Zum Inhalt springen

Gemüse & Kräuter

Schädlinge an Bohnen erkennen und schonend bekämpfen

Bei den Schädlingen an Bohnen steht einer klar im Vordergrund: die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae). Sie bildet dichte schwarze Kolonien an Triebspitzen und Blütenstielen und kann den Ertrag deutlich mindern. Daneben gefährdet die Bohnenfliege die keimende Saat, Schnecken fressen an Keimlingen, und bei heißer, trockener Witterung treten Spinnmilben auf. Mit dem richtigen Saattermin, Mischkultur und schonenden Methoden lässt sich der Befall gut begrenzen.
Aktualisiert am 27. September 2026
Bohnenpflanze mit schwarzen Blattläusen an der Triebspitze
Die Schwarze Bohnenlaus sammelt sich dicht an Triebspitzen und Blütenstielen. · Symbolbild, KI-generiert

Häufige Schädlinge an Bohnen

Die Schwarze Bohnenlaus steht klar an erster Stelle.

Die wichtigsten Schädlinge an Busch- und Stangenbohnen ebenso wie an Dicken Bohnen sind:

  • Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae): der wichtigste Schädling, bildet dichte schwarze Kolonien an Triebspitzen und Blütenstielen
  • Bohnenfliege (Delia platura): ihre Maden fressen unterirdisch an der keimenden Saat
  • Spinnmilben: winzige Saugschädlinge bei heißer, trockener Witterung
  • Nacktschnecken: fressen auflaufende Keimlinge und junge Blätter

Die Schwarze Bohnenlaus tritt in fast jedem Jahr auf und kann bei starkem Frühbefall vor und während der Blüte spürbare Ertragsverluste verursachen; an Dicken Bohnen (Ackerbohnen) ist der Befall meist noch dichter als an Gartenbohnen. Nicht zu den Schädlingen zählen die häufigen Blattflecken: Rundliche, braun geränderte Flecken (Brennfleckenkrankheit), rostbraune Pusteln (Bohnenrost) oder gelb umrandete, fettig wirkende Flecken (Fettfleckenkrankheit) sind Pilz- beziehungsweise Bakterienkrankheiten und werden anders behandelt.

Die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae)

Die Schwarze Bohnenlaus ist eine etwa anderthalb bis drei Millimeter lange, graugrün bis matt schwarze Blattlaus. Sie besiedelt zunächst die Triebspitzen und breitet sich mit beginnender Blüte über die ganze Pflanze aus. Sind Blüten- und Hülsenstiele dicht besetzt, fallen Blüten ab, und Hülsen bleiben klein und verkrümmt.

Bei starkem Befall bleiben die Triebspitzen verkrüppelt zurück, Blätter rollen sich ein, und auf dem klebrigen Honigtau siedelt sich schwarzer Rußtau an. Junge, stark befallene Pflanzen können absterben. Häufig laufen Ameisen an den Trieben hoch, die den Honigtau ernten und die Läuse gegen Marienkäfer und Schwebfliegenlarven verteidigen.

Die Bohnenlaus überwintert als Ei auf Gehölzen wie dem Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), dem Gewöhnlichen Schneeball (Viburnum opulus) und dem Pfeifenstrauch. Dort entwickeln sich im Frühjahr die ersten Generationen; ab Mai und Juni fliegen geflügelte Tiere auf Bohnen und andere Sommerwirte wie Rote Bete, Spinat, Mangold, Kartoffel, Kapuzinerkresse und Dahlien. Der Befall beginnt deshalb meist an den Beeträndern und breitet sich von wenigen Pflanzen aus.

Schonende Maßnahmen, in dieser Reihenfolge:

  • ab Mitte Mai die Triebspitzen alle paar Tage kontrollieren und die ersten besiedelten Spitzen sofort abknipsen; bei kleinem Befall reicht das oft schon, und bei Dicken Bohnen ist das Köpfen nach dem Ansatz der untersten Hülsen ohnehin üblich
  • Kolonien mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen, an mehreren Tagen hintereinander
  • bei stärkerem Befall Schmierseifenlösung (rund 15 bis 20 Gramm reine Schmierseife je Liter Wasser) gezielt auf die Kolonien sprühen, morgens oder abends, nicht in praller Sonne, nach fünf bis sieben Tagen wiederholen
  • Ameisen den Zugang erschweren, damit Nützlinge ungestört arbeiten können
  • Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen mit Blühstreifen in Beetnähe fördern; ihre Larven räumen eine Kolonie oft innerhalb einer Woche

Schmierseife ist ein Hausmittel und kein zugelassenes Pflanzenschutzmittel; gekaufte Präparate müssen für Bohnen und den Haus- und Kleingarten zugelassen sein. Die vollständige Anleitung steht im Ratgeber „Blattläuse bekämpfen – was wirklich hilft“; wie sich schwarze und grüne Läuse unterscheiden, erklärt der Vergleich „Schwarze oder grüne Blattläuse – die Unterschiede erkennen“.

Nahaufnahme schwarzer Blattläuse an einem grünen Bohnentrieb.
Die Schwarze Bohnenlaus besiedelt bevorzugt die jungen Triebspitzen und verursacht charakteristische Blattrollungen. · Symbolbild, KI-generiert

Bohnenfliege — die unsichtbare Gefahr für die Saat

Der Schaden der Bohnenfliege (Delia platura, auch Bohnensaatfliege) entsteht unterirdisch. Die unscheinbare, etwa fünf Millimeter große graue Fliege legt ihre Eier in frisch bearbeiteten, feuchten Boden, besonders dort, wo organisches Material verrottet. Die schlüpfenden Maden fressen an der quellenden und keimenden Bohne. Die Saat läuft dann lückig oder gar nicht auf, oder es erscheinen verkrüppelte Keimlinge mit angefressenen, oft blattlosen Keimblättern, deren Stängel unter der Erde ausgehöhlt sind. Wer eine nicht aufgelaufene Bohne ausgräbt, findet darin meist die weißlichen, bis sieben Millimeter langen Maden.

Begünstigt wird der Befall durch kühle, feuchte Böden, in denen die Keimung langsam verläuft, und durch frische organische Düngung wie Mist, unreifen Kompost oder eingearbeitete Gründüngung kurz vor der Saat. Weil die Fliege auch Gurken, Zwiebeln, Spinat und Mais schädigt, hilft eine Anbaupause allein wenig.

So beugen Sie vor:

  • erst säen, wenn der Boden dauerhaft mindestens 10 bis 12 Grad warm ist, im Freiland meist ab Mitte Mai; Bohnen keimen dann in wenigen Tagen und wachsen den Maden davon
  • flach säen (zwei bis drei Zentimeter) und den Boden nach der Saat feucht, aber nicht nass halten
  • frische organische Düngung vor der Saat vermeiden und Gründüngung mehrere Wochen vorher einarbeiten
  • bei wiederkehrenden Problemen Bohnen in Töpfen vorziehen und als kräftige Jungpflanzen setzen; das umgeht Bohnenfliege und Schnecken zugleich
  • die Aussaat direkt nach dem Säen lückenlos und bodendicht mit einem Kulturschutznetz abdecken; gegen die Fliege reicht die übliche Maschenweite gegen Gemüsefliegen von etwa 1,3 Millimetern, ein feineres Netz schadet nicht

Wie Netze richtig eingesetzt werden, beschreibt der Ratgeber „Kulturschutznetze richtig einsetzen“.

Spinnmilben bei Hitze

Bei heißer, trockener Witterung treten an Bohnen auch Spinnmilben auf, vor allem an warmen, geschützten Stellen, an Südwänden und bei Stangenbohnen im oberen, sonnigen Bereich. Es handelt sich meist um die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae), die wegen ihrer Vorliebe für Bohnen auch Bohnenspinnmilbe heißt. Die nur etwa einen halben Millimeter großen Tiere saugen an der Blattunterseite. Typisch sind feine helle Sprenkel auf der Blattoberseite, die zu fahlgelben Flächen zusammenfließen, später eintrocknende Blätter und zarte Gespinste an Blattunterseiten und Triebspitzen. Bei Trockenstress verschlimmert sich der Befall innerhalb weniger Tage.

Da Spinnmilben trockene Hitze lieben, hilft alles, was das Kleinklima feuchter macht: Blätter in Hitzeperioden morgens von unten abspritzen, den Boden mulchen und gleichmäßig gießen. Bei stärkerem Befall wirken Schmierseifenlösung oder zugelassene Rapsöl-Präparate, die gründlich auf die Blattunterseiten gesprüht und nach einer Woche wiederholt werden; das Vorgehen beschreibt die Seite „Spinnmilben bekämpfen – wirksame Maßnahmen“. Raubmilben, Marienkäfer und Raubwanzen halten den Befall im Freiland meist gering, sofern nicht mit breit wirkenden Mitteln gespritzt wird.

Ein Marienkäfer frisst Blattläuse auf einem Bohnenblatt.
Marienkäfer und ihre Larven gehören zu den wichtigsten natürlichen Gegenspielern der Bohnenlaus. · Symbolbild, KI-generiert

Mischkultur und vorbeugende Pflanzenwahl

Bohnen profitieren besonders von durchdachter Mischkultur. Bewährt haben sich:

  • Bohnenkraut direkt zwischen die Bohnen: Es gilt als klassischer Partner, der Blattläuse stören soll. Belegt ist die Wirkung nicht, schaden kann es aber nicht, und in der Küche passt es ohnehin dazu.
  • Mischpflanzung statt großer Reinbestände, was die Ausbreitung von Schädlingen erschwert; Buschbohnen passen gut neben Rote Bete, Kohl, Salat, Gurken und Kartoffeln
  • Zwiebeln, Knoblauch und Lauch nicht direkt neben Bohnen setzen; sie gelten als schlechte Nachbarn
  • Förderung von Nützlingen durch blühende Beetstreifen in der Nähe, etwa mit Ringelblumen, Dill oder Kornblumen
  • Kapuzinerkresse in einigen Metern Abstand als Fangpflanze: Die Schwarze Bohnenlaus besiedelt sie gern und lässt sich dort mitsamt der Triebe entfernen. Die Kontrolle der Bohnen selbst ersetzt das nicht.

Mischkultur beugt vor, ersetzt bei akutem Befall aber nicht das frühe Eingreifen. Mehr zu sinnvollen Pflanzpartnern steht im Ratgeber „Mischkultur gegen Schädlinge — was wirklich zusammenpasst“; wie Sie Nützlinge gezielt ansiedeln, erklärt die Seite „Nützlinge gegen Schädlinge einsetzen“.

Vorbeugung im Überblick

Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:

  • erst bei mindestens 10 bis 12 Grad Bodentemperatur säen, meist ab Mitte Mai
  • Aussaat und Keimlinge mit Kulturschutznetz oder Schneckenschutz sichern, bei Problemen vorziehen
  • ab Mitte Mai Triebspitzen kontrollieren und erste Bohnenlaus-Kolonien abknipsen
  • in Hitzeperioden gleichmäßig gießen und mulchen
  • Nützlinge fördern und auf breit wirkende Spritzmittel verzichten
  • maßvoll düngen: Bohnen brauchen als Stickstoffsammler keine stickstoffbetonte Düngung

Wie Sie widerstandsfähige Pflanzen ziehen, beschreibt der Ratgeber „Pflanzen stärken gegen Schädlinge“.

Häufige Fragen

Was sind die vielen schwarzen Tiere an meinen Bohnen?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae). Sie bildet ab Ende Mai dichte Kolonien an Triebspitzen und Blütenstielen und sondert klebrigen Honigtau ab, den Ameisen ernten.

Woher kommt die Schwarze Bohnenlaus?

Sie überwintert als Ei auf Gehölzen wie Pfaffenhütchen, Gewöhnlichem Schneeball und Pfeifenstrauch. Ab Mai und Juni fliegen geflügelte Tiere von dort auf Bohnen und andere Sommerwirte ein.

Meine Bohnen laufen lückig auf — woran liegt das?

Wenn die Saat ohne sichtbaren oberirdischen Fraß lückig oder gar nicht aufläuft, kommt die Bohnenfliege infrage. Ihre Maden fressen an der keimenden Bohne; beim Ausgraben finden Sie sie in der Saat. Vorbeugend helfen Aussaat in warmen Boden, Verzicht auf frische organische Düngung und ein Kulturschutznetz. Fehlen die Keimlinge samt Schleimspur, waren Schnecken die Ursache.

Hilft Bohnenkraut wirklich gegen Schädlinge an Bohnen?

Eine belastbare Wirkung gegen Blattläuse ist nicht nachgewiesen. Als unschädliche Ergänzung ist Bohnenkraut sinnvoll, ersetzt bei akutem Befall aber nicht das frühe Eingreifen.

Muss ich gegen die Schwarze Bohnenlaus spritzen?

Bei kleinem Befall meist nicht. Triebspitzen abknipsen, Wasserstrahl oder Schmierseifenlösung und Nützlinge reichen oft aus. Gekaufte Mittel müssen für Bohnen und den Hausgarten zugelassen sein.

Wann treten Spinnmilben an Bohnen auf?

Vor allem bei heißer, trockener Witterung an geschützten, warmen Stellen und bei Trockenstress. Gleichmäßiges Gießen, Mulchen und Abspritzen der Blattunterseiten halten den Befall meist gering.

In meinen getrockneten Bohnen sind kleine runde Löcher — was ist das?

Das ist der Bohnenkäfer (Acanthoscelides obtectus), ein Vorratsschädling. Seine Larven entwickeln sich in den Samen, die Käfer bohren sich später mit runden Löchern heraus. Befallene Bohnen aussortieren, Vorräte luftdicht lagern und Saatgut vor dem Einlagern einige Tage einfrieren. In warmen Lagen legt der Käfer seine Eier schon an reifende Hülsen im Beet, deshalb reife Hülsen zügig ernten und gut trocknen.

Hinweis zur Erstellung

Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.

Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten

Nach oben ↑

Weiterlesen