Gemüse

Schädlinge an Bohnen erkennen und schonend bekämpfen

An Bohnen steht ein Schädling klar im Vordergrund: die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae). Sie bildet dichte schwarze Kolonien an Triebspitzen und Blütenstielen und kann den Ertrag deutlich mindern. Daneben gefährdet die Bohnenfliege die keimende Saat im Boden, und bei heißer, trockener Witterung treten Spinnmilben auf. Mit kluger Mischkultur und schonenden Methoden lässt sich der Befall gut begrenzen.
Aktualisiert am 10. Juni 2026

Häufige Schädlinge an Bohnen

Die Schwarze Bohnenlaus steht klar an erster Stelle.

An Busch- und Stangenbohnen sind vor allem drei Schädlinge relevant:

  • Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae): der wichtigste Schädling, bildet dichte schwarze Kolonien an Triebspitzen und Blütenstielen
  • Bohnenfliege (Delia platura): ihre Maden fressen unterirdisch an der keimenden Saat
  • Spinnmilben: winzige Saugschädlinge bei heißer, trockener Witterung

Die Schwarze Bohnenlaus tritt nach Angaben von Pflanzenschutzdiensten regelmäßig auf und kann bei starkem Frühbefall spürbare Ertragsverluste verursachen (ISIP und Oekolandbau-Portal, Stand 2026). Sie ist damit der zentrale Schädling, an dem sich die meisten Maßnahmen an Bohnen ausrichten.

Die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae)

Die Schwarze Bohnenlaus ist eine ein bis drei Millimeter lange, graugrüne bis matt schwarze Blattlaus. Sie besiedelt zunächst die Triebspitzen und breitet sich mit beginnender Blüte über die ganze Pflanze aus — auch Blüten- und Hülsenstiele werden dicht besetzt.

Das Schadbild bei starkem Befall: verkrüppelte, im Wachstum zurückbleibende Triebspitzen, eingerollte Blätter und ein klebriger Honigtau-Belag. In extremen Fällen können stark befallene Pflanzen ganz absterben (Oekolandbau-Portal, Stand 2026). Häufig laufen Ameisen an den Trieben hoch, die den Honigtau ernten und die Läuse verteidigen.

Die Bohnenlaus überwintert als Ei auf Gehölzen wie dem Pfaffenhütchen (Euonymus) und dem Gewöhnlichen Schneeball (Viburnum opulus). Ab dem Frühjahr fliegen geflügelte Tiere auf die Bohnen ein. Schonende Maßnahmen: befallene Triebspitzen frühzeitig abknipsen, mit gezieltem Wasserstrahl oder Schmierseifenlösung behandeln und vor allem Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen fördern. Die vollständige Anleitung steht im Ratgeber zum Bekämpfen von Blattläusen; wie sich schwarze und grüne Läuse unterscheiden, erklärt der eigene Vergleich.

Bohnenfliege — die unsichtbare Gefahr für die Saat

Die Bohnenfliege (Delia platura, auch Bohnensaat- oder Wurzelfliege) ist tückisch, weil ihr Schaden unterirdisch entsteht. Die Fliege legt ihre Eier in den Boden; die schlüpfenden Maden fressen an der keimenden Bohne. Häufig erscheinen oberirdisch zwar die Keimblätter, der unterirdische Teil wird aber weitgehend zerstört, sodass die Pflanzen lückig oder gar nicht auflaufen (Gartenakademie Rheinland-Pfalz, Stand 2026).

Begünstigt wird der Befall durch frisch mit unverrottetem organischem Material gedüngte, kühle und feuchte Böden, in denen die Keimung langsam verläuft. Vorbeugend helfen: erst bei ausreichend warmem Boden säen, damit die Bohnen zügig keimen, frische organische Düngung vor der Saat vermeiden und die Aussaat mit einem engmaschigen Kulturschutznetz abdecken, damit die Fliegen nicht zur Eiablage gelangen. Wie Netze richtig eingesetzt werden, beschreibt der eigene Ratgeber dazu.

Spinnmilben bei Hitze

Bei heißer, trockener Witterung können auch an Bohnen Spinnmilben auftreten — vor allem an warmen, geschützten Stellen. Die nur etwa einen halben Millimeter großen Tiere saugen an der Blattunterseite; typische Anzeichen sind feine helle Sprenkel auf den Blättern und zarte Gespinste.

Da Spinnmilben trockene Hitze lieben, hilft eine höhere Luftfeuchte ebenso wie das gezielte Bekämpfen, das die eigene Seite dazu beschreibt. Geförderte Raubmilben und andere Nützlinge halten den Befall im Freiland meist von selbst gering.

Mischkultur und vorbeugende Pflanzenwahl

Bohnen profitieren besonders von durchdachter Mischkultur. Bewährt haben sich:

  • Bohnenkraut direkt zwischen die Bohnen — es gilt als klassischer Partner, der Blattläuse stören soll
  • Bohnen zwischen Kräuter und duftende Begleitpflanzen setzen, um den Befallsdruck zu verringern
  • Mischpflanzung statt großer Reinbestände, was die Ausbreitung von Schädlingen erschwert
  • Förderung von Nützlingen durch blühende Beetstreifen in der Nähe

Mischkultur ist eine wirksame vorbeugende Ergänzung, ersetzt aber bei akutem Befall nicht das frühe Eingreifen. Mehr zu sinnvollen Pflanzpartnern steht im Ratgeber zur Mischkultur gegen Schädlinge; wie Sie Nützlinge gezielt ansiedeln, erklärt die eigene Seite dazu.

Vorbeugung im Überblick

Zusammengefasst senken diese Maßnahmen den Schädlingsdruck an Bohnen am stärksten:

  • erst bei warmem Boden säen, damit die Bohnen zügig und vor der Bohnenfliege auflaufen
  • Aussaat und Jungpflanzen mit Kulturschutznetz schützen
  • erste befallene Triebspitzen mit Schwarzer Bohnenlaus frühzeitig abknipsen
  • Mischkultur mit Bohnenkraut und duftenden Kräutern nutzen
  • Nützlinge fördern und auf breit wirkende Spritzmittel verzichten
  • kräftige, gut versorgte Pflanzen heranziehen — sie stecken Befall besser weg

Wie Sie widerstandsfähige Pflanzen ziehen, beschreibt der Ratgeber zum Stärken gesunder Pflanzen.

Häufige Fragen

Was sind die vielen schwarzen Tiere an meinen Bohnen?

Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae), der wichtigste Schädling an Bohnen. Sie bildet dichte Kolonien an Triebspitzen und Blütenstielen und sondert klebrigen Honigtau ab.

Woher kommt die Schwarze Bohnenlaus?

Sie überwintert als Ei auf Gehölzen wie dem Pfaffenhütchen und dem Gewöhnlichen Schneeball. Im Frühjahr schlüpfen geflügelte Tiere und wandern auf Bohnen und andere Sommerwirte ein.

Meine Bohnen laufen lückig auf — woran liegt das?

Wenn die Saat ohne sichtbaren oberirdischen Fraß lückig oder gar nicht aufläuft, kommt die Bohnenfliege infrage. Ihre Maden fressen an der keimenden Bohne im Boden. Vorbeugend hilft Aussaat bei warmem Boden und ein Kulturschutznetz.

Hilft Bohnenkraut wirklich gegen Schädlinge an Bohnen?

Bohnenkraut gilt als klassischer Mischkultur-Partner, der Blattläuse stören soll. Es ist eine sinnvolle vorbeugende Ergänzung, ersetzt aber bei akutem Befall das frühe Eingreifen nicht.

Muss ich gegen die Schwarze Bohnenlaus spritzen?

Bei kleinem Befall meist nicht. Befallene Triebspitzen abknipsen, mit Wasserstrahl oder Schmierseifenlösung behandeln und Nützlinge fördern reicht oft aus. Gerade bei Gemüse zum Verzehr sind schonende Methoden die erste Wahl.

Wann treten Spinnmilben an Bohnen auf?

Vor allem bei heißer, trockener Witterung an geschützten, warmen Stellen. Höhere Luftfeuchte, gezieltes Bekämpfen und geförderte Nützlinge halten den Befall im Freiland meist gering.

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