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Käfer & Bodenlarven

Lilienhähnchen erkennen und bekämpfen

Das Lilienhähnchen (Lilioceris lilii) ist ein sechs bis acht Millimeter großer, leuchtend roter Blattkäfer mit schwarzem Kopf, schwarzen Beinen und Fühlern. Käfer und Larven fressen ab dem Frühjahr an Lilien, Kaiserkronen und Schachbrettblumen und können die Pflanzen bis zum Sommer kahl fressen. Auffällig sind die Larven, die sich unter einer braunschwarzen, schleimigen Hülle aus eigenem Kot verbergen. Am wirksamsten ist regelmäßiges Absammeln ab Ende März: Käfer über einer hellen Schale abklopfen, Eier und Larven abstreifen und alle paar Tage nachkontrollieren. Spritzmittel kommen nur bei starkem Befall infrage, und dann nur Präparate mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten (Stand: Oktober 2026).
Aktualisiert am 11. Oktober 2026
Leuchtend rotes Lilienhähnchen mit schwarzem Kopf, schwarzen Beinen und Fühlern auf einem Lilienblatt mit Fraßlöchern
Lackrote Flügeldecken und ein schwarzer Kopf unterscheiden das Lilienhähnchen von ähnlichen roten Käfern. · Symbolbild, KI-generiert

Lilienhähnchen erkennen

Das Lilienhähnchen gehört zu den Blattkäfern. Der Name „Hähnchen“ bezieht sich auf einen leisen Zirplaut, den die Käfer bei Störung erzeugen. So erkennen Sie die einzelnen Stadien:

  • Käfer: sechs bis acht Millimeter lang, Halsschild und Flügeldecken leuchtend lackrot, Kopf, Beine, Fühler und Körperunterseite schwarz. Bei Gefahr lassen sich die Tiere fallen und landen oft auf dem Rücken; die schwarze Unterseite macht sie dann auf dunkler Erde fast unsichtbar.
  • Eier: etwa einen Millimeter lang, länglich, zunächst orangerot und später bräunlich, in kleinen Gruppen oder Reihen auf der Blattunterseite.
  • Larven: bis rund einen Zentimeter lang, orangerot bis rötlich braun mit dunklem Kopf, meist vollständig unter einer feucht glänzenden, braunschwarzen Hülle aus eigenem Kot verborgen. Sie wirken wie kleine Schmutz- oder Schleimklümpchen auf und unter den Blättern.
  • Puppen: im Boden und daher kaum zu finden.

Verwechslungsgefahr: andere rote Käfer

Nicht jeder rote Käfer im Staudenbeet ist ein Lilienhähnchen. Einige Doppelgänger sind harmlos oder sogar streng geschützt:

  • Maiglöckchenhähnchen (Lilioceris merdigera), auch Rotbeiniges Lilienhähnchen genannt: sehr ähnlich, aber mit rotem Kopf und überwiegend roten Beinen. Es frisst vor allem an Maiglöckchen, Salomonssiegel und Lauchgewächsen wie Zwiebeln und Knoblauch, gelegentlich auch an Lilien.
  • Scharlachroter Feuerkäfer (Pyrochroa coccinea): ebenfalls rot mit schwarzem Kopf, aber mit 14 bis 18 Millimetern rund doppelt so groß, flacher und mit gesägten oder gekämmten Fühlern. Seine Larven leben unter der Rinde von Totholz, an Lilien schadet er nicht.
  • Scharlachkäfer (Cucujus cinnaberinus): stark abgeplattet, lebt unter der Rinde abgestorbener Bäume und ist streng geschützt. Im Lilienbeet kommt er praktisch nicht vor.
  • Marienkäfer: rundlich und meist schwarz gepunktet; Käfer und Larven fressen Blattläuse und sind willkommene Nützlinge.
  • Feuerwanze: kein Käfer, sondern eine Wanze mit schwarz-roter Zeichnung, die oft in Gruppen am Fuß von Linden oder Malven sitzt. Sie saugt an Samen und schadet Gartenpflanzen kaum.

Im Zweifel gilt: Sammeln Sie nur Tiere ab, die Sie an Lilien oder Kaiserkronen beim Fressen antreffen und die genau zur Beschreibung passen.

Unterseite eines stark zerfressenen Lilienblatts mit mehreren Larven unter braunschwarzer, feucht glänzender Kothülle
Die Larven tarnen sich mit ihrem eigenen Kot; streifen Sie sie samt Hülle mit Handschuhen ab. · Symbolbild, KI-generiert

Wirtspflanzen und Lebenszyklus

Eier legt das Lilienhähnchen nur an echten Lilien (Lilium) und an Fritillaria-Arten wie Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) und Schachbrettblume (Fritillaria meleagris); nur dort entwickeln sich die Larven. Auch die Riesenlilie (Cardiocrinum) wird befressen. An Maiglöckchen und Salomonssiegel fressen die Käfer gelegentlich, Taglilien (Hemerocallis) sind dagegen keine Wirtspflanzen.

Der Jahreslauf:

  • Winter: Die Käfer überwintern im Boden, in der Laubstreu und an anderen geschützten Stellen, nicht unbedingt in der Nähe der Lilien.
  • Ende März bis April: An sonnigen Tagen erscheinen die Käfer, suchen die austreibenden Wirtspflanzen auf und fressen zunächst Löcher in die jungen Blätter. Früh austreibende Kaiserkronen und Schachbrettblumen lohnen deshalb einen ersten Kontrollblick.
  • April bis Hochsommer: Die Weibchen legen ihre Eier in kleinen Gruppen an die Blattunterseiten. Nach etwa einer Woche schlüpfen die Larven.
  • Rund zwei Wochen fressen die Larven, dann wandern sie in den Boden und verpuppen sich. Etwa drei Wochen später schlüpfen die Jungkäfer.
  • Spätsommer bis Herbst: Die Jungkäfer fressen noch, paaren sich aber in der Regel erst im nächsten Frühjahr und ziehen sich ins Winterquartier zurück.

Nach Angaben der britischen Royal Horticultural Society bildet das Lilienhähnchen eine Generation pro Jahr. Weil die langlebigen Weibchen über viele Wochen Eier legen, finden sich von Mai bis in den September aber gleichzeitig Eier, Larven und Käfer; manche deutsche Merkblätter sprechen deshalb von zwei bis drei Generationen. Für die Praxis heißt das: Kontrollieren Sie von Ende März bis in den Spätsommer.

Schadbild: vom Fensterfraß zum Kahlfraß

Junge Larven schaben zunächst an der Blattunterseite und hinterlassen helle, später braun eintrocknende Fensterfraßstellen. Ältere Larven fressen ganze Blätter, meist von der Spitze zum Stängel hin, und gehen auch an Knospen, Blüten, Stängel und Samenkapseln. Die Käfer selbst fressen rundliche Löcher in Blätter und Blütenblätter.

Bei starkem Befall bleiben bis zum Frühsommer nur kahle Stängel stehen. Das kostet nicht nur die Blüte des laufenden Jahres: Ohne Blattfläche kann die Pflanze kaum Reserven einlagern, die Zwiebeln bleiben klein, und im Folgejahr fällt die Blüte schwächer aus oder ganz aus. Einzelne Fraßlöcher verkraften Lilien und Kaiserkronen dagegen problemlos.

Hand hält eine helle Schale unter einen Lilienstängel, darin liegt ein rotes Lilienhähnchen
Bei Störung lassen sich die Käfer fallen – eine untergehaltene Schale fängt sie auf, bevor sie in Rückenlage am Boden verschwinden. · Symbolbild, KI-generiert

Bekämpfen: absammeln, abstreifen, nachkontrollieren

Die wirksamste und schonendste Methode, wenn Sie früh beginnen und dranbleiben.

In den meisten Gärten reicht konsequentes Absammeln völlig aus. So gehen Sie vor:

  • Früh beginnen: Ab Ende März, sobald die ersten Triebe erscheinen, die Pflanzen kontrollieren. Jeder Käfer, der vor der Eiablage entfernt wird, verhindert zahlreiche Larven.
  • Schale oder Tuch unterhalten: Halten Sie eine helle Schale, einen umgedrehten Schirm oder ein helles Tuch unter die Pflanze, bevor Sie sich nähern, und klopfen Sie dann leicht an den Stängel. Die Käfer lassen sich fallen und landen auf dem hellen Untergrund statt unauffindbar in Rückenlage auf der Erde. In den kühlen Morgenstunden sind sie träger und leichter zu erwischen.
  • Eier und Larven entfernen: Blattunterseiten absuchen, Eigelege mit dem Finger oder einem Papiertuch abstreifen und zerdrücken. Larven samt Kothülle mit Handschuhen oder einem feuchten Tuch abwischen; ein kräftiger Wasserstrahl spült sie ebenfalls von der Pflanze.
  • Regelmäßig nachkontrollieren: Alle zwei bis drei Tage nachsehen, bis in den Spätsommer. Käfer aus Nachbargärten fliegen nach.
  • Gesammelte Käfer nicht einfach ins Gras werfen, sie krabbeln zurück: zerdrücken oder in ein Gefäß mit Seifenwasser geben.

Das Lilienhähnchen ist nicht geschützt, Absammeln und Töten sind erlaubt. Prüfen Sie aber vorher kurz, ob es sich wirklich um ein Lilienhähnchen handelt.

Spritzmittel, Gegenspieler und was nicht hilft

Spritzmittel sind nur sinnvoll, wenn viele Pflanzen stark befallen sind und Absammeln nicht mehr hinterherkommt. Im Haus- und Kleingarten dürfen nur Mittel eingesetzt werden, die für diesen Bereich und für Zierpflanzen zugelassen sind (Stand: Oktober 2026):

  • Präparate mit natürlichen Pyrethrinen und Rapsöl: Einige sind ausdrücklich gegen das Lilienhähnchen an Zierpflanzen zugelassen, andere allgemein gegen blattfressende Käfer. Sie wirken nur auf getroffene Tiere, schaden aber auch Nützlingen.
  • Azadirachtin-Präparate (Neem) mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten gegen beißende Insekten an Zierpflanzen: Sie hemmen vor allem bei jungen Larven Fraß und Häutung, gegen erwachsene Käfer wirken sie kaum. Das Profi-Präparat NeemAzal-T/S ist im Privatgarten nicht zugelassen.
  • Daneben sind breit wirkende Mittel zugelassen, etwa mit dem Neonikotinoid Acetamiprid. Wegen der Nebenwirkungen auf Nützlinge raten wir davon ab.

Achten Sie auf den Packungshinweis „Haus- und Kleingarten“ und das Anwendungsgebiet, halten Sie die Dosierung ein und sprühen Sie nicht in offene Blüten. Zulassungen sind befristet.

Natürliche Gegenspieler: In Mitteleuropa parasitieren mehrere winzige heimische Schlupfwespenarten die Larven, darunter Tetrastichus setifer sowie Arten der Gattungen Lemophagus und Diaparsis. In einer Untersuchung in Schweden waren je nach Standort 21 bis 57 Prozent der Larven parasitiert. Diese Schlupfwespen kann man nicht kaufen, breit wirkende Insektizide schaden ihnen aber. Auch Vögel, Laufkäfer und Frösche fressen Larven.

Was nicht hilft:

  • Bodenbehandlungen unter den Lilien, denn die Käfer überwintern verstreut im Garten und finden ihre Wirtspflanzen über den Duft
  • Hausmittel-Brühen, für deren Wirkung gegen das Lilienhähnchen es keine belastbaren Belege gibt
  • einmaliges Absammeln im Frühjahr ohne Nachkontrolle
  • Pflanzen bei Befall sofort zurückschneiden: Die Zwiebel braucht das restliche Laub, um Reserven für das nächste Jahr einzulagern

Häufige Fragen

Wie sieht das Lilienhähnchen aus?

Es ist ein sechs bis acht Millimeter großer Blattkäfer mit lackroten Flügeldecken und rotem Halsschild; Kopf, Beine, Fühler und Unterseite sind schwarz. Bei Störung zirpt er leise und lässt sich fallen.

Was sind die braunen, schleimigen Klümpchen auf meinen Lilienblättern?

Das sind fast immer Larven des Lilienhähnchens. Sie bedecken sich mit ihrem eigenen Kot, der sie tarnt und Fressfeinde abschreckt. Streifen Sie die Klümpchen mit Handschuhen oder einem feuchten Tuch ab.

Wann tauchen Lilienhähnchen auf?

Die Käfer erscheinen ab Ende März oder April, sobald Lilien und Kaiserkronen austreiben. Eier und Larven finden sich von April bis in den September.

Wie sammle ich die Käfer am besten ab?

Halten Sie eine helle Schale oder ein Tuch unter die Pflanze und klopfen Sie leicht an den Stängel. Die Käfer lassen sich fallen und landen im Auffanggefäß. Morgens, wenn es noch kühl ist, sind sie träger. Wiederholen Sie das alle zwei bis drei Tage.

Hilft Neem gegen Lilienhähnchen?

Neem-Präparate mit dem Wirkstoff Azadirachtin wirken vor allem gegen junge Larven, kaum gegen erwachsene Käfer. Verwenden Sie nur Präparate mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten gegen beißende Insekten an Zierpflanzen. NeemAzal-T/S ist ein Profi-Präparat und im Privatgarten nicht zugelassen.

Befällt das Lilienhähnchen auch Taglilien oder Maiglöckchen?

Taglilien nicht. An Maiglöckchen und Salomonssiegel fressen die Käfer allenfalls gelegentlich; dort sitzt häufiger das ähnliche Maiglöckchenhähnchen, das am roten Kopf und an den roten Beinen zu erkennen ist.

Darf ich Lilienhähnchen töten?

Ja, das Lilienhähnchen ist nicht geschützt. Vergewissern Sie sich aber, dass es kein Feuerkäfer oder gar der streng geschützte Scharlachkäfer ist. Beide sind deutlich größer und leben an Totholz, nicht an Lilien.

Treiben kahl gefressene Lilien wieder aus?

Meist ja, im nächsten Frühjahr aus der Zwiebel. Weil die Pflanze ohne Laub kaum Reserven einlagern konnte, blüht sie dann oft schwächer. Lassen Sie verbliebene Blätter stehen, bis sie vergilben.

Quellen & Prüfung

Biologie, Wirtspflanzen und Bekämpfung nach Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (Merkblatt „Lilienhähnchen (Lilioceris lilii)“), Royal Horticultural Society („Lily beetle“) und National Biodiversity Network („Lily Beetles“). Natürliche Gegenspieler nach Haye und Kenis („Biology of Lilioceris spp. and their parasitoids in Europe“, Biological Control 29, 2004) und einer Untersuchung der Schwedischen Agraruniversität SLU (Kroon, 2009). Abgrenzung zum Maiglöckchenhähnchen nach LKSH, zu Feuer- und Scharlachkäfer nach Artensteckbriefen von BfN und HLNUG. Zulassungsangaben nach der Pflanzenschutzmittel-Datenbank des BVL (Datenstand 1. Oktober 2026) und der Übersicht „Pflanzenschutzmittel für den Haus- und Kleingarten“ der LLG Sachsen-Anhalt. Stand: Oktober 2026.

Hinweis zur Erstellung

Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.

Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten

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