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An Blättern

Weißer Belag auf Blättern – Mehltau oder Schädling?

Ein weißer Belag auf Blättern ist in den meisten Fällen Mehltau, und der ist kein Schädling, sondern eine Pflanzenkrankheit. Echter Mehltau wird von Pilzen verursacht und bildet einen mehligen, abwischbaren Belag auf der Blattoberseite, bevorzugt bei warmem, trockenem Wetter. Falscher Mehltau stammt von Eipilzen (Oomyceten), die keine echten Pilze sind: Er zeigt sich als grauvioletter Flaum auf der Blattunterseite und gelbliche, eckige Flecken oben, meist bei feuchter Witterung. Wattige Polster, die beim Zerdrücken schmieren, kleine weiße Fliegen oder feine Gespinste deuten dagegen auf Tiere. Ein Wischtest mit dem Finger und der Blick unter das Blatt reichen fast immer, um die Ursache zu finden.
Aktualisiert am 11. Oktober 2026
Große Zucchiniblätter mit weißen, mehlartigen Flecken auf der Oberseite, teils zusammenfließend, einige Blätter vergilben
Mehliger, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite ist das typische Bild des Echten Mehltaus an Zucchini. · Symbolbild, KI-generiert

Erst bestimmen: Pilz oder Tier?

Zwei Handgriffe klären die meisten Fälle.

Bevor Sie etwas sprühen, lohnt eine Minute Detektivarbeit, denn die falsche Maßnahme kostet Zeit:

  • Wischtest: Fahren Sie mit dem Finger über den Belag. Bleibt ein mehliges Pulver am Finger und darunter ein grünes oder leicht vergilbtes Blatt, spricht das klar für Echten Mehltau.
  • Blatt umdrehen: Sitzt ein grauer bis violetter, flaumiger Rasen auf der Unterseite, während oben gelbliche, eckige Flecken zu sehen sind, ist es Falscher Mehltau.
  • Lupe oder Handykamera: Erkennen Sie Beine, wachsige Körper, Eier oder Häutungsreste, ist ein Tier die Ursache.
  • Klebetest: Glänzen und kleben Blätter oder Gegenstände darunter, deutet das auf saugende Insekten mit Honigtau, nicht auf Mehltau.

Auch Wetter und Jahreszeit helfen. Echter Mehltau breitet sich in warmen, sonnigen Phasen mit taufeuchten Nächten aus, deshalb heißt er im Volksmund Schönwetterpilz. Falscher Mehltau braucht dagegen nasse Blätter: Bei Salat und Spinat tritt er oft in kühlen, feuchten Frühjahrs- und Herbstwochen auf, bei Gurken in taureichen Sommerwochen.

Echter und Falscher Mehltau unterscheiden

Ähnlicher Name, verschiedene Erreger – und verschiedene Gegenmaßnahmen.

Beide Krankheiten tragen „Mehltau“ im Namen, haben aber kaum etwas gemeinsam. Echte Mehltaupilze sind Schlauchpilze, die außen auf dem Blatt wachsen und nur mit feinen Saugorganen in die oberste Zellschicht eindringen. Deshalb lässt sich der Belag abwischen. Die Erreger des Falschen Mehltaus sind Eipilze (Oomyceten), die zwar wie Pilze aussehen, biologisch aber eine eigene Gruppe bilden, verwandt mit den Erregern der Kraut- und Knollenfäule. Sie wachsen im Inneren des Blattes und schieben ihre Sporenträger durch die Spaltöffnungen der Unterseite nach außen.

Für die Praxis ist die Unterscheidung entscheidend: Mittel und Hausmittel gegen Echten Mehltau wirken gegen Falschen Mehltau nicht.

Vergleich: Echter Mehltau und Falscher Mehltau
MerkmalEchter MehltauFalscher Mehltau
ErregerEchte Pilze (Schlauchpilze)Eipilze (Oomyceten), keine echten Pilze
Belagweiß, mehlig, später schmutzig graugrauweiß bis grauviolett, flaumig
Wo am Blattvor allem Oberseite, auch Triebe und KnospenUnterseite; oben gelbe bis braune Flecken
Abwischbarjanein, Erreger sitzt im Gewebe
Fleckenrundlich, fließen zusammeneckig, von Blattadern begrenzt
Wetterwarm und trocken, taufeuchte Nächtefeucht, anhaltende Blattnässe
Typische PflanzenZucchini, Kürbis, Gurke, Rose, Apfel, PhloxSalat, Gurke, Spinat, Zwiebel, Weinrebe
Milch, Natronnur vorbeugend, im Rahmen der Genehmigungwirkungslos
Umgedrehtes Salatblatt mit grauviolettem, flaumigem Belag zwischen den Blattadern und blassgelben, eckigen Flecken am Rand
Falscher Mehltau zeigt sich auf der Blattunterseite als grauvioletter Flaum, oben als gelbliche, von den Adern begrenzte Flecken. · Symbolbild, KI-generiert

Wenn Tiere dahinterstecken

Diese Schädlinge und Insekten hinterlassen ebenfalls Weißes.

Nicht jeder weiße Belag ist Mehltau. Folgende tierische Ursachen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus:

  • Wollläuse (Schmierläuse): weiße, watteartige Wachspolster in Blattachseln und an Stängeln, beim Abtupfen schmierig, oft mit klebrigem Honigtau. Häufig an Zimmer- und Kübelpflanzen. Details unter „Weiße Watte auf Pflanzen“.
  • Weiße Fliege: winzige, weiß bepuderte Insekten auf der Blattunterseite, die beim Schütteln aufschwirren; Blätter werden gesprenkelt und klebrig.
  • Spinnmilben: feine, weißliche Gespinste an Triebspitzen und Blattachseln, darunter hell gesprenkelte Blätter. Typisch bei Hitze und trockener Luft.
  • Blutläuse: weiße Wollflecken an Rinde, Astwunden und Wurzelhals von Apfelbäumen; beim Zerdrücken tritt rote Flüssigkeit aus.
  • Schaumzikade: Schaumklümpchen an Stängeln („Kuckucksspeichel“), nass statt pudrig, etwa von April bis Juni, meist harmlos.

Der Wischtest trennt sauber: Mehltau ist trocken und pudrig, tierische Beläge sind wachsig, schaumig oder bewegen sich. Kalkränder nach hartem Gießwasser sind harmlos.

Typische Pflanzen und ihre Mehltau-Probleme

Mehltaupilze sind meist auf bestimmte Pflanzengruppen spezialisiert. Der Mehltau von der Rose springt also nicht auf die Gurke über. Besonders häufig betroffen sind:

  • Zucchini, Kürbis und Gurke: Echter Mehltau ab Hochsommer fast in jedem Garten; Gurken leiden zusätzlich unter Falschem Mehltau.
  • Rosen: Echter Mehltau an jungen Trieben, Knospen und Blättern, vor allem an dicht stehenden, gut gedüngten Pflanzen.
  • Apfel: Der Apfelmehltau überwintert in den Knospen; im Frühjahr treiben weiß bepuderte, kümmernde „Mehltaukerzen“ aus.
  • Weinrebe: Echter Mehltau (Oidium) überzieht Blätter und Beeren, die später aufplatzen können; Falscher Mehltau (Peronospora) bildet Ölflecken oben und weißen Flaum unten.
  • Salat und Spinat: Falscher Mehltau bei kühl-feuchter Witterung.
  • Stauden wie Phlox, Astern, Rittersporn und Indianernessel: Echter Mehltau im Spätsommer.

Zwei weitere Rosenkrankheiten werden gelegentlich verwechselt. Sternrußtau bildet schwarzviolette Flecken mit strahlig ausfransendem Rand, die Blätter vergilben und fallen ab. Rosenrost zeigt sich mit orangefarbenen Pusteln auf der Blattunterseite, die sich im Herbst schwarz färben. Beide sind Pilzkrankheiten, aber kein weißer Belag; auch hier hilft es, befallenes Laub im Herbst zu entfernen.

Was Sie sofort tun können

Je früher Sie eingreifen, desto besser lässt sich die Ausbreitung bremsen:

  • Erste befallene Blätter sofort abschneiden, bei Zucchini auch alte, stark bedeckte Blätter großzügig; die Pflanze treibt aus der Mitte nach.
  • Am Apfel die weißlichen Mehltaukerzen im Frühjahr bis ins gesunde Holz zurückschneiden, an Rosen befallene Triebspitzen kappen.
  • Bei Falschem Mehltau befallene Blätter sofort entfernen und die Pflanzen auf Abstand bringen; stark geschädigte Salate ernten oder räumen.
  • Schnittgut nicht auf den eigenen Kompost geben, denn dort wird es selten heiß genug, und Dauersporen können im Boden lange überleben. Entsorgen Sie es über den Restmüll oder, wo Ihre Kommune Gartenabfälle annimmt, über die Biotonne, deren Inhalt in Kompostieranlagen kontrolliert heiß verrottet.
  • Ab sofort nur noch morgens und direkt an der Wurzel gießen, damit das Laub trocken bleibt.

Zeigt sich der Belag erst im September an Zucchini oder Kürbis, ist das oft das natürliche Saisonende. Dann reicht es, weiter zu ernten und die Pflanzen nach der letzten Frucht zu räumen.

Hand mit Handschuh schneidet mit einer Gartenschere ein mehltaubedecktes Zucchiniblatt ab, daneben ein kleiner Eimer mit entfernten Blättern
Früh entfernte Befallsblätter bremsen die Ausbreitung. Sie gehören nicht auf den eigenen Kompost. · Symbolbild, KI-generiert

Milch, Natron, Schwefel: was erlaubt ist und was wirkt

Auch Hausmittel unterliegen beim Pflanzenschutz klaren Regeln.

Wer Pflanzen gegen eine Krankheit behandelt, betreibt rechtlich Pflanzenschutz. Erlaubt sind dafür nur Pflanzenschutzmittel mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten und sogenannte Grundstoffe. Grundstoffe sind Lebensmittel und ähnliche unbedenkliche Stoffe, die die EU für ganz bestimmte Kulturen und Schaderreger genehmigt hat. Sie brauchen keine eigene Zulassung, dürfen aber nur so angewendet werden, wie es der EU-Beurteilungsbericht vorgibt (Stand: Oktober 2026).

So sind die bekannten Hausmittel einzuordnen:

  • Milch: Kuhmilch ist seit 2020 als Grundstoff genehmigt, und zwar als Rohmilch, vorbeugend gegen Echten Mehltau, etwa an der Weinrebe im Freiland sowie an Gurke, Zucchini und Kürbis nur im Gewächshaus bis zur Blüte. Versuche zeigen eine vorbeugende Teilwirkung. Gegen Falschen Mehltau wirkt Milch nicht.
  • Natron (Natriumhydrogencarbonat): genehmigter Grundstoff gegen Echten Mehltau an Gemüse, Beerenobst und Zierpflanzen, mit 0,33 bis 1 Prozent, also etwa 3 bis 10 Gramm je Liter Wasser, höchstens achtmal im Abstand von zehn Tagen, Wartezeit ein Tag. An Weinreben darf es in Deutschland seit 2025 nicht mehr angewendet werden. Höhere Konzentrationen verbrennen Blätter; testen Sie die Verträglichkeit zuerst an wenigen Blättern.
  • Backpulver: nicht dasselbe wie Natron, denn es enthält zusätzlich Säuerungsmittel und Stärke. Genehmigt ist nur reines Natriumhydrogencarbonat in Lebensmittelqualität.
  • Molke: genehmigter Grundstoff gegen Echten Mehltau an Gurke, Zucchini und Kürbis im Gewächshaus bis zur Blütenbildung und an der Weinrebe; behandelte Blätter sind nicht zum Verzehr bestimmt.
  • Ackerschachtelhalm und Brennnessel: ebenfalls Grundstoffe, eher vorbeugend als heilend; siehe „Brennnesseljauche und Pflanzenbrühen“.

Für einen stärkeren Befall mit Echtem Mehltau gibt es zugelassene Mittel mit niedrigem Risiko. Die Hessische Gartenakademie nennt Netzschwefel, Kaliumhydrogencarbonat und Orangenöl. Schwefel wirkt erst bei wärmerem Wetter ab etwa 15 Grad zuverlässig, bei großer Hitze kann er Blätter schädigen, und manche Beerensorten vertragen ihn nicht. Kaliumhydrogencarbonat gibt es auch als anwendungsfertiges Spray. Achten Sie auf den Etikett-Hinweis zur Anwendung im Haus- und Kleingarten und auf die zugelassene Kultur. Gegen Falschen Mehltau gibt es für Hobbygärtner kaum Mittel; hier entscheidet die Vorbeugung.

Mehltau vorbeugen

Gegen beide Mehltauformen ist Vorbeugung wirksamer als jede Spritzung. Die wichtigsten Stellschrauben:

  • Robuste Sorten wählen: Für Gurke, Zucchini, Salat und Spinat gibt es mehltautolerante Sorten; achten Sie darauf, gegen welche Form die Toleranz gilt. Bei Rosen bieten Sorten mit ADR-Prädikat eine geprüfte Blattgesundheit.
  • Luftig pflanzen: Abstände einhalten, bei Zucchini mindestens einen Meter, Stauden und Rosen nicht zu dicht setzen und Gehölze so schneiden, dass Luft durch die Krone streicht.
  • Richtig gießen: morgens und direkt an der Wurzel, nie abends über das Laub. Das hält vor allem Falschen Mehltau fern.
  • Maßvoll düngen: Zu viel Stickstoff macht das Gewebe weich und anfällig; kaliumbetonte Düngung festigt die Zellwände. Mehr dazu unter „Richtig düngen“.
  • Gewächshaus und Frühbeet regelmäßig und kräftig lüften, damit sich keine Tauschicht auf den Blättern bildet.
  • Fruchtfolge einhalten und Pflanzenreste im Herbst gründlich abräumen, damit Dauersporen nicht im Beet bleiben.

Ein wöchentlicher Blick auf Ober- und Unterseiten im Sommer findet die ersten Flecken, solange sich noch einzelne Blätter entfernen lassen.

Häufige Fragen

Ist ein weißer Belag auf Blättern ein Schädling?

Meist nicht. Ein mehliger, abwischbarer Belag ist Echter Mehltau, ein grauvioletter Flaum auf der Unterseite Falscher Mehltau, beides Pflanzenkrankheiten. Tiere stecken dahinter, wenn der Belag wattig und schmierig ist, sich etwas bewegt oder weiße Insekten auffliegen.

Wie unterscheide ich Echten und Falschen Mehltau?

Echter Mehltau sitzt vor allem oben auf dem Blatt und lässt sich abwischen. Falscher Mehltau bildet einen grauvioletten Flaum auf der Unterseite und gelbliche, von den Blattadern eckig begrenzte Flecken oben. Echter Mehltau mag warmes, trockenes Wetter, Falscher Mehltau nasse Blätter.

Ist Falscher Mehltau ein Pilz?

Nicht im biologischen Sinn. Die Erreger sind Eipilze (Oomyceten), die eine eigene Gruppe bilden und mit den Erregern der Kraut- und Knollenfäule verwandt sind. Deshalb wirken viele Mittel gegen Echten Mehltau bei ihm nicht.

Hilft Milch gegen Mehltau?

Vorbeugend gegen Echten Mehltau zum Teil, gegen Falschen Mehltau nicht. Rechtlich ist Kuhmilch als Grundstoff nur für bestimmte Anwendungen genehmigt, etwa an der Weinrebe und an Kürbisgewächsen im Gewächshaus bis zur Blüte. Für Freiland-Zucchini deckt die Genehmigung die Milchspritzung nicht ab.

Darf ich Natron oder Backpulver gegen Mehltau spritzen?

Reines Natron (Natriumhydrogencarbonat) ist als Grundstoff gegen Echten Mehltau an Gemüse, Beerenobst und Zierpflanzen genehmigt, mit etwa 3 bis 10 Gramm je Liter. An Weinreben ist es in Deutschland nicht mehr erlaubt. Backpulver ist kein Natron und als Grundstoff nicht genehmigt.

Dürfen mehltaukranke Blätter auf den Kompost?

Besser nicht. Im Gartenkompost wird es selten heiß genug, und Dauersporen können lange überleben. Entsorgen Sie befallene Blätter über den Restmüll oder, wenn Ihre Kommune Gartenabfälle annimmt, über die Biotonne.

Kann ich Zucchini mit Mehltau noch essen?

Ja. Mehltau befällt die Blätter, die Früchte bleiben essbar. Waschen Sie sie wie gewohnt. Nur wenn Sie Grundstoffe oder Pflanzenschutzmittel angewendet haben, beachten Sie die angegebene Wartezeit.

Quellen & Prüfung

Fachliche Grundlagen: Hessische Gartenakademie (Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen), „Echten und Falschen Mehltau unterscheiden und bekämpfen“ (2025); Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Merkblätter „Grundstoff Kuhmilch“, „Grundstoff Molke“ und „Grundstoff Natriumhydrogencarbonat“; Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, „Grundstoffe“ (Hausgarten); BVL-Mitteilung zur Anwendungseinschränkung von Natriumhydrogencarbonat an Wein- und Tafeltrauben (Mai 2025); EU-Durchführungsverordnungen (EU) 2015/2069 (Natriumhydrogencarbonat), (EU) 2016/560 (Molke) und (EU) 2020/1004 (Kuhmilch); Zulassungsdaten nach BVL-Pflanzenschutzmittelverzeichnis. Grundstoffe dürfen nur für die im EU-Beurteilungsbericht genannten Kulturen und Schaderreger angewendet werden. Stand: Oktober 2026.

Hinweis zur Erstellung

Die Texte und Bilder dieses Beitrags wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell strukturiert. Die Inhalte ersetzen keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall; rechtliche Angaben — etwa zu Schutzstatus, Bußgeldern oder Zulassungen — sind ohne Gewähr. Wir aktualisieren Beiträge regelmäßig, wenn sich Erkenntnisse oder Empfehlungen für den Garten ändern.

Erstellt durch Ungeziefer im Garten · Strukturiert durch Ungeziefer im Garten

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