Vergleich

Schwarze oder grüne Blattläuse – die Unterschiede erkennen

Blattläuse treten in vielen Farben auf — am häufigsten fallen schwarze und grüne Formen ins Auge. Beide sind saugende Insekten, beide hinterlassen klebrigen Honigtau, und beide werden mit denselben schonenden Methoden behandelt. Die Farbe verrät vor allem etwas über die Art und ihre bevorzugten Wirtspflanzen — für die Behandlung ist sie zweitrangig.
Aktualisiert am 10. Juni 2026

Direktvergleich auf einen Blick

Die wichtigsten Unterschiede in einer Tabelle.

Die folgende Tabelle stellt schwarze und grüne Blattläuse nebeneinander. Wichtig vorweg: Es handelt sich nicht um zwei grundverschiedene Schädlinge, sondern um Farbformen verschiedener Blattlausarten. Für die Behandlung spielt die Farbe kaum eine Rolle.

MerkmalSchwarze BlattläuseGrüne Blattläuse
Typische Artoft Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae)oft Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) u. a.
Färbunggraugrün bis matt schwarzhell- bis gelbgrün
Auffälligkeitsehr auffällig, dichte dunkle Kolonienunauffällig, auf grünem Blatt leicht übersehen
Häufige WirtspflanzenBohnen, Rüben, Spinat, ZierpflanzenPfirsich, Gemüse, viele Kulturpflanzen
Winterwirt (Beispiel)Pfaffenhütchen, Gewöhnlicher SchneeballPfirsich, Schlehe
Symptomklebrige Blätter, eingerollte Triebe, Honigtauklebrige Blätter, eingerollte Triebe, Honigtau
BekämpfungWasserstrahl, Schmierseife, NützlingeWasserstrahl, Schmierseife, Nützlinge

Das haben beide gemeinsam

Schwarze wie grüne Blattläuse sind weiche, ein bis drei Millimeter kleine Insekten, die mit ihrem Stechrüssel Pflanzensaft saugen. Beide sitzen bevorzugt an Triebspitzen, jungen Blättern und Blattunterseiten und vermehren sich bei warmem Wetter rasant.

Gemeinsam ist beiden auch das Schadbild: klebrige Blätter durch ausgeschiedenen Honigtau, eingerollte oder verkrümmte Triebspitzen und gelegentlich Ameisen, die den Honigtau ernten und die Läuse gegen Nützlinge verteidigen. Auf dem Honigtau kann sich zudem ein schwarzer Rußtaupilz ansiedeln.

Entscheidend für die Praxis: Die Behandlung ist bei beiden Farbformen dieselbe.

Worin sie sich unterscheiden

Die Unterschiede liegen vor allem in Auffälligkeit und Wirtspflanzen:

  • Schwarze Läuse, häufig die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae), bilden sehr auffällige, dichte dunkle Kolonien — man übersieht sie kaum. Sie befallen bevorzugt Bohnen, Rüben und Spinat und überwintern als Ei auf Gehölzen wie Pfaffenhütchen und Schneeball.
  • Grüne Läuse, etwa die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae), sind auf grünen Blättern viel schwerer zu entdecken und werden deshalb oft erst spät bemerkt. Sie haben ein breites Wirtsspektrum an Gemüse und Zierpflanzen und überwintern teils auf Pfirsich oder Schlehe.

Für die Auswahl der Gegenmaßnahmen ist dieser Unterschied unerheblich. Er erklärt aber, warum schwarze Läuse meist früher auffallen als grüne.

Die Bekämpfung ist gleich

Egal ob schwarz oder grün — die schonende Bekämpfung folgt demselben Schema:

  • bei kleinem Befall: befallene Triebspitzen abknipsen oder Läuse mit einem gezielten Wasserstrahl abspülen
  • bei stärkerem Befall: Schmierseifenlösung (etwa ein Esslöffel auf einen Liter Wasser) gezielt auf die Kolonien sprühen, morgens oder abends, nicht in praller Sonne
  • dauerhaft: Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen fördern, die Blattläuse zuverlässig kurz halten

Gerade an Gemüse zum Verzehr sind diese mechanischen und schonenden Wege die erste Wahl; auf breit wirkende chemische Mittel sollte verzichtet werden, da sie auch die Nützlinge treffen. Die ausführliche Anleitung steht im Ratgeber zum Bekämpfen von Blattläusen, ergänzende Hausmittel auf der eigenen Seite.

Was tun, wenn Sie unsicher sind?

Für die Behandlung müssen Sie die Farbe nicht sicher bestimmen.

Wenn Sie sich bei der Farbe oder Art nicht sicher sind, ist das kein Problem — die Behandlung ist ohnehin gleich. Wichtiger ist die grobe Einordnung:

  • Viele kleine, weiche Tiere in Gruppen an jungen Trieben? → Blattläuse, unabhängig von der Farbe
  • Dichte dunkle Kolonien, etwa an Bohnen? → meist die Schwarze Bohnenlaus
  • Klebrige Blätter und eingerollte Triebspitzen? → typischer Hinweis auf Blattläuse

Für eine vertiefte Bestimmung hilft die Übersicht zu kleinen grünen Tieren auf Blättern; die Abgrenzung zu watteartigen Belägen erklärt der Vergleich von Blattläusen und Wollläusen.

Häufige Fragen

Sind schwarze Blattläuse gefährlicher als grüne?

Nein. Beide saugen Pflanzensaft und hinterlassen Honigtau. Schwarze Läuse fallen nur auffälliger und meist früher auf, weil sie auf grünen Blättern besser sichtbar sind. Die Gefährlichkeit hängt vom Befallsgrad ab, nicht von der Farbe.

Muss ich schwarze und grüne Läuse unterschiedlich behandeln?

Nein. Die Bekämpfung ist im Wesentlichen identisch: Triebspitzen abknipsen, mit Wasserstrahl oder Schmierseifenlösung behandeln und Nützlinge fördern. Die Farbe ändert daran nichts.

Warum gibt es Blattläuse in so vielen Farben?

Es gibt viele verschiedene Blattlausarten, und sogar innerhalb einer Art treten unterschiedliche Farben auf. Die Schwarze Bohnenlaus reicht etwa von graugrün bis matt schwarz. Die Farbe bestimmt die Art also nicht eindeutig.

Welche Pflanzen befallen schwarze Läuse besonders?

Die Schwarze Bohnenlaus befällt bevorzugt Bohnen, Rüben und Spinat und überwintert auf Gehölzen wie Pfaffenhütchen und Gewöhnlichem Schneeball. Grüne Läuse haben oft ein breiteres Wirtsspektrum.

Bedeuten klebrige Blätter Blattläuse?

Klebrige Blätter durch Honigtau sind ein deutlicher Hinweis auf saugende Insekten, darunter Blattläuse. Auch andere Läuse scheiden Honigtau aus — der Blick auf Aussehen und Sitzplatz klärt die Art.

Helfen Nützlinge gegen beide Farbformen?

Ja. Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen fressen schwarze wie grüne Blattläuse gleichermaßen und sind eine der wirksamsten dauerhaften Maßnahmen — gerade an Gemüse zum Verzehr.

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