Vergleich

Schwarze oder grüne Blattläuse – die Unterschiede erkennen

Schwarze oder grüne Blattläuse — welche sitzen da an der Pflanze, und macht das einen Unterschied? Blattläuse treten in vielen Farben auf, am häufigsten fallen schwarze und grüne Formen ins Auge. Beide sind saugende Insekten, beide hinterlassen klebrigen Honigtau, und beide werden mit denselben schonenden Methoden behandelt. Die Farbe verrät vor allem etwas über die Art und ihre bevorzugten Wirtspflanzen — für die Behandlung ist sie zweitrangig.
Aktualisiert am 4. September 2026
Vergleich von schwarzen und grünen Blattläusen an Pflanzentrieben
Schwarze und grüne Blattläuse unterscheiden sich vor allem in der Farbe und den bevorzugten Pflanzen. · Symbolbild, KI-generiert

Direktvergleich auf einen Blick

Die wichtigsten Unterschiede in einer Tabelle.

Die folgende Tabelle stellt schwarze und grüne Blattläuse nebeneinander. Wichtig vorweg: Es handelt sich nicht um zwei grundverschiedene Schädlinge, sondern um Farbformen verschiedener Blattlausarten — in Mitteleuropa gibt es mehrere hundert Arten, und hinter jeder Farbe stecken viele davon. Für die Behandlung spielt die Farbe kaum eine Rolle.

MerkmalSchwarze BlattläuseGrüne Blattläuse
Typische ArtenSchwarze Bohnenlaus (Aphis fabae), Schwarze Kirschenblattlaus, HolunderblattlausGrüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae), Große Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae), Grüne Apfelblattlaus, Erbsenblattlaus, Grüne Salatlaus u. a.
Färbunggraugrün bis matt schwarz, an Kirsche glänzend schwarzhell- bis gelbgrün, teils auch rosa Formen
Auffälligkeitsehr auffällig, dichte dunkle Kolonienunauffällig, auf grünem Blatt leicht übersehen
Häufige WirtspflanzenBohnen, Rote Bete, Spinat, Kapuzinerkresse, Dahlien, Kirsche, HolunderPfirsich, Apfel, Rosen, Erbsen, Salat, Paprika, viele Kulturpflanzen
Winterwirt (Beispiel)Pfaffenhütchen, Gewöhnlicher Schneeball (Bohnenlaus); Kirsche (Kirschenblattlaus)Pfirsich (Pfirsichblattlaus); Johannis- und Stachelbeere (Salatlaus); Grüne Apfelblattlaus und Erbsenblattlaus bleiben auf ihrer Pflanzengruppe
Symptomklebrige Blätter, eingerollte Triebe, Honigtau, Rußtauklebrige Blätter, eingerollte Triebe, Honigtau, Rußtau
BekämpfungWasserstrahl, Schmierseife, NützlingeWasserstrahl, Schmierseife, Nützlinge

Das haben beide gemeinsam

Schwarze wie grüne Blattläuse sind weiche, ein bis drei Millimeter kleine Insekten, die mit ihrem Stechrüssel Pflanzensaft aus den Leitbahnen saugen. Beide sitzen bevorzugt an Triebspitzen, jungen Blättern, Knospen und Blattunterseiten, und beide vermehren sich im Sommer ohne Männchen: Die Weibchen bringen lebende Junge zur Welt, die schon nach etwa einer Woche selbst Nachwuchs haben. So wächst eine handvoll Läuse bei warmem Wetter innerhalb von zwei Wochen zu einer dichten Kolonie heran. Sobald es eng wird, entstehen geflügelte Tiere, die neue Pflanzen besiedeln.

Gemeinsam ist beiden auch das Schadbild: klebrige Blätter durch ausgeschiedenen Honigtau, eingerollte oder verkrümmte Triebspitzen, gestauchtes Wachstum und gelegentlich Ameisen, die den Honigtau ernten und die Läuse gegen Nützlinge verteidigen. Auf dem Honigtau siedelt sich häufig ein schwarzer Rußtaupilz an, der die Blätter verschmutzt — er ist harmlos, lässt sich abwaschen und verschwindet, sobald die Läuse weg sind. Beide Farbformen können außerdem Pflanzenviren übertragen, etwa Mosaikviren an Gurken, Zucchini und Salat.

Entscheidend für die Praxis: Die Behandlung ist bei beiden Farbformen dieselbe.

Nahaufnahme einer Gruppe grüner und schwarzer Blattläuse auf einem Pflanzenstängel.
Grüne und schwarze Blattläuse sitzen gleichermaßen an jungen Trieben — die Farbe hilft bei der Artbestimmung, nicht beim Schadbild. · Symbolbild, KI-generiert

Worin sie sich unterscheiden

Die Unterschiede liegen vor allem in Auffälligkeit und Wirtspflanzen:

  • Schwarze Läuse, häufig die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae), bilden sehr auffällige, dichte dunkle Kolonien — man übersieht sie kaum. Sie befallen bevorzugt Bohnen, Rote Bete, Spinat, Kapuzinerkresse und Dahlien und überwintern als Ei auf Gehölzen wie Pfaffenhütchen und Schneeball. An Kirschen sitzt eine andere schwarze Art, die glänzend schwarze Kirschenblattlaus, die Triebspitzen stark einrollt; an Holunder die Holunderblattlaus, die im Sommer auf die Wurzeln von Wildkräutern abwandert und an Gemüse keine Rolle spielt.
  • Grüne Läuse, etwa die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae), sind auf grünen Blättern viel schwerer zu entdecken und werden deshalb oft erst spät bemerkt — meist erst, wenn Honigtau glänzt oder Blätter sich kräuseln. Sie haben ein breites Wirtsspektrum an Gemüse und Zierpflanzen; die Pfirsichblattlaus wechselt zwischen Pfirsich und Sommerwirten wie Kartoffel, Paprika, Salat und Kohl. Sie gilt als einer der wichtigsten Virusüberträger unter den Blattläusen und kann mehr als hundert Pflanzenviren verbreiten — dieser indirekte Schaden wiegt oft schwerer als das Saugen selbst. Auch die Grüne Salatlaus wechselt den Wirt und überwintert auf Johannis- und Stachelbeeren, während Arten wie die Grüne Apfelblattlaus oder die Erbsenblattlaus ihrer Pflanzengruppe treu bleiben. An Rosen sitzt meist die Große Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae): eine auffallend große, grüne bis rosafarbene Art mit langen Beinen, die im Sommer teils auf Kardengewächse wie Skabiosen überwechselt.

Ein praktischer Unterschied ergibt sich daraus für die Kontrolle: Bei Bohnen, Roter Bete und Kirsche genügt ein Blick auf die Triebspitzen; bei Rosen, Salat, Paprika oder Apfel sollten Sie Blattunterseiten und Herzblätter aktiv aufbiegen, weil die grünen Tiere sonst unentdeckt bleiben. Für die Auswahl der Gegenmaßnahmen ist der Unterschied unerheblich. Er erklärt aber, warum schwarze Läuse meist früher auffallen als grüne — und warum der Befall bei grünen Läusen oft schon größer ist, wenn er endlich bemerkt wird.

Ein Marienkäfer frisst Blattläuse auf einem grünen Blatt im Garten.
Nützlinge wie Marienkäfer helfen effektiv gegen beide Lausarten und halten das ökologische Gleichgewicht. · Symbolbild, KI-generiert

Die Bekämpfung ist gleich

Egal ob schwarz oder grün — die schonende Bekämpfung folgt demselben Schema:

  • bei kleinem Befall: befallene Triebspitzen abknipsen oder Läuse mit einem gezielten Wasserstrahl abspülen, an zwei bis drei aufeinanderfolgenden Tagen
  • bei stärkerem Befall: Schmierseifenlösung (rund 15 bis 20 Gramm reine Schmierseife, etwa ein gehäufter Esslöffel, je Liter Wasser) gezielt auf die Kolonien und die Blattunterseiten sprühen, morgens oder abends, nicht in praller Sonne; nach fünf bis sieben Tagen wiederholen, weil Nachzügler schlüpfen
  • Ameisenstraßen unterbrechen, etwa mit einem Leimring am Stamm, damit Nützlinge die Läuse ungestört dezimieren
  • dauerhaft: Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen mit Blühpflanzen fördern — ihre Larven halten Blattläuse zuverlässig kurz

Gerade an Gemüse zum Verzehr sind diese mechanischen und schonenden Wege die erste Wahl; auf breit wirkende chemische Mittel sollte verzichtet werden, da sie auch die Nützlinge treffen und der Befall danach oft schneller zurückkehrt als zuvor. Schmierseife und ähnliche Hausmittel sind keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel; gekaufte Präparate, etwa auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife, müssen für die jeweilige Kultur und den Haus- und Kleingarten zugelassen sein. Die ausführliche Anleitung steht im Ratgeber „Blattläuse bekämpfen – was wirklich hilft“, die richtige Anwendung der Seife auf der Seite „Schmierseife gegen Schädlinge richtig anwenden“, ergänzende Hausmittel auf der Seite „Hausmittel gegen Ungeziefer“.

Was tun, wenn Sie unsicher sind?

Für die Behandlung müssen Sie die Farbe nicht sicher bestimmen.

Wenn Sie sich bei der Farbe oder Art nicht sicher sind, ist das kein Problem — die Behandlung ist ohnehin gleich. Wichtiger ist die grobe Einordnung:

  • Viele kleine, weiche Tiere in Gruppen an jungen Trieben? → Blattläuse, unabhängig von der Farbe
  • Dichte dunkle Kolonien, etwa an Bohnen, Roter Bete oder Kirsche? → meist die Schwarze Bohnenlaus beziehungsweise die Kirschenblattlaus
  • Klebrige Blätter und eingerollte Triebspitzen? → typischer Hinweis auf Blattläuse
  • Weiße, wattige Beläge statt einzelner Tiere? → eher Wollläuse, keine Blattläuse
  • Tiere, die bei Berührung wegspringen oder auffliegen? → Zikaden oder Weiße Fliegen, keine Blattläuse

Ein Blick mit der Lupe hilft: Blattläuse tragen am Hinterleib zwei kleine Röhrchen (Siphonen), die bei der Schwarzen Bohnenlaus dunkel, bei der Grünen Pfirsichblattlaus vergleichsweise lang und hell sind. Für eine vertiefte Bestimmung hilft die Übersicht „Kleine grüne Tiere auf Blättern – was ist das?“; die Abgrenzung zu watteartigen Belägen erklärt der Vergleich „Blattläuse oder Wollläuse – die Unterschiede erkennen“.

Häufige Fragen

Sind schwarze Blattläuse gefährlicher als grüne?

Nein. Beide saugen Pflanzensaft und hinterlassen Honigtau. Schwarze Läuse fallen nur auffälliger und meist früher auf, weil sie auf grünen Blättern besser sichtbar sind. Die Gefährlichkeit hängt vom Befallsgrad und von der Pflanze ab, nicht von der Farbe.

Muss ich schwarze und grüne Läuse unterschiedlich behandeln?

Nein. Die Bekämpfung ist im Wesentlichen identisch: Triebspitzen abknipsen, mit Wasserstrahl oder Schmierseifenlösung behandeln, nach einer Woche wiederholen und Nützlinge fördern. Die Farbe ändert daran nichts.

Warum gibt es Blattläuse in so vielen Farben?

Es gibt in Mitteleuropa mehrere hundert Blattlausarten, und sogar innerhalb einer Art treten unterschiedliche Farben auf. Die Schwarze Bohnenlaus reicht etwa von graugrün bis matt schwarz, die Grüne Pfirsichblattlaus von grün bis rosa. Die Farbe bestimmt die Art also nicht eindeutig.

Welche Pflanzen befallen schwarze Läuse besonders?

Die Schwarze Bohnenlaus befällt bevorzugt Bohnen, Rote Bete, Spinat, Kapuzinerkresse und Dahlien und überwintert auf Gehölzen wie Pfaffenhütchen und Gewöhnlichem Schneeball. An Kirschen sitzt die glänzend schwarze Kirschenblattlaus, an Holunder die Holunderblattlaus. Grüne Läuse haben oft ein breiteres Wirtsspektrum.

Die Läuse an meiner Kirsche sind glänzend schwarz — ist das die Bohnenlaus?

Nein, an Kirschen handelt es sich meist um die Schwarze Kirschenblattlaus. Sie ist glänzend statt matt schwarz, rollt die Triebspitzen stark ein und wechselt im Sommer auf Labkraut und Ehrenpreis. Die Behandlung ist dieselbe: Triebspitzen abschneiden, abspritzen, Nützlinge fördern.

Bedeuten klebrige Blätter Blattläuse?

Klebrige Blätter durch Honigtau sind ein deutlicher Hinweis auf saugende Insekten, darunter Blattläuse. Auch Schild- und Wollläuse, Blattflöhe sowie Weiße Fliegen scheiden Honigtau aus — der Blick auf Aussehen und Sitzplatz klärt die Art. Schwarzer Belag darauf ist Rußtau, der mit den Läusen verschwindet.

Helfen Nützlinge gegen beide Farbformen?

Ja. Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen fressen schwarze wie grüne Blattläuse gleichermaßen und sind eine der wirksamsten dauerhaften Maßnahmen — gerade an Gemüse zum Verzehr. Wichtig ist, Ameisen von den Kolonien fernzuhalten, weil sie die Läuse gegen Nützlinge verteidigen.

Hinweis zur Erstellung

Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.

Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten

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