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Saugstellen an Tomaten und Paprika – was steckt dahinter?

An Tomaten und Paprika tauchen immer wieder verkorkte, helle oder eingesunkene Stellen auf, die zunächst Rätsel aufgeben. Dahinter stecken meist drei sehr unterschiedliche Ursachen: Saugschäden durch Wanzen, die Blütenendfäule als Versorgungsstörung und Sonnenbrand durch zu starke Einstrahlung. Jede hat ein eigenes Muster — und nur bei den Wanzen ist ein tierischer Verursacher beteiligt. Diese Seite hilft, die Ursache am Schadbild und am Ort der Flecken zu bestimmen.
Aktualisiert am 10. Juni 2026

Das Schadbild bei Wanzen-Saugschäden

Wanzen stechen mit ihrem Rüssel die Frucht an und geben Speichel ins Gewebe ab. Daraus ergibt sich ein charakteristisches Bild:

  • kleine, oft helle bis gelbliche Flecken rund um die Einstichstellen
  • verkorkte, leicht eingesunkene oder verhärtete Stellen, die beim Aufschneiden als weißliches, festes Gewebe unter der Haut sichtbar werden
  • Verformungen, wenn früh in der Fruchtentwicklung gesaugt wurde
  • mehrere verstreute Stellen über die Frucht verteilt, nicht auf eine Zone konzentriert

Verursacher ist im Garten vor allem die invasive Marmorierte Baumwanze, gelegentlich auch andere eingewanderte Wanzenarten. Wer die Pflanzen kontrolliert, findet die Tiere oder ihre Nymphen häufig direkt an den Früchten oder an den Blattunterseiten. Welche Wanze dahintersteckt, klärt die Seite „Stinkwanzen erkennen“.

Abgrenzung: Blütenendfäule

Der häufigste Verwechslungspartner — und kein Tier.

Die Blütenendfäule wird oft für einen Schädling gehalten, ist aber eine Versorgungsstörung. Sie entsteht durch Calciummangel im Fruchtgewebe, der meist nicht am Bodengehalt liegt, sondern an unregelmäßiger Wasserversorgung: Bei Trockenstress kann die Pflanze das vorhandene Calcium nicht bis in die Frucht transportieren.

Das Schadbild ist eindeutig vom Wanzenschaden zu unterscheiden:

  • Die Fäule sitzt am unteren Fruchtende, dort wo einst die Blüte saß — nicht verstreut über die Frucht.
  • Die Stelle beginnt wässrig, sinkt dann ein, wird ledrig und dunkelbraun bis schwarz.
  • Es ist kein Tier beteiligt, und es gibt keine punktförmigen Einstichstellen.

Da keine Pilze oder Bakterien beteiligt sind, sind die übrigen Teile betroffener Früchte essbar. Gegensteuern lässt sich über eine gleichmäßige Wasserversorgung und ausgewogene Düngung — mehr dazu im Ratgeber „Pflanzen stärken“.

Abgrenzung: Sonnenbrand

Der dritte häufige Auslöser ist Sonnenbrand. Fruchtgemüse wie Tomate, Paprika und Chili braucht Beschattung durch das eigene Laub; liegt die Frucht plötzlich voll in der Sonne — etwa nach starkem Ausgeizen oder Blattverlust — schädigt die intensive Einstrahlung die Fruchthaut.

Typisch für Sonnenbrand ist:

  • der Fleck liegt auf der sonnenzugewandten Seite der Frucht, oft oben
  • die Stelle ist zunächst hell, glasig oder bleich, später bräunlich, eingesunken und ledrig
  • das Gewebe wird trocken und hart, ohne Einstichpunkte
  • meist ist nur eine zusammenhängende Zone betroffen, nicht viele verstreute Punkte

Vorbeugen lässt sich Sonnenbrand, indem man nicht zu stark entblättert, für ausreichend Schatten sorgt und an Hitzetagen schattiert. Sonnenbrand ist wie die Blütenendfäule kein Schädlingsproblem — Absammeln oder Netze bringen hier nichts.

So sichern Sie die Diagnose

Mit drei Fragen kommen Sie der Ursache schnell auf die Spur:

  • Wo sitzt der Fleck? Unteres Fruchtende deutet auf Blütenendfäule, sonnenzugewandte Seite auf Sonnenbrand, verstreut über die Frucht auf Wanzen.
  • Gibt es Einstichstellen? Punktförmige, verkorkte Einstiche sprechen für Wanzen; flächige, eingesunkene Zonen ohne Punkte für Sonnenbrand oder Fäule.
  • Sind Tiere zu sehen? Kontrollieren Sie Früchte und Blattunterseiten auf Wanzen, Nymphen und hellgrüne Eigelege. Werden Sie fündig, ist die Sache klar.

Im Zweifel hilft das Aufschneiden: Wanzen-Saugschäden zeigen weißliches, verkorktes Gewebe an einzelnen Punkten unter der Haut, während Fäule und Sonnenbrand flächig eingesunkene, ledrige Bereiche bilden.

Richtig reagieren — je nach Ursache

Die passende Maßnahme hängt vollständig von der Diagnose ab:

  • Bei Wanzen: Tiere, Nymphen und Eigelege absammeln, gefährdete Pflanzen mit engmaschigem Kulturschutznetz schützen. Die Details stehen in den Ratgebern „Stinkwanzen“ und „Kulturschutznetze richtig einsetzen“.
  • Bei Blütenendfäule: gleichmäßig und ausreichend gießen, Trockenstress vermeiden, ausgewogen düngen und Überdüngung mit Kalium oder Magnesium meiden, da diese die Calciumaufnahme behindern.
  • Bei Sonnenbrand: nicht zu stark entblättern, für Laubschatten sorgen und an Hitzetagen schattieren.

In allen drei Fällen gilt: Befallene oder geschädigte Früchte lassen sich oft nach dem Ausschneiden der betroffenen Stelle noch verwerten, sofern keine Fäulnis nachgezogen ist. Eine Übersicht, wie kräftige, gut versorgte Pflanzen Stress besser wegstecken, bietet der Ratgeber „Pflanzen stärken“.

Häufige Fragen

Sind verkorkte Stellen an Tomaten immer ein Wanzenschaden?

Nein. Verkorkte Stellen können von Wanzen stammen, aber auch von Sonnenbrand. Entscheidend sind Ort und Muster: verstreute Einstichpunkte deuten auf Wanzen, eine flächige Zone auf der Sonnenseite auf Sonnenbrand.

Wie unterscheide ich Wanzenschaden von Blütenendfäule?

Blütenendfäule sitzt am unteren Fruchtende, ist ledrig-dunkel und flächig — eine Calciummangel-Folge ohne Tier. Wanzenschäden sind verstreute, verkorkte Einstichstellen über die ganze Frucht, oft mit sichtbaren Tieren an der Pflanze.

Kann ich Früchte mit Saugstellen noch essen?

Meist ja. Wanzenschäden, Blütenendfäule und Sonnenbrand sind nicht giftig. Schneiden Sie die betroffene, verkorkte oder eingesunkene Stelle großzügig heraus — der Rest der Frucht ist genießbar, solange keine Fäulnis nachgezogen ist.

Welche Wanze verursacht die Saugstellen an Tomaten und Paprika?

Im Garten vor allem die invasive Marmorierte Baumwanze, gelegentlich weitere eingewanderte Wanzenarten. Ihr Speichel löst die verkorkten, eingesunkenen Einstichstellen aus. Mehr dazu auf der Seite „Stinkwanzen erkennen“.

Was hilft gegen Blütenendfäule?

Eine gleichmäßige, ausreichende Wasserversorgung ist der wichtigste Hebel, denn Trockenstress blockiert den Calciumtransport in die Frucht. Dazu ausgewogen düngen und Überdüngung mit Kalium oder Magnesium vermeiden, da sie die Calciumaufnahme stört.

Wie verhindere ich Sonnenbrand an Paprika und Tomaten?

Entblättern Sie nicht zu stark, damit die Früchte durch das eigene Laub beschattet bleiben. An sehr heißen, sonnigen Tagen hilft eine zusätzliche Schattierung, etwa mit Schattiernetz, um die empfindliche Fruchthaut zu schützen.

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