Zum Inhalt springen

Nager & Wildtiere

Maulwurf im Garten erkennen, verstehen und sanft vertreiben

Hohe, runde Erdhügel, oft in einer Reihe, stammen fast immer vom Europäischen Maulwurf (Talpa europaea). Er frisst keine Pflanzen, sondern Regenwürmer, Engerlinge, Schnakenlarven und andere Bodentiere, und ist damit eher Nützling als Schädling. Nach der Bundesartenschutzverordnung ist er besonders geschützt: Fangen, Verletzen und Töten sind verboten, ebenso das Zerstören seines Nests. Erlaubt ist, die Hügel abzutragen und das Tier schonend zu vergrämen, wobei die Wirkung solcher Methoden begrenzt ist. Wer einen makellosen Rasen will, plant am besten schon bei der Neuanlage ein Maulwurfsnetz ein.
Aktualisiert am 11. Oktober 2026
Europäischer Maulwurf schaut halb aus einem frischen Maulwurfshügel im Rasen, mit großen rosa Grabhänden und rosa Rüssel
Schaufelartige Grabhände und ein rosa Rüssel kennzeichnen den Maulwurf, der nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt ist. · Symbolbild, KI-generiert

Maulwurf erkennen: Hügel, Gänge, Tier

Den Maulwurf selbst sieht man selten. Er ist etwa 12 bis 16 Zentimeter lang, walzenförmig, mit samtig schwarzem Fell ohne Strich, winzigen Augen, ohne äußere Ohrmuscheln und mit rosa Rüssel. Unverwechselbar sind die breiten, nach außen gedrehten Grabhände. Meist verraten ihn aber seine Spuren:

  • Hügel: hoch, rund, kraterförmig und gleichmäßig aus feinkrümeliger Erde ohne Pflanzenreste aufgeschüttet; die Erde wird senkrecht von unten durch einen Schacht in der Mitte nach oben geschoben, der danach meist verschlossen ist
  • Anordnung: oft in Linien oder Bögen entlang eines Gangs; ein besonders großer Hügel kann auf das Nest darunter hinweisen
  • Gänge: rund bis flachoval, die Nahrungsgänge liegen dicht unter der Grasnarbe und zeichnen sich manchmal als leichte Wülste ab
  • Pflanzen: bleiben unbeschädigt; welken Jungpflanzen über einem Gang, hängen ihre Wurzeln nur im Hohlraum

Abgrenzung zur Wühlmaus (Schermaus): Ihre Haufen sind flach, länglich und unregelmäßig, enthalten Wurzel- und Grasreste, und der Gang mündet seitlich daneben. Ihre Gänge sind hochoval, und angefressene Wurzeln oder Blumenzwiebeln gehen auf ihr Konto. Im Zweifel klärt die Wühlprobe die Frage: Einen Gang öffnen und abwarten. Verschließt das Tier ihn binnen Stunden sauber, ist es eine Wühlmaus; bleibt er offen oder wird er nur locker unterwühlt, ein Maulwurf. Ausführlich zeigt das der Vergleich „Wühlmaus oder Maulwurf – die Hügel richtig deuten“.

Abgrenzung zur Maulwurfsgrille: Trotz des Namens ist sie ein Insekt von drei bis fünf Zentimetern. Sie hinterlässt fingerdicke, gewundene Gangwülste und kleine Löcher von zwei bis drei Zentimetern, aber keine Hügel. Kleine Sandkrater stammen von Ameisen, winzige krümelige Häufchen von Regenwürmern.

Lebensweise und Nahrung: ein Nützling unter dem Rasen

Der Maulwurf ist ein Insektenfresser und lebt als Einzelgänger in einem Revier, das nach Angaben des NABU bis zu 3.000 Quadratmeter umfassen kann. Sein Gangsystem ist oft 200 Meter und länger. Die Jagdgänge liegen knapp unter der Oberfläche, im Sommer reichen sie bis etwa 40 Zentimeter, im Winter bis rund einen Meter tief; das Nest liegt meist 50 bis 80 Zentimeter tief. Mehrmals täglich läuft er seine Gänge ab und frisst, was hineingefallen ist.

Auf dem Speiseplan stehen Regenwürmer, Engerlinge, Schnakenlarven, Raupen, Schnecken und andere Bodentiere. Pflanzliche Kost meidet er. Sein Bedarf ist enorm: Nach NABU-Angaben frisst er täglich etwa so viel, wie er selbst wiegt. Einen Winterschlaf hält er nicht; für die kalte Jahreszeit legt er Vorräte aus Regenwürmern an, die er durch einen Biss lähmt.

Für den Garten ist er damit nützlich: Er dezimiert Larven, die an Rasenwurzeln fressen, lockert und belüftet den Boden und verteidigt sein Revier gegen Wühlmäuse, deren Nachwuchs er frisst. Ein Maulwurf im Garten bedeutet daher oft weniger Wühlmäuse. Die Paarung fällt ins Frühjahr; danach bringt das Weibchen einen Wurf mit meist drei bis fünf Jungen zur Welt, die nach rund zwei Monaten abwandern. In dieser Zeit und im Herbst, wenn die Tiere neue Gänge anlegen, entstehen die meisten Hügel. Bundesweit gilt der Maulwurf als ungefährdet, gesetzlich geschützt ist er trotzdem.

Geschwungene Reihe runder, kraterförmiger Maulwurfshügel aus feiner dunkler Erde im Rasen
Maulwurfshügel liegen oft in einer Linie entlang des Gangs; die Öffnung sitzt verschlossen mittig unter dem Erdkegel. · Symbolbild, KI-generiert

Rechtslage: besonders geschützt, nicht streng geschützt

Was verboten ist, was erlaubt bleibt.

Der Europäische Maulwurf gehört zu den heimischen Säugetieren, die Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützt einstuft; ausgenommen sind dort nur wenige Arten wie Schermaus, Feldmaus, Hausmaus und Wanderratte. Streng geschützt ist er nicht. Für besonders geschützte Arten gelten die Verbote aus § 44 Absatz 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG):

  • dem Tier nachzustellen, es zu fangen, zu verletzen oder zu töten, ausdrücklich auch mit Lebendfallen und in guter Absicht
  • seine Fortpflanzungs- und Ruhestätten zu beschädigen oder zu zerstören, also Nest, Vorratskammern und das Gangsystem auszugraben oder zu verwüsten

Das allgemeine Störungsverbot des § 44 Absatz 1 Nummer 2 gilt nur für streng geschützte Arten. Schonendes Vergrämen, das das Tier weder verletzt noch sein Nest zerstört, ist beim Maulwurf deshalb nach verbreiteter Auffassung zulässig. Die Auslegung ist allerdings nicht einheitlich: Das Pflanzenschutzamt Berlin etwa hält auch das Vergrämen nur in Ausnahmefällen mit Genehmigung für zulässig. Im Zweifel fragen Sie bei der unteren Naturschutzbehörde nach. Das Abtragen der Hügel an der Oberfläche ist unproblematisch.

Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten, für die § 69 BNatSchG Bußgelder bis zu 50.000 Euro vorsieht. Wer ein Wirbeltier vorsätzlich ohne vernünftigen Grund tötet, kann sich zudem nach § 17 Tierschutzgesetz strafbar machen. Dass solche Fälle tatsächlich verfolgt werden, zeigt ein von der Stiftung Warentest berichteter Fall aus Detmold, in dem ein Gartenbesitzer nach Stichen mit einem Stachelgerät in Maulwurfshügel ein Bußgeld zahlen musste.

Ausnahmegenehmigungen erteilt die Naturschutzbehörde nur in begründeten Einzelfällen, etwa bei Gefahr für Deiche oder auf Sportplätzen. Optisch störende Hügel im Hausgarten reichen dafür in aller Regel nicht. Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.

Sanft vertreiben: was erlaubt ist und was wirklich hilft

Ehrlich vorweg: Ein Maulwurf lässt sich nur schwer aus seinem Revier vertreiben. Der NABU schreibt, dass er selbst mit rabiaten Methoden kaum zu vergrämen ist, und für Schall-, Vibrations- und Ultraschallgeräte gibt es keine belegte Wirkung. Wer es trotzdem versuchen möchte, hat diese erlaubten Möglichkeiten:

  • Erschütterung: Holzpfähle in frische Hügel stecken und mehrmals täglich dagegenklopfen; auch häufiges Betreten und Bearbeiten der Fläche stört
  • Geruch: Zweige von Holunder oder Lebensbaum, ein Sud aus Holunder, Lebensbaum oder Knoblauch oder handelsübliche Duftpräparate sparsam in die geöffneten Gänge geben und die Öffnung wieder schließen; nach Regen erneuern
  • Kombination und Geduld: Reize regelmäßig wechseln und über Wochen beibehalten, denn einzelne Aktionen bleiben fast immer folgenlos
  • Geräusch: Klapperstäbe, Windräder oder solarbetriebene Brummer sind erlaubt; bei Wühlmäusen stufen Pflanzenschutzdienste sie als wirkungslos ein, und auch beim Maulwurf ist keine Wirkung belegt

Realistisch ist meist, dass der Maulwurf einige Meter ausweicht oder nach einigen Wochen zurückkehrt. Verzichten Sie im Frühjahr und Frühsommer, wenn Jungtiere im Nest liegen, auf Vergrämungsaktionen, damit die Mutter den Wurf nicht aufgibt. Am besten eignet sich der Herbst.

Die Ursache lässt sich nur begrenzt beeinflussen: Ein Rasen mit vielen Engerlingen oder Schnakenlarven ist für den Maulwurf ein gedeckter Tisch. Wer diese Larven im Spätsommer gezielt mit Nützlingsnematoden angeht, nimmt ihm einen Teil der Nahrung, nicht aber die Regenwürmer, die gesunde Gartenböden ohnehin bieten. Mehr dazu im Beitrag „Nematoden richtig einsetzen“.

Hände in Handschuhen rollen ein feines dunkles Kunststoffnetz über eingeebnetem Boden aus, daneben liegt ein Rechen
Ein vor der Rasenaussaat verlegtes Maulwurfsnetz verhindert, dass neue Hügel die Grasnarbe durchstoßen. · Symbolbild, KI-generiert

Verboten oder sinnlos: diese Methoden scheiden aus

Viele kursierende Tipps sind beim Maulwurf entweder rechtswidrig oder gefährlich:

  • Fallen jeder Art, auch Lebendfallen: verboten; zudem überleben Maulwürfe Lebendfallen oft nicht, weil sie alle paar Stunden fressen müssen
  • Gift und Giftköder: verboten und für Haustiere, Igel und Greifvögel gefährlich
  • Abgase, Kohlendioxid oder selbst gemischte Gase in die Gänge leiten: verboten, lebensgefährlich und nicht zielgenau
  • Gänge fluten oder ausgraben: Nest und Jungtiere können ertrinken oder zerstört werden, was gegen das Naturschutzrecht verstößt; zudem versickert das Wasser meist wirkungslos
  • Stachel- und Spießgeräte in Hügel rammen: verletzt das Tier und kann ein Bußgeld nach sich ziehen

Ein Sonderfall sind Calciumcarbid-Präparate, die oft als „Wühlmausgas“ verkauft werden. Sie bilden im feuchten Boden ein übel riechendes Gas und sind beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit als Vergrämungsmittel gegen Schermaus und Maulwurf zugelassen, auch für den Haus- und Kleingarten (Stand: Oktober 2026). Die Zulassung schreibt die Anwendung nur im freien Gelände fern von Gebäuden vor und hält fest, dass das Mittel keine nachhaltige Wirkung hat. Beim Maulwurf raten wir davon ab: Der Nutzen ist kurz, und wer das Tier mit dem Gas schädigt, riskiert einen Verstoß gegen das Naturschutzrecht.

Hügel nutzen, Rasen schützen: Einebnen, Maulwurfsnetz, Mähroboter

Die einfachste Antwort auf Maulwurfshügel ist, sie zeitnah abzutragen, bevor das Gras darunter vergilbt. Nehmen Sie die Erde mit der Schaufel ab, statt den Hügel festzutreten: Plattgedrückte Hügel verschließen Luftschächte, und der Maulwurf wirft an anderer Stelle sofort neue auf. Die feinkrümelige, unkraut- und wurzelfreie Erde eignet sich hervorragend als Anzucht- oder Topferde und zum Verfüllen von Senken. Kahle Stellen rechen Sie glatt und säen nach.

Dauerhaft hügelfreie Rasenflächen erreichen Sie nur mit einer Sperre unter der Grasnarbe. Bei der Rasenneuanlage bieten Fachhandel und Fachbetriebe Maulwurfsnetze oder -gitter aus Kunststoff an:

  • Boden vorbereiten, einebnen und leicht verdichten
  • das Netz nach Herstellerangabe flächig auslegen, meist einige Zentimeter tief unter der späteren Saatschicht oder direkt unter dem Rollrasen
  • Bahnen großzügig überlappen lassen und mit Erdankern fixieren, damit keine Lücken entstehen
  • bei Bedarf an den Rasenkanten eine senkrechte Sperre ergänzen, die das Einwandern erschwert
  • Mutterboden aufbringen, säen oder Rollrasen verlegen

Das Netz hält den Maulwurf nicht aus dem Boden fern, aber seine Erde kann die Oberfläche nicht mehr durchstoßen; er gräbt darunter weiter oder wandert ab. Netze, die nachträglich oben auf bestehenden Rasen gelegt werden, sind weniger zuverlässig, und offen liegendes Netz kann sich mit Tieren oder dem Mäher verfangen.

Besonders lästig sind Hügel für Mähroboter: Erde blockiert die Räder und stumpft die Messer ab. Kontrollieren Sie die Fläche vor dem Mähen und tragen Sie frische Hügel ab. Lassen Sie den Roboter zum Schutz von Igeln nur tagsüber laufen.

Häufige Fragen

Darf ich einen Maulwurf fangen und woanders aussetzen?

Nein. Schon das Fangen ist nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz verboten, auch mit Lebendfallen und in guter Absicht. Maulwürfe überleben Lebendfallen zudem oft nicht. Erlaubt sind nur schonendes Vergrämen und das Abtragen der Hügel.

Ist der Maulwurf streng geschützt?

Nein, er ist besonders geschützt, nicht streng. Das bedeutet: Fangen, Verletzen, Töten und das Zerstören von Nest und Bau sind verboten, das Störungsverbot für streng geschützte Arten gilt dagegen nicht. Deshalb ist schonendes Vergrämen nach verbreiteter Auffassung zulässig.

Was droht, wenn ich einen Maulwurf töte?

Verstöße gegen den Artenschutz sind Ordnungswidrigkeiten mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro nach § 69 Bundesnaturschutzgesetz. Wer ein Wirbeltier vorsätzlich ohne vernünftigen Grund tötet, kann sich außerdem nach § 17 Tierschutzgesetz strafbar machen.

Was hilft wirklich gegen Maulwurfshügel?

Dauerhaft nur ein Maulwurfsnetz, das bei der Rasenneuanlage unter der Grasnarbe verlegt wird. Vergrämen mit Geruch oder Erschütterung wirkt allenfalls vorübergehend, Ultraschall- und Vibrationsgeräte haben keine belegte Wirkung. Im Alltag hilft vor allem, die Hügel zeitnah abzutragen.

Frisst der Maulwurf meine Pflanzen?

Nein. Er ist Insektenfresser und lebt von Regenwürmern, Engerlingen, Schnakenlarven und anderen Bodentieren. Angefressene Wurzeln, Möhren oder Blumenzwiebeln gehen auf die Wühlmaus zurück. Welkt eine Pflanze über einem Maulwurfsgang, Erde andrücken und gießen.

Ist Karbid gegen Maulwürfe erlaubt?

Calciumcarbid-Präparate sind als Vergrämungsmittel gegen Schermaus und Maulwurf zugelassen, auch für Hobbygärtner (Stand: Oktober 2026), und dürfen nur exakt nach Gebrauchsanleitung fern von Gebäuden eingesetzt werden. Die Wirkung ist kurz. Wir raten beim Maulwurf ab, Abgase oder selbst gemischte Gase sind ohnehin verboten.

Wie viele Maulwürfe stecken hinter vielen Hügeln?

Meist nur einer. Der Maulwurf lebt als Einzelgänger in einem großen Revier und wirft beim Anlegen neuer Gänge in kurzer Zeit viele Hügel auf, vor allem im Frühjahr und Herbst.

Quellen & Prüfung

Rechtsangaben im Oktober 2026 am Gesetzestext geprüft: § 44 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 und § 69 Abs. 2 und 7 Bundesnaturschutzgesetz, Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung (heimische Säugetiere mit Ausnahme u. a. von Schermaus, Feldmaus und Wanderratte besonders geschützt), § 17 Tierschutzgesetz. Zulassungsstand der Calciumcarbid-Präparate nach der Pflanzenschutzmittel-Datenbank des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL, Datenstand 1. Oktober 2026). Biologie und Vergrämung nach NABU („Aus dem Leben des Maulwurfs“), Deutsche Wildtier Stiftung (Steckbrief Maulwurf) und Pflanzenschutzamt Berlin („Schermäuse und Maulwürfe in Gärten, Anlagen und Parks“, Januar 2025). Stand: Oktober 2026.

Hinweis zur Erstellung

Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.

Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten

Nach oben ↑

Weiterlesen