Vergleich
Spinnmilben oder Thripse – die Unterschiede erkennen
Direktvergleich auf einen Blick
Die wichtigsten Unterschiede in einer Tabelle.
Die folgende Tabelle stellt beide Schädlinge nebeneinander. Meist genügt der Blick auf zwei Merkmale: Gibt es Gespinste, und sind die hellen Stellen von schwarzen Kotpunkten begleitet?
| Merkmal | Spinnmilben | Thripse |
|---|---|---|
| Tiergruppe | Milben (Spinnentiere), acht Beine | Insekten (Fransenflügler), sechs Beine |
| Aussehen | rundlich, rötlich bis gelblich, unter 1 mm — fast nur mit Lupe erkennbar | schlank, länglich, gelblich bis dunkel, 1–2 mm — mit bloßem Auge sichtbar |
| Schadbild | gleichmäßig feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite | silbrig glänzende Flecken und Striche mit schwarzen Kotpunkten |
| Typisches Merkmal | feine Gespinste in Blattachseln, an Blatträndern und Triebspitzen | keine Gespinste; winzige schwarze Kottröpfchen auf den Saugstellen |
| Verhalten bei Störung | bleiben sitzen, bewegen sich kaum sichtbar | laufen schnell weg, springen oder fliegen kurz auf |
| Klebetafel-Farbe | keine — Spinnmilben fliegen nicht und gehen kaum an Tafeln | Blautafeln fangen die fliegenden erwachsenen Tiere |
| Nützlinge | Raubmilbe Phytoseiulus persimilis | Raubmilbe Amblyseius (Neoseiulus) cucumeris, Nematoden für Bodenstadien |
Spinnmilben sicher erkennen
Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben — also Spinnentiere mit acht Beinen. Die rötlich bis gelblich gefärbten Tiere sind deutlich unter einem Millimeter klein und ohne Lupe kaum auszumachen. Sie sitzen vor allem an den Blattunterseiten und saugen dort einzelne Zellen aus.
Ihr Schadbild ist eine gleichmäßig feine, helle Sprenkelung der Blattoberseite, die mit der Zeit zu fahlen, gelblich-grauen Blättern zusammenfließt. Das sicherste Erkennungszeichen sind jedoch die Gespinste: hauchfeine Fäden in Blattachseln, entlang der Blattränder und bei starkem Befall wie ein Schleier über ganzen Triebspitzen. Besprüht man die Pflanze fein mit Wasser, werden die Fäden durch die Tröpfchen gut sichtbar.
Mehr zum Symptom der feinen Fäden steht auf der Seite „Feine Spinnweben auf Pflanzen“, das vollständige Porträt im Schädlings-Steckbrief „Spinnmilben“.
Thripse sicher erkennen
Thripse sind echte Insekten: schlank, länglich, ein bis zwei Millimeter lang und je nach Art und Stadium gelblich bis fast schwarz. Anders als Spinnmilben sind sie mit bloßem Auge als kleine, bewegliche Striche erkennbar — bei Störung laufen sie schnell davon, springen oder fliegen kurz auf.
Ihr Schadbild unterscheidet sich im Detail deutlich: Statt gleichmäßiger Sprenkel entstehen silbrig glänzende, wie metallisch schimmernde Flecken und Striche, weil Luft in die leergesaugten Zellen eindringt. Dazwischen sitzen winzige schwarze Pünktchen — die Kottröpfchen der Tiere. Diese schwarzen Punkte fehlen bei Spinnmilben völlig.
Gespinste bilden Thripse nie. Wer also Fäden auf der Pflanze findet, kann Thripse als Hauptverursacher ausschließen — auch wenn beide Schädlinge gelegentlich gleichzeitig auftreten.
Was beide gemeinsam haben
Die häufige Verwechslung kommt nicht von ungefähr — Spinnmilben und Thripse teilen einige Eigenschaften:
- beide treten bevorzugt bei trockener, warmer Luft auf, klassisch in der Heizperiode
- beide saugen einzelne Pflanzenzellen aus und erzeugen punktige, helle Schäden
- beide befallen gern Zimmerpflanzen, Gurken und andere Gewächshauskulturen
- beide vermehren sich im Warmen schnell über mehrere Generationen
- gegen beide hilft vorbeugend eine höhere Luftfeuchtigkeit
Deshalb sind einige Grundmaßnahmen für beide identisch: Pflanze gründlich abduschen, Luftfeuchte erhöhen, befallene Exemplare separieren und stark geschädigte Blätter entfernen. Wer den Schädling danach noch nicht sicher bestimmt hat, fährt mit diesen Schritten in keinem Fall falsch.
Richtig handeln — je nach Schädling
Bei der gezielten Bekämpfung trennen sich die Wege, und genau hier lohnt die sichere Bestimmung:
Bei Spinnmilben: Gespinste feucht abwischen, Pflanze abduschen und die Luftfeuchte deutlich erhöhen — Spinnmilben mögen es trocken. Als Nützling wird die spezialisierte Raubmilbe Phytoseiulus persimilis eingesetzt. Klebetafeln bringen nichts, da Spinnmilben nicht fliegen. Die vollständige Anleitung steht auf der Seite „Spinnmilben bekämpfen“.
Bei Thripsen: Blautafeln aufstellen, um die fliegenden erwachsenen Tiere abzufangen, Raubmilben der Art Amblyseius cucumeris gegen die Larven auf der Pflanze ausbringen und Nematoden ins Substrat gießen, weil sich ein Teil der Larven im Boden verpuppt. Diese Bodenkomponente entfällt bei Spinnmilben.
Wichtig dabei: Beide Nützlinge heißen Raubmilben, sind aber verschiedene Arten — Phytoseiulus persimilis frisst Spinnmilben, Amblyseius cucumeris junge Thripse. Beim Kauf also auf die richtige Art achten. Neemöl und Kaliseife wirken gegen beide Schädlinge und sind eine gute Wahl, solange die Bestimmung noch unsicher ist — wichtig sind gründliche Benetzung der Blattunterseiten und zwei bis drei Wiederholungen im Wochenabstand.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich am schnellsten, welchen Schädling ich habe?
An zwei Merkmalen: Feine Gespinste in Blattachseln und an Blatträndern bedeuten Spinnmilben. Silbrig glänzende Flecken mit winzigen schwarzen Kotpunkten bedeuten Thripse.
Können Spinnmilben und Thripse gleichzeitig auftreten?
Ja, das kommt vor — beide profitieren von trockener, warmer Luft. Dann zeigen sich Gespinste und schwarze Kotpunkte nebeneinander. Abduschen, höhere Luftfeuchte sowie Neemöl oder Kaliseife wirken in dem Fall gegen beide.
Helfen Gelbtafeln gegen Spinnmilben oder Thripse?
Gegen Spinnmilben gar nicht, denn sie fliegen nicht. Gegen Thripse sind Blautafeln die richtige Wahl, weil die Tiere gezielt auf die Farbe Blau fliegen — Gelbtafeln fangen sie nur nebenbei.
Warum reichen Sprühbehandlungen bei Thripsen oft nicht aus?
Weil sich ein Teil der Thripse-Larven im Substrat verpuppt und dort von Sprühmitteln nicht erreicht wird. Nematoden im Gießwasser schließen diese Lücke. Bei Spinnmilben gibt es keine Bodenstadien — dort genügt die Behandlung der Pflanze.
Welche Raubmilben brauche ich für welchen Schädling?
Gegen Spinnmilben wird Phytoseiulus persimilis eingesetzt, gegen Thripse Amblyseius (Neoseiulus) cucumeris. Die Arten sind spezialisiert und nicht beliebig austauschbar — achten Sie beim Nützlingskauf auf die Artangabe.
Erholen sich die geschädigten Blätter wieder?
Nein, ausgesaugte Zellen regenerieren sich bei beiden Schädlingen nicht — Sprenkel und silbrige Flecken bleiben sichtbar. Entscheidend ist, dass neue Blätter nach der Bekämpfung makellos nachwachsen.