfwespen anbieten und den Garten strukturreich gestalten. Das Prinzip erklärt die Seite „Nützlinge gegen Schädlinge einsetzen“.

Vorbeugen: Netz, Mischkultur und Flugzeiten kennen

Vorbeugung lohnt sich beim Kohlweißling besonders, weil sich die Eiablage verlässlich verhindern lässt:

  • Kulturschutznetz von Anfang an: Direkt nach der Pflanzung aufgelegt und lückenlos gehalten, kommen gar keine Eier ins Beet.
  • Mischkultur nutzen: Stark duftende Nachbarn wie Sellerie und Tomaten können den Faltern das Auffinden der Wirtspflanzen erschweren. Ein Ersatz für das Netz ist das nicht. Mehr dazu auf der Seite „Mischkultur gegen Schädlinge“.
  • Flugzeiten kennen: Die Falter fliegen je nach Witterung etwa von April/Mai bis September, in warmen Jahren bis Oktober, in zwei bis drei Generationen. Die Sommergenerationen ab Juli sind meist deutlich zahlreicher als die erste.
  • Späte Kulturen schützen: Grünkohl, Rosenkohl und späte Kopfkohle stehen genau dann im Beet, wenn die stärkste Generation fliegt. Hier lohnt das Netz bis zum Herbst.
  • Beet im Herbst räumen: Ernterückstände zeitnah entfernen. Die Puppen überwintern meist nicht an der Pflanze, sondern an Zäunen, Mauern, Baumstämmen und Gartenhäuschen in der Nähe. Grünlich-graue, eckige Puppen, die Sie dort im Winter finden, können Sie absammeln.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich die Raupen des Kohlweißlings?

Die Raupen des Großen Kohlweißlings sind gelblich mit schwarzen Flecken und sitzen oft in Gruppen. Die des Kleinen Kohlweißlings sind mattgrün, einzeln und gut getarnt; Sie finden sie meist über Kotkrümel und Fraßlöcher.

Wann fliegt der Kohlweißling?

Je nach Witterung etwa von April/Mai bis September, in warmen Jahren bis Oktober, in zwei bis drei Generationen. Weil die Sommergenerationen zahlreicher sind, bleibt die Kontrolle bis in den Herbst wichtig.

Wie unterscheide ich Kohlweißlings-Raupen von Kohlmotte und Kohleule?

Kohlweißlings-Raupen fressen Löcher und sind entweder gelb-schwarz und gesellig oder mattgrün und einzeln. Kohlmotten-Raupen sind kleiner, zappeln bei Berührung und hinterlassen „Fensterfraß“. Kohleulen-Raupen sind dick, grünlich bis braun-grau, nachtaktiv und bohren sich tief in die Köpfe. Netz, Absammeln und Bacillus thuringiensis gegen junge Raupen helfen gegen alle drei.

Was hilft am besten gegen den Kohlweißling?

Das Kulturschutznetz von der Pflanzung an, lückenlos aufgelegt und an den Rändern beschwert. Ergänzend Eigelege abstreifen, Raupen absammeln und bei starkem Befall Bacillus thuringiensis einsetzen.

Wie wirkt Bacillus thuringiensis gegen die Raupen?

Über den Fraß: Die Raupen nehmen behandelte Blattteile auf, stellen das Fressen ein und sterben nach ein bis drei Tagen. Deshalb wirkt das biologische Mittel nur bei Fraßaktivität und am besten gegen junge Raupen.

Woher kommen die gelben Kokon-Häufchen neben toten Raupen?

Das sind die Kokons der Kohlweißlings-Schlupfwespe, die die Raupen parasitiert. Lassen Sie sie stehen, daraus schlüpft die nächste Nützlingsgeneration.

Sind die Falter selbst schädlich für den Kohl?

Nein, die Falter ernähren sich von Nektar und richten keinen Fraßschaden an. Gefährlich ist nur ihre Eiablage: Aus den gelben Eiern an den Blattunterseiten schlüpfen die gefräßigen Raupen.

Quellen & Prüfung

Fachlich abgeglichen mit Angaben des Julius Kühn-Instituts, der Landwirtschaftskammer NRW und des Instituts für Schädlingskunde. Die Zulassung von Bacillus-thuringiensis-Präparaten im Haus- und Kleingarten ist rechtlich veränderlich (Stand: September 2026) — vor dem Kauf die aktuelle Zulassung und die Gebrauchsanleitung prüfen.

Hinweis zur Erstellung

Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.

Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten

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